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Bachelor live

Kosovo 1: Die Hauptstadt

Eine gute Freundin von mir studiert derzeit ein Jahr lang im Rahmen des Erasmus-Programms in der Hauptstadt des Kosovos, Pristina. Ein wenig mehr als eine Million Einwohner hat der Kosovo und 200.000 davon wohnen dort – es ist wohl ein toller Ort. Ich mache ich mich also auf mit dem ICE nach Berlin, zum Schönefelder Flughafen und mit dem Billigflieger runter auf den Balkan.
Pristina scheint eine ganz normale europäische Hauptstadt zu sein: Kinder spielen, Hunde bellen, auf dem Markt herrscht reges Treiben. Doch der Balkan-Krieg ist noch nicht lange her. Ab und an fahren Militärfahrzeuge von großen internationalen Missionen, die noch im Land sind, durch die Straßen. Auf dem Hauptplatz der Stadt schwenken Albaner, die größte Volksgruppe im Land, bei einer Demonstration vor dem Parlament ihre Fahnen. Mit den Serben gibt es noch immer Konflikte. Die deutsche Bundesregierung erkannte 2008 die Unabhängigkeit des Kosovo an. Und das Auswärtige Amt warnt: „Es wird […] empfohlen, größere Menschenansammlungen zu meiden und sich über die lokalen Medien über die Sicherheitslage vor Ort zu informieren.“
Im Nationaltheater lasse ich die schöne albanische Sprache auf mich wirken. Hier im Zentrum gibt es unzählige hippe Cafés und Bars, ganze Straßenzüge lang. An jeder Ecke werden Kebab und gute Speisen angeboten – die Küche des Landes ist fleischlastig. Die Bevölkerung ist hauptsächlich islamisch. Das hat mitunter zur Folge, dass man auf dem Turm einer katholischen Kirche steht und ringsherum die Muezzine rufen hört. Der Verkehr ist wild: Fußgänger überqueren die Straßen immer dann, wenn sich eine Lücke auftut. Ein paar Hoteltürme ragen in den Himmel. Wer wohl da oben Champagner trinkt? An jedem Laternenpfahl hängen grün eingerahmte Zettel mit Porträts von alten Leuten und deren Nachrufen. Die Nationalbibliothek, welche gleichzeitig die der Universität ist, ist übersichtlich. Unten gibt es ein Café, da hängen Rauchen-verboten-Schilder an den Wänden, trotzdem sieht man sein Gegenüber kaum durch die dicken Rauchschwaden.
Pristina – eben eine fast ganz normale europäische Hauptstadt.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 28, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 28, 2017

Bachelor live

Kurztrip nach Lissabon

Dank der „Reading Week“ fanden für mich vergangene Woche keine Vorlesungen oder Seminare statt. Diese freien Tage habe ich genutzt und bin mit meinem Freund nach Lissabon geflogen. Da mein Bruder dort seit ein paar Monaten studiert, wollten wir die Gelegenheit nutzen, ihn zu besuchen und uns von ihm die Stadt zeigen zu lassen.
In Portugal wurden wir nicht nur von meinem Bruder empfangen, sondern auch von strahlendem Sonnenschein. Anders als im kalten, verregneten Deutschland schien in Lissabon durchgehend die Sonne und wir hatten jeden Tag Temperaturen über 20 Grad, sodass es sich ein wenig wie Sommerurlaub angefühlt hat.
Mein Bruder und seine Freundin stellten ihr Talent als Reiseleiter unter Beweis: Sie führten uns durch Lissabon und teilten ihr Wissen über Stadt und Leute mit uns. Auch kulinarisch lernten wir Lissabon kennen: Wir probierten beispielsweise „Pastel de Nata“, ein Blätterteigtörtchen gefüllt mit Sahnepudding oder den portugiesischen Likör „Ginjinha“, der aus Sauerkirschen hergestellt wird. Für einen Tag mieteten wir ein Auto, um die Umgebung zu erkunden. Wir besuchten den Palácio Nacional da Pena – ein Schloss in Sintra, das allein schon wegen seiner bunten Fassade und dem märchenhaften Schlosspark sehr sehenswert ist. Außerdem fuhren wir an der Atlantikküste entlang, hielten immer wieder an Aussichtspunkten an und bestaunten die wunderschönen Strände und Klippen Portugals. Trotz der warmen Temperaturen war das Wasser zum Baden leider zu kalt. Insgesamt hat mir Lissabon ausgesprochen gut gefallen und ich wäre gerne noch ein bisschen länger geblieben.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Nov 27, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Nov 27, 2017

Bachelor live

Wie verhält man sich als Tourist?

Eigentlich wollen wir gar keine Touristen sein, fällt mir auf, wenn ich mit Freunden über Reisen und Ausflüge spreche. Viel lieber möchten wir uns für einige Tage wie Einheimische fühlen – die Tourismusbranche weiß das längst und wirbt mit „Geheimtipps“, „Restaurants, in denen auch Einheimische speisen“ und „Pfaden abseits der Touristenwege“. Als ich mich dafür entschied, ein Workcamp in Südafrika zu machen, fühlte sich das durchaus nach einem Pfad abseits der Touristenwege an. Wenn wir morgens im Kinderheim eine Wand strichen und danach in die Innenstadt Kapstadts fuhren, um Fotos von bunten Häusern zu machen, war es oft nicht so einfach zu verkraften, dass Welten zwischen diesen beiden Szenarien lagen.
Trotzdem gibt es für alle, die nach Kapstadt fahren, ein typisches Touristenprogramm. Robben Island gehört zum Beispiel dazu: Auf der Insel stand das Gefängnis, in dem Nelson Mandela während seiner ersten Jahre in Haft saß.
Auch ich wollte mir diese Insel ansehen. Wenn ich ehrlich bin, fühlte es sich jedoch ziemlich seltsam an, mit einer riesigen Touristenfähre zu der Insel gefahren und an der Anlegestelle von Bussen mit gut gelaunten Touristenführern abgeholt zu werden. So schön die Insel sein mochte, nichts wies darauf hin, dass es sich um einen Ort handelte, der ein dunkles Stück der südafrikanischen Geschichte miterlebt hatte. Die Führungen durch die Überreste des Gefängnisses werden jedoch ausschließlich von ehemaligen Insassen geführt – und das schürt Respekt.
Als dennoch jeder aus meiner Touristengruppe einen Gang hinunterrrannte, um ein Foto von sich neben der Zelle zu machen, in der Mandela gesessen, war ich verwirrt. Spätestens aber als eine südafrikanische Schulklasse begann, sich in den Zellen einzusperren, verstand ich die Welt nicht mehr. Ich fand diesen Besuch überhaupt nicht witzig.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Nov 24, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Nov 24, 2017