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Bachelor live

Ein guter Ausgleich ist alles

Wenn mich Verwandte oder Freunde fragen, wie mein Studium läuft und wie es mir an der Uni gefällt, fällt meine Antwort oft weniger euphorisch aus, als sie erwarten. Meist antworte ich, dass es nicht meinen Vorstellungen entspricht – was nicht am Studiengang, sondern an der Universität generell liegt. Ich mag die Publizistik und ich habe das Gefühl, damit die richtige Wahl getroffen zu haben. Ich mag meine Kommilitonen. Und ich mag Mainz als Hochschulstadt. Aber so richtig zufrieden bin ich trotzdem nicht.
Das Studium erfüllt mich persönlich nicht, weil wir täglich über theoretische Konzepte sprechen, die wir aber nie anwenden. Für mich ist das ungefähr so, als würde ich die Tonleiter hoch und runter lernen und mir verschiedene Akkorde in der Theorie aneignen – und dann nie tatsächlich eine Gitarre in die Hand nehmen. Das Lernen an sich erfüllt mich nicht. Das Erfolgserlebnis kommt erst dann, wenn ich das Gelernte anwende und Resultate sehen kann.
Meine Methode gegen diesen Frust? Ein guter Ausgleich ist alles. Ich beschäftige mich mittlerweile neben der Uni mehr mit Dingen, in denen ich Erfolge in der Praxis erzielen kann. Das muss nichts weltbewegendes sein. Gerade habe ich mir beispielsweise von meiner Mutter die Nähmaschine erklären lassen und einen Kissenbezug genäht. Diese Art von Aktivität ist für mich wahnsinnig zufriedenstellend und ein guter Ausgleich für den doch sehr theorielastigen Unialltag. Wem es mit der Uni manchmal ähnlich geht, dem kann ich einen solchen Ausgleich nur wärmstens ans Herz legen.

Autor: Nadine  |  Rubrik: studium  |  Jan 24, 2018
Autor: Nadine
Rubrik: studium
Jan 24, 2018

Bachelor live

Großstadtliebe

Da wir als Nachwuchsredaktionsteam des Tagesspiegel im März zu den Paralympischen Spielen in Pyeongchang fliegen werden, nahmen wir zur Vorbereitung gemeinsam an einem Seminar in Berlin teil. Als ich dort ankam und meine Zimmermitbewohnerin mich fragte, ob ich schon einmal in unserer Hauptstadt gewesen war, musste ich erst einmal zählen: In den vergangenen zwölf Monaten war ich vier Mal dort. Und jedes Mal habe ich mich gefreut, wenn es einen Grund gab, nach Berlin zu fahren: Ich fand die Vielzahl an Sprachen auf den Straßen, die langen U-Bahn-Fahrten, die alternativen Viertel und die leckeren, multikulturellen Restaurants einfach super. Könnte ich mir vorstellen, dort zu leben? Das habe ich mich oft gefragt, aber noch keine Antwort darauf gefunden.
Als ich diesmal in Berlin ankam, war ich zunächst gar nicht so begeistert. Vermutlich lag das auch daran, dass mein Zug Verspätung gehabt hatte. Ich stand abends im Dunkeln an diesem riesigen Bahnhof und wusste gar nicht, wo die Busse eigentlich losfuhren, die mich zum Hostel bringen sollten. Die Busfahrt war mir zu lang, mein Koffer zu schwer, das Wetter zu kalt, die Menschen zu unfreundlich. Alles fühlte sich so anonym und riesig an.
Nach meinem Abitur bin ich für ein Jahr für einen Freiwilligendienst in die spanische Hauptstadt Madrid gezogen und habe sie sowohl davor als auch danach immer wieder mit Berlin verglichen. Madrid ist aber anders, weiß ich jetzt. Vielleicht nehme ich die Stadt nur anders wahr, weil ich dort selbst gewohnt habe, aber Madrid ist für mich aufregender und weniger kalt, näher an der Natur und doch voller Menschen. Auch Brüssel mag ich unglaublich gerne. Die südafrikanische Metropole Kapstadt ist die einzige wirklich riesige Stadt, die mich bislang nicht überzeugen konnte.
Daran musste ich zurückdenken, als ich in Berlin ankam. Kann es sein, dass es zum Großteil von der Größe einer Stadt abhängt, ob wir uns dort wohlfühlen? In Bonn, der Stadt, in der ich studiere, habe ich tolle Freunde gefunden, mir gefällt mein Studium, ich wohne dort gerne – nur den Flair, den eine Großstadt hat, den hat Bonn eben nicht. Da bekomme ich dann doch manchmal Großstadtsehnsucht.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 22, 2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jan 22, 2018

Bachelor live

New Year

Nach einem sehr schönen Start ins neue Jahr in Berlin bin ich nun wieder in Heidelberg und habe noch die letzten Wochen des Semesters vor mir. Eine sehr schöne Nachricht versüßt mir momentan den Alltag: Ich habe die Zusage für das Auslandssemester in Seoul an der Sungkyunkwan Universität erhalten! Nach dem Bewerbungsverfahren hatte ich keine allzu hohen Erwartungen. Einen Tag nach dem Vorstellungsgespräch bekam ich aber die Zusage und konnte mein Glück kaum fassen. Ab September darf ich ein Semester an einer renommierten Universität in der Metropole Seoul verbringen. Meine Aufregung und Begeisterung ist riesig und schon jetzt ist die To-do-Liste ziemlich lang. Ich werde mein fünftes Semester im Ausland absolvieren und dann im sechsten Semester planmäßig meine Bachelorarbeit schreiben und mein Studium abschließen. Das Semester in Südkorea endet schon vor Weihnachten 2018, ich hätte danach also sogar noch Zeit, um zu reisen. Da ich über eine Universitätspartnerschaft ins Ausland entsendet werde, entfallen die Studiengebühren. Weitere Informationen werde ich im Laufe der nächsten Wochen erhalten und mich dann Stück für Stück vorarbeiten. Dank dieser guten Nachricht lässt sich auch die nahende Klausurphase etwas besser aushalten. Dieses Semester stehen vier Klausuren an, für die ich bisher kaum gelernt habe. Mir stehen daher schlaflose Nächte und viele Verzweiflungsmomente bevor. Alles, was ich möchte ist, diese Wochen hinter mich zu bringen und mit positiven Ergebnissen in die Semesterferien zu starten. Wenn es die Möglichkeit gäbe, manche Episoden des Lebens vorzuspulen, würde ich das sofort in Anspruch nehmen. Doch leider gibt es kein Entrinnen und ich muss mich wohl oder übel an den Gedanken an leidvolle Wochen gewöhnen.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 19, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 19, 2018