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Bachelor live

Arabisch: Malen statt schreiben

Ich möchte unbedingt Arabisch lernen. Denn als ich noch in Madrid wohnte, hörte meine französische Mitbewohnerin ständig Musik aus Marokko und Tunesien. Und das Arabisch eines syrischen Freundes von mir klingt auch ziemlich schön. Als er mir ein Wort beibringen sollte, klang es aus meinem Mund aber ganz anders. Da wurde mir mal bewusst, wie schwierig es umgekehrt sein muss, Deutsch zu lernen. Mit meinem Arabischkurs im Sommersemester klappte es aber leider wegen zu weniger Plätze nicht. Die Volkshochschule bot dafür zu Beginn des neuen Semesters einen Schnupperkurs an und das passte perfekt: Ein Wochenende lang ausprobieren, ob ich mit dieser Sprache überhaupt etwas anfangen kann, klang doch ganz gut.
Zahlreiche in meinem Sprachkurs waren selbst Sprachlehrer, die vor allem vor arabischsprachigen Schülern Deutsch unterrichten, und deshalb selbst einen Einblick in deren Muttersprache bekommen wollten. Ich sagte nach meiner Motivation für den Kurs befragt, dass ich herausfinden wollte, ob ich überhaupt eine Sprache mit mir fremden Schriftzeichen lernen möchte.
Zum Glück ging es meiner Arabischlehrerin anfangs eher darum, dass wir einige Worte sprechen lernten. Die kurzen Sätze zur Vorstellung schrieb sie uns in unseren Schriftzeichen auf – sozusagen in einer stark vereinfachten Lautschrift. Auch wenn ich die Grammatik noch nicht verstand, war es ein cooles Gefühl, Arabisch zu sprechen. Dabei faszinierte mich, wie unterschiedlich Sprachen aufgebaut sind. Wusstet ihr beispielsweise, dass das Wörtchen „sein“ im arabischen Präsens nicht übersetzt wird? Statt „Ich bin Marie und ich komme aus Bonn“ heißt es einfach „Ich Marie, ich aus Bonn“.
Mit den Schriftzeichen tat ich mich dann doch schwer. Je nachdem, an welcher Stelle im Wort ein Buchstabe steht, sieht er anders aus. Dazu kommt, dass einige Buchstaben für mich in der Aussprache genau gleich klingen, angeblich aber einen großen Unterschied machen. Allein mein Versuch, meinen Namen mit den fremden Schriftzeichen zu schreiben, fühlte sich eher wie malen an. Sieht jedenfalls hübsch aus!
Und mein Fazit? Ich würde gerne einen längeren Arabischkurs besuchen, wenn dann aber einen Intensivkurs. Es braucht schließlich Zeit, um allein das fremde Alphabet zu lernen.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 20, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Dec 20, 2017

