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Bachelor live

Aufgeschoben

In den Semesterferien war ich durch das Praktikum in der Fernsehproduktion sehr beschäftigt. Ehrlich gesagt habe ich an den Wochenenden dann auch das Berliner Leben mit Freunden genossen und sehr wenig für die Uni gemacht. In meinem Hinterkopf schwebten ständig die zwei Hausarbeiten herum, die ich eigentlich nach den Semesterferien abgeben sollte. Es sind die ersten Hausarbeiten meines Studiums und da beide Hausarbeiten nicht sonderlich lang sein sollten, nämlich jeweils zehn Seiten, machte ich mir nicht zu viele Sorgen.
Natürlich wollte ich sie erledigt haben, aber die Verlockungen des Sommers, das reiche kulturelle Angebot und mein innerer Schweinehund sorgten für ein kontinuierliches Aufschieben. Ohnehin hatten mir meine Dozenten schon während des Semesters gesagt, dass sie kein Problem damit hätten, die Abgabefrist zu verlängern – und so nahm ich diese Möglichkeit wahr.
Die erste Hausarbeit wurde bis Mitte Oktober verlängert. Diese hatte ich schon die längste Zeit zu 85 Prozent fertig, konnte mir aber nicht den Schubs geben, sie über die Ziellinie zu bringen. Die neue Abgabefrist gab mir den nötigen Druck und nachdem die letzten Fußnoten gefunden, das Inhaltsverzeichnis aktualisiert und die Schlussfolgerung schlüssig war, konnte ich zufrieden abgeben. Das Chaos des Druckens und Bindens am Abgabetag selbst war stressig, aber ich habe fürs Leben gelernt, dass man nicht unbedingt am Morgen des Abgabetags alles Organisatorische klärt.
Die zweite Hausarbeit ist nun deutlich qualvoller für mich. Vom Schwierigkeitsgrad ist sie eindeutig niedriger, da es ein Thema ist, zu dem es Unmengen von Literatur gibt. Es ist auch eher eine Zusammenfassung der bereits bekannten Literatur, weil meine Leitfrage schon mehrmals von Kunsthistorikern weltweit durchgekaut wurde. Das macht es natürlich sehr viel langweiliger und zäher. Ich habe jetzt noch genau zwei Wochen Zeit, bis die Arbeit abgegeben werden muss – ich sollte mich ranhalten!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Nov 20, 2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
Nov 20, 2017

Bachelor live

Bei der Praktikumsberatung

In meinem Studium ist zwischen dem vierten und fünften Semester ein Pflichtpraktikum vorgesehen. Dieses muss mindestens acht Wochen dauern, kann aber auch als Praxissemester über mehrere Monate gehen.
Da ich aktuell erst im dritten Semester bin, steht es erst nächstes Jahr im Sommer an. Doch da der Bewerbungsprozess eine Weile dauern kann, habe ich schon jetzt darüber nachgedacht, was ich gerne machen würde.
Einerseits hat mir die Arbeit in meinem FSJ Kultur viel Spaß gemacht, sodass ich mit dem Gedanken spiele, das Praktikum in einer Kultureinrichtung zu absolvieren. Gleichzeitig würde ich aber auch gerne mal etwas ganz anderes ausprobieren. Praktika dienen ja dazu, einen Einblick in verschiedene Bereiche und Tätigkeiten zu gewinnen und bieten die Chance, auch mal etwas komplett Neues zu lernen. Mit meinem Beifach BWL gibt es sicher ein paar Möglichkeiten, mein Praktikum in einem Unternehmen zu absolvieren. Und zu guter Letzt möchte ich die Idee von mir als Journalistin auch nicht komplett aus meinem Kopf verschwinden lassen. Jahrelang wollte ich „irgendetwas mit Medien“ machen und Journalismus studieren. Ein Praktikum bei einem Verlag, einem Magazin oder einer anderen Medienanstalt wäre deswegen bestimmt auch sehr aufschlussreich.
An meiner Universität gibt es eine Praktikumsberatung, zu der ich vor Kurzem gegangen bin. Zum einen hatte ich noch ein paar Fragen bezüglich des Praktikums, beispielsweise welche Tätigkeiten überhaupt anerkannt werden. Zum anderen wollte ich zusätzlich Informationen zu Praktika im Ausland einholen. Zwar plane ich aktuell nicht unbedingt, während meines Bachelorstudiums eine längere Zeit im Ausland zu verbringen, aber darüber informieren wollte ich mich trotzdem. Der Termin war dann auch ziemlich lehrreich. Ich habe Antworten auf all meine Fragen bekommen und zusätzlich noch Tipps, wo ich offene Ausschreibungen hier in der Gegend finde. Jetzt kann es also auf die Suche nach freien Praktikumsstellen gehen!

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Nov 17, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Nov 17, 2017

Bachelor live

Don't worry, be happy!

Ich kann mich noch daran erinnern, wie bei meiner Firmung ein Lied von Xavier Naidoo gespielt wurde: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer“. Ich habe das Gefühl, dieses Denken ist tief in unserer Kultur verwurzelt ist. Wir glauben, Herausforderungen annehmen zu müssen und dass der schnelle Weg nicht unbedingt der bessere sein muss …
Als ich in Südafrika ankam, war ich übermüdet und aufgeregt. Hinter dem Flughafen ragten die Berge in den Himmel und nahmen mir spontan den Atem. Ein Verwandter der Südafrikanerin, die unser Workcamp vor Ort leitete, war mit seinem Auto da und sollte mich und zwei weitere Teilnehmer zu unserem neuen Zuhause-auf-Zeit fahren. Die Parkuhr, an der wir bezahlen mussten, wollte jedoch erst nicht funktionieren, das Auto wollte an der Ampel nicht starten und den Weg fanden wir auch nicht. Vielleicht lag es an meiner Müdigkeit, dass ich all das ganz entspannt hinnahm. Irgendwann würde uns schon jemand vermissen und uns anrufen, um uns den Weg zu erklären. Nur funktionierten unsere Handys in Südafrika nicht.
„Warum muss es jetzt Probleme geben?“, fragte unser Fahrer wütend, als er sich auf der Straße nach dem Weg erkundigt hatte, aber niemand weiterhelfen konnte. Wir mussten schmunzeln. Ich kann mich nicht genau daran erinnern, was wir daraufhin gesagt haben, aber es war so etwas wie „Warum den einfachen Weg nehmen, wenn es auch schwer geht?“ Unser Fahrer verstand das anscheinend ziemlich deutsche Sprichwort nicht. „Warum den schweren Weg nehmen, wenn es auch einfach geht?“, gab er zurück: „Warum muss es im Leben Probleme geben? Probleme halten dich nur zurück.“ Ich stutzte. Gerade während meines Freiwilligendienstes hatte ich den Satz „Aus Problemen lernt man“ oft gehört. Die Einheimischen, die wir kennen lernten, beschwerten sich häufig über die Probleme ihres Landes, über HIV, über Kriminalität, über Korruption. Nichts davon hielt sie aber davon ab, danach wieder glücklich zu sein.
Einmal strichen wir in einem Kinderheim eine Wand und eines der Kinder, das uns helfen wollte, stieß versehentlich einen Farbeimer um und schaute mich erschrocken an. „Don't worry“, sagte ich, stellte den Eimer wieder hin und tunkte den Pinsel wieder ein. Ein anderes Kind nickte nur, grinste und stellte sich zu uns. „Don't worry, be happy“, sang das Mädchen spontan.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 16, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Nov 16, 2017