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Bachelor live

Über Asyl diskutieren

Seit meinem ersten Semester an der Uni gehe ich zusammen mit anderen Trainern im Namen der Schwarzkopf-Stiftung an Schulen in NRW und spreche mit Schulklassen über die Europäische Union und über Asylrecht. Das ist immer wieder spannend: In jeder Klasse agieren die Schüler anders miteinander, jedes Mal höre ich neue Meinungen. Wir versuchen, ihnen eine Chance zu geben, alles zu sagen, was in ihren Köpfen herumschwirrt. Vor einem Lehrer, der sie später benoten wird, möchten sie ihre Meinung vielleicht nicht so offen kundtun, aber uns sehen sie nie wieder. Wir schaffen einen sicheren Raum.
In meinem ersten Jahr an der Uni habe ich solche Kurse nur zum Thema Europäische Union gehalten, dieses Semester kam das Thema Asylrecht dazu. Einfach finde ich das noch nicht: Es gibt Schüler, die einen Bezug dazu haben, beispielsweise weil sie sich selbst in der Hausaufgabenbetreuung für geflüchtete Minderjährige engagieren. Andere haben sich noch keine Meinung zu dem Thema gebildet.
Außerdem ist es nicht einfach, zu verstehen, auf welcher Basis die politischen Entscheidungen getroffen werden: Genfer Flüchtlingskonvention, Grundgesetz, subsidiärer Schutz – all das sind wichtige Begriffe, um zum Beispiel die Diskussion rund um den Familiennachzug zu verstehen. Wenn wir am Ende des Kurses die Fragen der Schüler besprechen oder sie in verschiedene Rollen – vom Regierungschef der Slowakei bis zum Menschenrechtsaktivisten – schlüpfen lassen, können sie das Wissen meist bereits gut anwenden.
Auch ethische Aspekte sind heikel. Es geht um die Frage, ob jemand ein neues Leben an einem anderen Ort beginnen darf. Es geht um Menschen, die im Mittelmeer ertrinken. Und es geht um Grenzen und Gesetze, die manchmal willkürlich erscheinen. Ich fühle mich da oft sehr privilegiert – schließlich habe ich nichts dafür getan, in einem Land geboren worden zu sein, das sicher ist, das mir Perspektiven für meine Zukunft eröffnet und aus dem ich niemals fliehen musste. Und doch sitzen wir ganz entspannt in dem so sicheren Umfeld einer Schule und diskutieren zwischen der Frühstückspause und dem Schulgong über Fragen, die für andere Menschen unglaublich viel bedeuten.

Bachelor live

Bye-bye Heidelberg!

Als ich gestern mit zwei großen Koffern und einer prall gefüllten Ikea-Tüte am Heidelberger Hauptbahnhof stand, wurde mir klar, dass der Tag des Abschieds gekommen war. Ich hatte bereits alle Bücher abgegeben, die Wohnungsschlüssel überreicht und mein in drei Jahren angesammeltes Hab und Gut eingepackt. Ich war bereit, Heidelberg fürs Erste den Rücken zuzukehren.
Jetzt sind alle meine Klamotten, Schuhe, Dokumente und sonstiger Kram in Essen und warten darauf, irgendwann wieder in Regalen verstaut zu werden. Ich werde bis Januar nächsten Jahres keinen festen Wohnsitz haben. Im April und Mai wohne ich in Berlin als Zwischenmieterin in zwei unterschiedlichen WGs und für den Zeitraum Juni bis August habe ich ein Zimmer in einem Wohnheim in Frankfurt gefunden. Da ich ab September im Ausland sein werde, kann ich offiziell sagen: Bye-bye Heidelberg! Ab jetzt werde ich hier nur noch zu Besuch sein.
Momentan habe ich aber noch nicht realisiert, dass ich die Heidelberger Universität bis Januar nicht mehr besuchen muss. Es fühlt sich alles etwas surreal an und ist einfach noch zu frisch. Traurig oder wehmütig macht mich der Abschied auf jeden Fall nicht, dafür freue ich mich viel zu sehr auf alles Kommende. Praktika, andere Städte und dann sogar andere Kulturen … das alles ist einfach zu gut, um wahr zu sein! Der ganze Frust und Stress meiner ersten drei Semester hat sich letztendlich doch gelohnt.
Jetzt geht es erst mal zum Familienurlaub nach Lissabon – und danach bin ich gespannt auf diesen neuen Abschnitt meines Lebens!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Apr 5, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Apr 5, 2018

Bachelor live

Wrestling und Memes an der Uni?

Memes kennt ihr mit Sicherheit, in letzter Zeit sind sie schließlich nicht mehr aus Facebook und Co. weguzudenken. Das können Bilder, Gifs oder kurze Videos sein, die durch ihre Botschaft viral gehen. Doch habt ihr schon einmal daran gedacht, euch wissenschaftlich mit Memes zu beschäftigen? Ich bis vor Kurzem jedenfalls nicht.
Und habt ihr schon mal Wrestling gesehen? Ich ehrlicherweise tatsächlich, allerdings eher versehentlich: Als ich in Madrid wohnte, verbrachten wir die Wochenenden oftmals in Kulturhäusern, in denen es Ausstellungen, Theaterstücke und mehr gab. Eines Tages, als wir eigentlich nur einen Kaffee trinken und einige Bilder anschauen wollten, sahen wir uns plötzlich mit einer Menschenmasse und einem Wrestlingkampf konfrontiert. Heute weiß ich, dass Wrestling eingeübt ist und nur so übertrieben wirkt, aber damals war ich schlicht und einfach überrascht.
Warum ich diese beiden Phänomene anspreche? Im vorigen Semester habe ich ein Seminar belegt, das sich Donald Trump aus kulturwissenschaftlicher Perspektive nähert. Wrestling, Memes, aber auch Fernsehserien, Internetforen und mehr – all das sind Medien, die sich dem US-amerikanischen Präsident widmen. Ich fand es spannend, einmal nicht nur über politische Inhalte zu sprechen, sondern zu überlegen, welche weiteren kulturwissenschaftlichen Faktoren dazu führen, dass Menschen für einen bestimmten Präsidentschaftskandidaten stimmen. Wrestling und Memes sind dabei nur zwei Beispiele.
Gerade Memes haben mich dabei fasziniert. Sie stammen ursprünglich von der Plattform 4chan, der Wiege der Anonymous-Bewegung. Das ist eine Webseite, genau genommen ein Imageboard, auf dem ähnlich wie in einem Forum Bilder veröffentlicht und diskutiert werden können. Und könnte es einen besseren Ort für die Entstehung von Memes geben? Manchmal ist es unglaublich spannend, Medien unseres täglichen Lebens einmal genauer nachzugehen!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Mar 22, 2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
Mar 22, 2018