Bachelor live

Auf den Spuren der Prager deutschen Autoren

Eigentlich bin ich ja Slawist, dennoch nahm ich jüngst aus persönlichem Interesse an einer Exkursion der Germanistik nach Prag teil. Das Thema: die Prager deutsche Literatur. Dies ist eine der bedeutendsten Schaffensphasen deutschsprachiger Autoren außerdem Deutschlands. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts – bis 1939, als Prag von den Nationalsozialisten eingenommen wurde und damit das gesamte Gebiet des heutigen Tschechiens besetzt war – lebten in Prag drei große Bevölkerungsgruppen: die Tschechen, die Deutschen und die Juden. Klar, jeder kennt Franz Kafka, aber das war bei Weitem nicht der einzige Vertreter der Prager deutschen Literatur. In der Moldaustadt gab es zu jener Zeit eine literarische Community, die sich in den Kaffeehäusern traf und austauschte.
Die Germanistik-Institute der Leipziger und der Prager Uni widmen sich seit sieben Jahren jährlich je einem Autor des Prager Kreises. Die Projektteilnehmer aus beiden Ländern arbeiten in kleinen Gruppen zusammen und schreiben einen wissenschaftlichen Essay zu einem Aspekt. Am Ende erscheint ein Sammelband mit allen Texten.
Zum Prager Kreis zählte auch Oskar Baum. In Pilsen geboren, erblindete er als Kind und besuchte ein Blindeninternat in Wien. Er wurde Klavier- und Orgellehrer und schrieb Musikkritiken sowie Literatur in seiner Muttersprache. Zurück in Prag, traf er sich regelmäßig mit Kafka, Max Brod und anderen.
Vor Kurzem begann für uns in Prag die Arbeit am Projekt. Wir diskutierten über Motive und unsere Eindrücke, bildeten anschließend Kleingruppen zu verschiedenen Aspekten zweier ausgewählter Erzählungen Oskar Baums und seinem Leben. Die Recherche in Archiven und nach Texten geht für mich richtig los, wenn ich die Rolle und Position Baums innerhalb des Prager Kreises herausarbeiten werde. Im April stellen dann alle Teilnehmer des Projekts in einem Kolloquium in Leipzig ihre bisherigen Forschungsergebnisse vor. Danach werden die Texte für die Veröffentlichung verfasst, welche nächsten Herbst erscheinen soll.
Wir befassen uns aber nicht nur mit Oskar Baum, sondern auch mit Deutschen und Juden im Prag des 20. Jahrhunderts. Daher machten wir einen literarischen Spaziergang. Dabei besuchten wir auch das „Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren“, das die letzte deutsche Prager Autorin, Lenka Reinerová, einst gründete, um die Erinnerungen an die Zeit aufrechtzuerhalten. In einem Dokumentarfilm und der wunderbaren Dauerausstellung erfuhren wir eine Menge über den zeitlichen Kontext Baums.

Bachelor live

Studium oder Praxiserfahrung?

Zwei Semester meines Publizistikstudiums, die sich längst nicht wie ein ganzes Jahr angefühlt haben, sind bereits vorbei. Inzwischen konnte ich einen ganz guten Einblick in meinen Fachbereich gewinnen und erste spezifischere Interessen entwickeln. Was genau ich mit meinem Bachelor in Publizistik mal anfangen werde steht, jedoch noch in den Sternen. Das liegt vor allem daran, dass ich keinen blassen Schimmer habe, wie es in der Berufswelt dieses Fachbereichs aussieht.
Im Studium ist mir schnell aufgefallen, dass hauptsächlich Theorie vermittelt wird. Einen praktischen Bezug gibt es – zumindest bei meinem Studiengang – leider kaum, obwohl gerade eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis meiner Meinung nach extrem wichtig ist, um sich eine realitätsnahe Vorstellung von einem Beruf machen zu können. Mit dem Wissen, das ich bisher in der Uni mit auf den Weg bekommen habe, würde ich mich in einem Unternehmen relativ nutzlos fühlen. Wir lernen Fakten über die Mediengeschichte, Theorien zur Nachrichtenauswahl, Konzepte, die die politische Kommunikation beeinflussen, und wie man theoretisch eine Inhaltsanalyse oder ein Experiment durchführen würde – man beachte den Konjunktiv …
Bei diesem Konzept wird schnell klar, warum jeder Studierende ein dreimonatiges Pflichtpraktikum absolvieren muss. Inzwischen bin ich sehr gespannt darauf, wie mein späteres Berufsleben aussehen könnte und welche Möglichkeiten ich überhaupt habe. Deshalb habe ich mir für meine nächsten Semesterferien ein vorgenommen, ein Praktikum zu absolvieren. Bis jetzt stand dies nicht besonders weit oben auf meiner To-Do-Liste, da ich erst mal einen Einblick in den Studiengang gewinnen und mir klar darüber werden wollte, wo meine Interessen liegen. Jetzt steht das Praktikum ziemlich weit oben auf der Liste und wird mein nächstes kleines Projekt werden.

Autor: Nadine  |  Rubrik: studium  |  Dec 18, 2017
Autor: Nadine
Rubrik: studium
Dec 18, 2017