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Bachelor live

Winter in Südafrika

„In Afrika soll es kalt werden?!“ Das wurde ich immer wieder gefragt, als ich davon erzählte, dass ich während des dortigen Winters in einem Workcamp in Südafrika sein würde. Als ich mir die Wettervorhersage vorab anschaute, konnte ich das auch nicht so ganz glauben: Die Durchschnittstemperaturen eines südafrikanischen Winters liegen nur knapp unter denen eines schönen deutschen Sommertages. Weil ich dennoch immer wieder vorgewarnt wurde, wie kalt es doch werden würde, packte ich Daunenjacke, Fleece und Schlafsack mit ein – und war letztendlich heilfroh darüber.
Vor der Abreise hatte ich nämlich ganz übersehen, dass das Häuschen, in dem wir während unseres Workcamps in Südafrika wohnten, keine Heizung hat. Einige der wohlhabenderen Einheimischen, die wir vor Ort trafen, besaßen Feuerplätze und nur einmal waren wir in den vier Wochen Workcamp bei jemanden zum Essen eingeladen, der auch eine Heizung hatte.
Im Nachhinein finde ich es verwunderlich, dass mir in Deutschland nicht aufgefallen ist, wie leichtfertig wir mit Kälte umgehen. Natürlich sind unsere Winter kalt, aber wir kommen abends nach Hause, drehen die Heizung auf und kuscheln uns mit einem Kakao und einer Wolldecke auf unser Sofa. In Südafrika bin ich abends am liebsten in meinen Schlafsack gestiegen, weil das der einzige Ort war, wo sich meine Füße nicht wie Eisklumpen anfühlten.
Tatsächlich hatte ich in dem Vorort von Kapstadt, in dem wir wohnten, das Gefühl, dass das südafrikanische Wetter vier Jahreszeiten in einem Tag vereinte: Wenn wir aufstanden, war es kühl und die Scheiben sahen feucht aus, um die Mittagszeit saßen wir im T-Shirt draußen, und abends krochen wir in Kuschelsocken und Fleecejacken, weil es plötzlich wieder so kalt wurde. Auf die Frage hin, wie das Wetter in den vergangenen beiden Tagen bei ihr war, antwortete mir eine Südafrikanerin vor Kurzem: „Gestern war Winter, aber heute ist wieder Sommer.“

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 2, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Nov 2, 2017

Bachelor live

Vom Studenten zum Dozenten

Juhu, ich habe den Absprung ins Arbeitsleben geschafft! Naja, das ist vielleicht ein wenig übertrieben. Immerhin habe ich es aber in vier Semestern vom Erstsemestler zum Dozenten gebracht, was dann doch erstaunlich scheinen mag. Seit Kurzem unterrichte ich Tschechisch an der Volkshochschule, wo dringend eine Lehrkraft gesucht wurde.
In meine neue Rolle finde ich mich erst langsam ein. Es ist schon ziemlich ungewohnt, nun vorne zu sitzen und grammatische Formen an die Tafel zu schreiben, während sich die anderen Notizen machen und auf meine Fragen antworten müssen. Oder sie haben selbst Fragen, die ich kompetent beantworten muss.
So einen Sprachkurs zu leiten, ist gar nicht so einfach. Klar, da gibt es Lehrbuch und Arbeitsheft, an die man sich klammern kann sowie ein Begleitheft für den Lehrenden. Doch am Ende kann man planen, wie man will – ob alles so aufgeht, entscheidet sich immer erst im Kurs.
Während mich also die Planung regelmäßig herausfordert, macht das eigentliche Unterrichten mir mittlerweile überraschend viel Freude. Es ist schön zu sehen, wie die Teilnehmer, die aus den verschiedensten Gründen Tschechisch lernen, Fortschritte machen, Fragen stellen und mit Elan und Motivation dabei sind. Ich bemühe mich, in meinem Kurs nicht nur die Sprache, sondern auch einiges über die tschechische Kultur zu vermitteln, um die Lernenden optimal auf ihren nächsten Aufenthalt im Nachbarland vorzubereiten.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 30, 2017

Bachelor live

Pauschalurlaub oder Freiwilligendienst?

Vor einigen Wochen saß ich bei meiner Ärztin und wollte wissen, welche Impfungen ich noch für meine Südafrikareise im Sommer brauche. Ob ich Kontakt zu Einheimischen haben würde, wollte sie wissen. Ich bejahte, angemeldet hatte ich mich eben für ein Workcamp und nicht für eine Rundreise durch Nationalparks. „Ach ja, so ein Charity-Projekt“, sagte sie und stellte mir ein Rezept für Impfstoffe aus, die ich kaufen sollte.
Ich finde es seltsam, wenn etwas als Charity-Projekt bezeichnet wird. Das Wort Charity erinnert mich an Fundraising und Spendensammeln, womit ein Workcamp wenig zu tun hat. Charity-Projekt, das klingt, als würden die Einheimischen vor Ort mehr davon profitieren als diejenigen, die aus dem Ausland anreisen. Nicht umsonst bezeichnen sich viele Freiwilligendienste inzwischen als „Lerndienste“, um zu betonen, dass es vor allem darum geht, jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, im Ausland etwas außerhalb von Schule, Ausbildung oder Universität zu lernen.
Aber was ist so ein Workcamp nun? Im Vorfeld fühlte es sich wie ein Pauschalurlaub an: Du meldest dich an, schreibst ein paar Worte über deine Motivation für die Reise, du bekommst deine Flugtickets zugeschickt, die Unterkunft wird organisiert – alles ganz einfach. Vor Ort ist es dann etwas anders: Nur an den Wochenenden ist Touristenprogramm angesagt. Wenn auf dem Plan steht, dass der Kirchengarten vor Ort neu gestaltet werden soll, muss eine Aufgabenverteilung her. Und man muss für alle Workcampteilnehmer kochen, das gemeinsame Haus putzen und nicht zuletzt dafür sorgen, dass sich alle verstehen.
Nach meinem Abitur habe ich neun Monate lang einen Freiwilligendienst gemacht und je länger ich in Südafrika war, desto mehr fühlte sich das Leben dort ein wenig wie die Zeit nach meinem Abitur an – nur etwas kürzer, dafür intensiver und mindestens genauso anstrengend. Ich glaube, wir dürfen nicht vergessen, dass ein Workcamp insofern ein großer Luxus ist, weil es nicht jedem Reisenden ermöglicht werden kann, so schnell und so einfach Freundschaften mit Einheimischen aufzubauen – gerade das erinnert einen vor Ort aber auch daran, dass es doch etwas völlig anderes ist als ein Pauschalurlaub.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Oct 26, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Oct 26, 2017