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Bachelor live

Sozialfiguren wie Hipster und Co.

Im zweiten Semester habe ich ein Seminar belegt, das sich mit Sozialfiguren der Gegenwart beschäftigte. Zu allererst stellt sich eine ganz grundlegende Frage: Was genau ist eine Sozialfigur?
Es sind Idealtypen, die in unserer Gesellschaft auftreten und die jedem von uns bekannt sind. Mit Sozialfiguren verbinden wir ein bestimmtes Aussehen, Merkmale oder Verhaltensweisen – zum Beispiel der Hipster oder der Dandy. Der Typus muss nicht unbedingt einem Beruf entsprechen, häufig führen Berufe allerdings zu charakteristischen Merkmalen und somit auch zu einem Idealtypus, beispielsweise dem Professor oder dem Manager. Meist betitelt man sich nicht selbst als Sozialfigur, sondern wird von anderen so bezeichnet. Sie können auch in größeren Gruppen auftreten, zum Beispiel der Fan, oder als Einzelgänger am Rande der Gesellschaft. Es gibt also unfassbar viele verschiedene Sozialfiguren in unserer Gesellschaft. In dem Seminar beschäftigten wir uns mit einigen von ihnen und ihren Merkmalen, diskutierten Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Derzeit schreibe ich in diesem Seminar meine Hausarbeit. Nach längerer Überlegung habe ich mich schließlich auf ein Thema festgelegt und mich für eine Sozialfigur entschieden, die jeder kennt – den Spießer. Darunter wird im Allgemeinen eine Person verstanden, die gegen Veränderungen und Neuerung ist und stattdessen auf Altbekanntes beharrt. Interessant finde ich, dass die Geschichte des Spießers bis ins Mittelalter zurückgeht, sich die Bedeutung des Begriffs im Laufe der Zeit jedoch kaum verändert hat. Und vermutlich wird der Spießer auch niemals an Aktualität verlieren und immerzu in unserer Gesellschaft gegenwärtig bleiben – denn Veränderungen und Fortschritt wird es immer geben und damit auch Personen, die dagegen sind und auf die alte Ordnung bestehen.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Aug 25, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Aug 25, 2017

Bachelor live

Fernweh, Heimweh

Kennt ihr das, wenn ihr im Bus sitzt, mit eurem Handy Musik hört, aus dem Fenster blickt und plötzlich Adrenalin durch euren Körper schießt? Wenn euch plötzlich klar wird, dass ihr an einem Ort weit weg der Heimat seid? Als ich nach meinem Abi einen Freiwilligendienst in Madrid gemacht habe, hat mich dieses Kribbeln immer wieder gepackt. Dann habe ich mich an Dingen erfreut, die mir sonst ganz alltäglich erschienen: an der Tortilla de patatas, die es zum Frühstück gab, an den bunten Metroschächten, an dem Durcheinander aus Sprachen in den Cafés.
Seitdem ich studiere, fehlt dieses Kribbeln. Das ist nicht unbedingt schlecht, denn wenn ich ehrlich bin, war es auch eine anstrengende und emotionale Zeit. Ich bin viel gereist während meines Freiwilligendienstes, war abends häufig mit Freunden in der Stadt unterwegs. Ich habe das ganze Jahr über nur ein einziges Buch gelesen, weil mir einfach keine Zeit blieb, um zu entspannen. Seit ich studiere, habe ich eine ganze Menge Bücher gelesen, viele für die Uni und für Hausarbeiten, ein paar auch einfach nur für mich. Das tut gut, das fühlt sich nach Entschleunigung an.
Heimweh hatte ich während meiner Zeit in Spanien eigentlich nicht. Es gab Tage, manchmal auch Wochen, in denen nichts so lief, wie es sollte. Wenn ich zum Beispiel das Gefühl hatte, mit meinem Spanisch nicht voranzukommen, mich von meinen Kollegen nicht ernst genommen fühlte oder die Großstadt mich überforderte. Als die Osterferien und damit der Besuch meiner Familie bevor stand, habe ich mich darauf gefreut, meinen Eltern und meiner Schwester meine neue Heimat zeigen zu können. Und als mein Freiwilligendienst zu Ende ging, war ich zwar wirklich traurig, aber zugleich fühlte es sich gut an, dass danach alles wieder etwas langsamer werden würde.
Ich fühle mich wohl in Bonn, da kann ich mich wirklich nicht beschweren. Bonn ist eine schöne kleine Stadt, die viel zu bieten hat. Die Uni gefällt mir, mein Studiengang ist spannend, die Leute sind cool. Manchmal ärgern mich Hausarbeiten oder Klausuren, manchmal fühle ich mich gestresst, aber es ist nie alles perfekt. Und doch bekomme ich hin und wieder Fernweh. Das fühlt sich anders an als dieses Kribbeln, es ist mehr so ein dumpfes Gefühl in der Magengegend, so eine Lust auf Neues. Mal schauen, wohin es mich ziehen wird.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Aug 24, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Aug 24, 2017

Bachelor live

Die Note

Endlich war der Tag da, an dem die Examensergebnisse bekanntgegeben wurden. Mir war ein wenig flau im Magen. Bald würde ich wissen, was das Ergebnis von 13 Monaten Ackern war – und ob ich nochmal ranmusste.
Ich hatte mit stark zitternden Händen und einer panikartigen Stoßatmung gerechnet, aber so schlimm war es erstaunlicherweise nicht. Denn mal ehrlich: Jetzt stand eh schon alles fest. Und alles, was jetzt von mir verlangt wurde, war, meine Prüfungsnummer einzugeben, ein Dokument zu entpacken und mein persönliches Kennwort einzugeben. Das sollte doch echt zu schaffen sein.
Ab 7 Uhr morgens schaute ich immer wieder auf die Seite des Justizprüfungsamtes, aber downloaden konnte ich noch nichts. Müssen die einen so auf die Folter spannen? Um 9.30 Uhr war es dann soweit, ich konnte alles herunterladen und öffnen. Der Moment, auf den ich fast fünf Jahre hingearbeitet hatte! Jetzt ging alles sehr schnell und schon erschien sie, meine Note. Und, was fühlte ich?
Keine Ahnung. Es war ein bisschen mehr als das Minimum von dem, was ich erreichen wollte, aber entsprach auch nicht ganz meinen heimlichen Hoffnungen. In den Examensübungsklausuren war ich oft besser und meine Note ist jetzt schlechter als deren Schnitt im vergangenen Halbjahr. Da sieht man mal: Im Examen werden einem echt keine guten Noten hinterhergeworfen. Woran es jetzt lag, daran kann ich ewig rätseln. Böse Korrektoren? Schwierige Klausuren? Die Nervosität, die mir doch mehr zu schaffen gemacht hat, als gedacht? Oder sind die Korrektoren meiner Übungsklausuren einfach immer alle nett gewesen und das Examen spiegelt jetzt mein tatsächliches Können wider?
Mein Fazit: Das Ergebnis hätte besser sein können, aber trotzdem habe ich Grund genug, zufrieden zu sein.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Aug 23, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Aug 23, 2017