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Bachelor live

Mein erstes Vorstellungsgespräch - Teil 1

Ein paar Tage, nachdem ich die ersten Bewerbungen für ein Praktikum verschickt hatte, trudelten so langsam die ersten Absagen, aber auch Einladungen zu Vorstellungsgesprächen ein. Die Absagen waren meist kurz gehalten und verwiesen höflich darauf, dass in dem gewünschten Zeitraum keine Praktikumsplätze zur Verfügung stehen würden.
Am meisten freute ich mich über die positive Rückmeldung zu meinem Bewerbungsschreiben und die damit einhergehende Einladung zu einem persönlichen Gespräch von einer PR-Agentur in Frankfurt. Ich hatte am schwarzen Brett in der Uni einen Aushang dieser Agentur gesehen und fühlte mich direkt angesprochen. Angeboten wurde ein dreimonatiges Praktikum im Bereich „Consumer Brands“ mit den Schwerpunkten Travel, Lifestyle, Fashion und Food. Darüber hinaus die Chance auf eine internationale Vernetzung sowie Einblicke in die klassische und moderne PR.
Guter Dinge habe ich mich also auf den Weg nach Frankfurt zu meinem – wie mir dann auffiel – ersten richtigen Vorstellungsgespräch gemacht. Die Aufregung hielt sich in Grenzen, da ich mich ganz gut präsentieren kann und auch keine Scheu vor Gesprächen mit Fremden habe. Außerdem fühlte ich mich gut vorbereitet und motiviert, da ich diesen Praktikumsplatz wahnsinnig gerne haben wollte.
Zu Anfang des Gesprächs erzählten mir meine Gesprächspartnerinnen in wenigen Sätzen etwas über die Agentur. Danach sollte ich mich vorstellen und über meine bisherigen Erfahrungen berichten. Also erzählte ich von meiner Tätigkeit als Bloggerin, meinem Nebenjob im Social-Media-Monitoring für eine PR-Agentur in Wiesbaden, die Arbeit als Hostess auf verschiedenen Messen und dem einen oder anderen weiteren Nebenjob. Die Damen schienen allerdings wenig beeindruckt. Eine von ihnen hakte nach, ob ich bereits Erfahrungen im Journalismus vorzuweisen hätte, ob ich beispielsweise schon mal eine Pressemitteilung verfasst hätte. Beides musste ich leider verneinen. In mir stieg ein ungutes Gefühl über den weiteren Verlauf des Gesprächs auf …

Autor: Nadine  |  Rubrik: studium  |  Feb 22, 2018
Autor: Nadine
Rubrik: studium
Feb 22, 2018

Bachelor live

Wasserkrise in Kapstadt

Den vergangenen Sommer habe ich in an einem Workcamp in der Nähe von Kapstadt teilgenommen. Wir haben in einem kleinen Haus auf dem Grundstück eines Pastors gelebt, die Familien aus der Kirchengemeinde kennengelernt, sind mit ihnen wandern gegangen und haben mit ihnen gekocht. Vormittags haben wir den Garten der Kirche umgegraben und neu gestaltet, einen gemeinsamen Abend für die Familien organisiert und für die örtliche Suppenküche gekocht. All die Begegnungen mit derart hilfsbereiten und gastfreundlichen Menschen waren unfassbar eindrucksvolle Erfahrungen, an die ich ein halbes Jahr später zurück in Deutschland noch oft zurückdenke.
Während bei uns gerade der Sommer zu Ende ging, begann in Südafrika der Frühling. Die Nächte waren noch eiskalt, die Tage mitunter aber schon wunderbar warm. In den vergangenen Monaten, in denen es eigentlich kühl genug für Regen gewesen wäre, bleibt es trocken. Sogleich wurde der Wasserverbrauch gedrosselt. Wir durften beispielsweise kein Wasser aus den Lagertanks entnehmen, um den neu angelegten Garten zu wässern. Stattdessen füllten wir gebrauchtes Spülwasser regelmäßig in Kanister um. Vor unserem Abflug hatte ich einen Blogpost mit dem Titel „Wie viel Wasser brauchst du?“ geschrieben. Auf unserem Vorbereitungsseminar sprachen wir zwar in der Theorie darüber, wussten dabei aber noch gar nicht, dass uns das Thema schon bald mehr und mehr beschäftigen würde.
Beim Wasserverbrauch bezieht man meist auch den virtuellen Wasserverbrauch mit ein. Das ist beispielsweise das Wasser, das bei der Herstellung des T-Shirts benötigt wurde, das ich gerade trage, oder des Brots, das ich gerade esse. Dazu kommt natürlich das Wasser, das wir direkt benutzen, fürs Trinken, aber auch zum Duschen, Waschen oder für die Klospülung.
Ende Januar wurde in Kapstadt der tägliche Wasserverbrauch pro Person auf 50 Liter reduziert – zum Vergleich: Ein Deutscher verbraucht täglich etwa 123 Liter. Die Angst ist groß, dass eines Tages die Leitungen leer bleiben. Wenn ich heute Fotos von Parks sehe, die ich noch blühend und grün gesehen habe und die heute verdorrt sind, bin ich ratlos. Es fühlt sich falsch an, dass wir vor einigen Monaten noch dort waren und selbst geduscht haben. Und es ist ein unfassbarer Gedanke, dass uns etwas, das wir als so selbstverständlich ansehen wie Wasser, vielleicht irgendwann ausgehen könnte.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Feb 22, 2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
Feb 22, 2018

Bachelor live

Küchenkonzerte

Hier in Marburg gibt es ein Café, in dem an zwei Abenden in der Woche sogenannte Küchenkonzerte stattfinden. Dabei handelt es sich um kleine Konzerte von unbekannten Musikern, die mit Gitarre, Cajon oder anderen Instrumenten musizieren und selbstgeschriebene Songs vortragen. Über den Begriff „Küchenkonzerte“ habe ich mich anfangs ein bisschen gewundert – Wohnzimmerkonzerte kannte ich, aber Küchenkonzerte?
Als ich zum ersten Mal zu einem dieser Konzerte ging, erfuhr ich, dass der Eintritt frei ist und die Musiker auch keine Gage bekommen. Das liegt daran, dass das Café renoviert werden muss und diese Konzerte eingeführt wurden, um sich finanziell über Wasser zu halten. Das Konzept scheint aufzugehen: Jedes Mal, wenn ein Küchenkonzert stattfindet, ist das Café voll besetzt, sodass immer auch ein paar Leute stehen oder sich auf den Boden setzen müssen. Die Einnahmen durch Speisen und Getränke kommen dem Café zugute und für die Musiker geht ein Klingelbeutel rum, sodass auch diese nie leer ausgehen. Wenn alles weiterhin gut klappt, kann die Renovierung des Cafés fertiggestellt werden, sodass solche Veranstaltungen künftig in einem größeren Nebenraum stattfinden können. Bis dahin wird im Hauptraum des Cafés gespielt, weswegen Hintergrundgeräusche vom Thekenservice und der Spülmaschine nicht zu vermeiden sind. Und daher auch der Name „Küchenkonzerte“.
Mir gefällt dieses Format ziemlich gut, weswegen ich mir vorgenommen habe, öfter dort hinzugehen. Ich stelle nämlich immer wieder fest, dass jemand nicht bekannt sein muss, um schöne Musik zu machen und gute Songs zu schreiben. Außerdem verbringe ich dort gerne einen netten Abend mit meinen Freunden und helfe mit jedem Getränk gleichzeitig dabei, dass diese Konzerte noch lange stattfinden können.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Feb 21, 2018