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Bachelor live

Großstadtliebe

Da wir als Nachwuchsredaktionsteam des Tagesspiegel im März zu den Paralympischen Spielen in Pyeongchang fliegen werden, nahmen wir zur Vorbereitung gemeinsam an einem Seminar in Berlin teil. Als ich dort ankam und meine Zimmermitbewohnerin mich fragte, ob ich schon einmal in unserer Hauptstadt gewesen war, musste ich erst einmal zählen: In den vergangenen zwölf Monaten war ich vier Mal dort. Und jedes Mal habe ich mich gefreut, wenn es einen Grund gab, nach Berlin zu fahren: Ich fand die Vielzahl an Sprachen auf den Straßen, die langen U-Bahn-Fahrten, die alternativen Viertel und die leckeren, multikulturellen Restaurants einfach super. Könnte ich mir vorstellen, dort zu leben? Das habe ich mich oft gefragt, aber noch keine Antwort darauf gefunden.
Als ich diesmal in Berlin ankam, war ich zunächst gar nicht so begeistert. Vermutlich lag das auch daran, dass mein Zug Verspätung gehabt hatte. Ich stand abends im Dunkeln an diesem riesigen Bahnhof und wusste gar nicht, wo die Busse eigentlich losfuhren, die mich zum Hostel bringen sollten. Die Busfahrt war mir zu lang, mein Koffer zu schwer, das Wetter zu kalt, die Menschen zu unfreundlich. Alles fühlte sich so anonym und riesig an.
Nach meinem Abitur bin ich für ein Jahr für einen Freiwilligendienst in die spanische Hauptstadt Madrid gezogen und habe sie sowohl davor als auch danach immer wieder mit Berlin verglichen. Madrid ist aber anders, weiß ich jetzt. Vielleicht nehme ich die Stadt nur anders wahr, weil ich dort selbst gewohnt habe, aber Madrid ist für mich aufregender und weniger kalt, näher an der Natur und doch voller Menschen. Auch Brüssel mag ich unglaublich gerne. Die südafrikanische Metropole Kapstadt ist die einzige wirklich riesige Stadt, die mich bislang nicht überzeugen konnte.
Daran musste ich zurückdenken, als ich in Berlin ankam. Kann es sein, dass es zum Großteil von der Größe einer Stadt abhängt, ob wir uns dort wohlfühlen? In Bonn, der Stadt, in der ich studiere, habe ich tolle Freunde gefunden, mir gefällt mein Studium, ich wohne dort gerne – nur den Flair, den eine Großstadt hat, den hat Bonn eben nicht. Da bekomme ich dann doch manchmal Großstadtsehnsucht.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 22, 2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jan 22, 2018

Bachelor live

New Year

Nach einem sehr schönen Start ins neue Jahr in Berlin bin ich nun wieder in Heidelberg und habe noch die letzten Wochen des Semesters vor mir. Eine sehr schöne Nachricht versüßt mir momentan den Alltag: Ich habe die Zusage für das Auslandssemester in Seoul an der Sungkyunkwan Universität erhalten! Nach dem Bewerbungsverfahren hatte ich keine allzu hohen Erwartungen. Einen Tag nach dem Vorstellungsgespräch bekam ich aber die Zusage und konnte mein Glück kaum fassen. Ab September darf ich ein Semester an einer renommierten Universität in der Metropole Seoul verbringen. Meine Aufregung und Begeisterung ist riesig und schon jetzt ist die To-do-Liste ziemlich lang. Ich werde mein fünftes Semester im Ausland absolvieren und dann im sechsten Semester planmäßig meine Bachelorarbeit schreiben und mein Studium abschließen. Das Semester in Südkorea endet schon vor Weihnachten 2018, ich hätte danach also sogar noch Zeit, um zu reisen. Da ich über eine Universitätspartnerschaft ins Ausland entsendet werde, entfallen die Studiengebühren. Weitere Informationen werde ich im Laufe der nächsten Wochen erhalten und mich dann Stück für Stück vorarbeiten. Dank dieser guten Nachricht lässt sich auch die nahende Klausurphase etwas besser aushalten. Dieses Semester stehen vier Klausuren an, für die ich bisher kaum gelernt habe. Mir stehen daher schlaflose Nächte und viele Verzweiflungsmomente bevor. Alles, was ich möchte ist, diese Wochen hinter mich zu bringen und mit positiven Ergebnissen in die Semesterferien zu starten. Wenn es die Möglichkeit gäbe, manche Episoden des Lebens vorzuspulen, würde ich das sofort in Anspruch nehmen. Doch leider gibt es kein Entrinnen und ich muss mich wohl oder übel an den Gedanken an leidvolle Wochen gewöhnen.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 19, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 19, 2018

Bachelor live

Im Rollstuhl durch Berlin

Im März darf ich mit dem Tagesspiegel im Rahmen des Projekts „Paralympics Zeitung“ zu den Paralympischen Spiele nach Pyeongchang in Südkorea fliegen, um von dort aus zu berichten. Damit wir als Redaktionsteam zusammenwachsen und das Projekt kennenlernen, durften wir bereits eine Woche in der Berliner Redaktion des Tagesspiegels verbringen: Workshops zu Inklusion, ein Ausflug ins Druckhaus und Abende mit Pizza und Recherche standen auf dem Programm.
Außerdem nicht zu vergessen: eine Tour im Rollstuhl durch Berlin. Ein dort ansässiger Hersteller von Prothesen und Rollstühlen bietet diese Touren in Kooperation mit einem gemeinnützigen Verein an. Menschen, die sich in die Lage von Menschen mit Behinderungen versetzen möchten, können neben dem Rollstuhl auch einen Blindenstock samt Augenbinde ausprobieren.
Als ich versuchte, im Rollstuhl über einen Berliner Platz zu fahren, merkte ich, wie schwierig das ist: Das Lenken selbst wirkte zuerst recht intuitiv, aber Unebenheiten waren schwer zu bewältigen. Die erfahrenen Rollstuhlfahrer, die uns dabei begleiteten, meisterten all diese Hürden ohne Anstrengung und sagten, dass dieser Platz noch zu den Gegenden in Berlin gehör, in denen es vergleichsweise einfach sei, sich mit dem Rollstuhl fortzubewegen. Für uns Anfänger war es trotzdem schwer.
Auch spürt man, dass Cafés, Restaurants und Imbissbuden häufig nicht darauf ausgelegt sind: Im Rollstuhl konnte ich kaum über den Tisch eines Getränkestandes blicken, im Café waren die Gänge zu eng, um zu einen Tisch zu gelangen, und am Imbissstand hing die Speisekarte so hoch, dass mir der Tresen den Blick darauf versperrte.
Herausgefunden habe ich dabei vor allem, dass Inklusion nicht nur für Menschen mit Behinderungen wichtig ist: Die Tür des Einkaufszentrums, die sich auf Knopfdruck öffnen lässt, wurde immer wieder auch von Müttern mit Kinderwagen genutzt. Auch sie brauchen beispielsweise breitere Wege in Cafés. Mir ist dabei gewusst geworden: Inklusion ist für alle da.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 16, 2018