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Bachelor live

Bewegung an der Grenze

Es war ein laues Spätsommerwochenende, als wieder einmal junge Menschen aus Deutschland und Tschechien zusammenkamen, um gemeinsam zu diskutieren, zu arbeiten und voneinander zu lernen. Es war das nunmehr dritte Plenartreffen des Deutsch-tschechischen Jugendforums, das im oberpfälzischen Waldmünchen stattfand und auf dem ich als Sprecher des Forums dabei war.
Einen passenderen Ort konnte es für das Treffen mit dem Oberthema „Grenzen“ wohl kaum geben, denn Waldmünchen liegt unweit der tschechischen Grenze. Dem Thema näherten wir uns aus verschiedenen Blickwinkeln an. So gab es Workshops zur Landschaftsarchitektur im deutsch-tschechischen Grenzgebiet und zu den ökologischen Grenzen unseres Planeten.
Höhepunkt war aber vor allem das World-Café: Hier stellten verschiedene Vertreter der deutsch-tschechischen und der bayerisch-tschechischen Zusammenarbeit ihre Projekte vor. Ein Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes erklärte zum Beispiel, wie es dazu kam, dass eine Frau einmal auf Deutsch und einmal auf Tschechisch für tot erklärt werden musste. Außerdem erzählte er, dass man, wenn man als Deutscher hinter der Grenze in Tschechien verunglückt und in ein deutsches Krankenhaus gebracht werden möchte, an der Grenze von einem tschechischen in einen deutschen Krankenwagen verladen werden muss, da die Krankenwagen nicht einfach ins Nachbarland fahren dürfen. Hier herrscht doch definitiv noch Nachholbedarf bei der Zusammenarbeit beider Länder. Außerdem gut zu wissen: Als deutscher Tourist in Tschechien wird man automatisch Organspender, da in Tschechien das Widerrufsrecht gilt.
Sehr interessant war auch die Vorstellung der Arbeit des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit Petrovice-Schwandorf. Das Zentrum ermöglicht zum Beispiel Einblicke in Akten und kümmert sich darum, dass ein Verbrecher, der mit dem Auto über die Grenze fährt, weiter verfolgt wird.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 5, 2018
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 5, 2018

Bachelor live

An der eigenen Website basteln

Als Jugendliche habe ich angefangen, etwas HTML zu lernen und an Webseiten herumzubasteln. Damals gab es noch keine Content-Management-Systeme wie Wordpress oder Typo3, mit denen heute die meisten Webseiten und insbesondere Blogs entstehen. Das Spannende daran: Auf der einen Seite ist ein Code, der recht trocken und mysteriös aussieht, auf der anderen Seite eine kunterbunte Webseite. Wenn ich am Code schreibe, weiß ich zwar, was ich haben möchte und wie ich mir meine Webseite vorstelle. Wenn ich sie dann aber aktualisiere, um zu sehen, was meine Änderungen im Code bewirkt haben, ist mitunter doch alles anders. Dann muss getüftelt werden, bis der Code genau das macht, was ich von ihm möchte.
Ich studiere Medienwissenschaft – das ist vor allem ein wissenschaftliches Studium. Da werden Zeitungen, YouTube-Videos, Filme, Werbung und Bücher analysiert. An meiner Uni gibt es aber auch zwei Praxiskurse. In diesem Jahr belege ich einen Onlinekurs und arbeite inzwischen an meinem Abschlussprojekt: einer Webseite, die ohne jegliche Systeme wie Wordpress oder ähnliches funktionieren und mindestens eine Reportage sowie ein weiteres multimediales Element enthalten muss.
Im März war ich als Nachwuchsjournalistin bei den Paralympischen Spielen und habe dort einen Podcast gemacht. Das war vor allem zu Übungszwecken, aber im Hinterkopf hatte ich schon, dass ich ihn vielleicht für mein Abschlussprojekt gebrauchen könnte.
Für die Reportage wollte ich mich in meiner Unistadt umschauen: Welche spannenden Geschichten aus dem Sport mit Behinderung gibt es hier, über die ich schreiben könnte? Über mehrere Ecken habe ich eine Studentin gefunden, die Blindenfußball spielt – und sich für ein Interview bereiterklärte. Eine Freundin von mir, die gerne fotografiert, machte auf dem Fußballplatz Bilder von ihr.
In den nächsten Wochen muss ich an meinem Code basteln. Auf einem Collegeblock habe ich mir aufgemalt, wo die Links zu Reportage und Podcast stehen, welche Kästen Schatten werfen sollen und welche Buttons sich automatisch einfärben sollen, wenn man mit der Maus über sie fährt. Nun geht’s ans Tüfteln!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Oct 2, 2018
Autor: Marie
Rubrik: studium
Oct 2, 2018

Bachelor live

Vergiss mein nicht

In den Semesterferien muss ich eine der wenigen theoretischen Arbeiten im Laufe meines sonst so praktisch angelegten Studiums an der Filmhochschule schreiben. Ich studiere Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik, was im Kern ein Regiestudium für dokumentarische Kurz- und Langfilme beinhaltet. In unserer Ausbildung wird aber auch stark darauf geachtet, dass man jeden Bereich der Filmproduktion einmal kennengelernt und ausprobiert hat, zum Beispiel Kamera, Ton und Schnitt. Oberstes Prinzip ist dabei immer Learning by Doing: Statt mit Vorlesungen ist unser Semester meist voll von Seminaren mit rein praktischem Inhalt.
Jetzt in der vorlesungs- beziehungsweise seminarfreien Zeit zwischen zweitem und drittem Semester sollen wir aber eine theoretische Arbeit anfertigen, die in die Endbenotung einfließen wird. Dabei handelt es sich um die Analyse der Machart eines Dokumentarfilms – zehn Seiten reiner Text. Der Umfang ist also überschaubar, die Analyse aber doch aufwendiger, als ich dachte. Ich soll herausarbeiten, wie andere Filmemacher Themen angegangen sind und in einen Film verpackt haben, um dieses Wissen für meine eigene Arbeit zu nutzen. Betreut werden wir dabei von einem externen Dozenten, der Filmwissenschaftler ist und lange Zeit das Dokumentarfilmfest, kurz DOK.fest, in München leitete.
Mit der Themenfindung habe ich mich lange schwer getan, weil ich einen Film nehmen wollte, der mir wichtig ist. Film und Schwerpunkt sind frei wählbar und für mich als Filmliebhaber ist diese unbegrenzte Freiheit daher nicht gerade förderlich. Ende Juli habe ich mich festgelegt auf den anrührenden Film „Vergiss mein nicht“ von David Sieveking. Darin erzählt der Regisseur auf heiter-melancholische Weise von der Pflege seiner an Alzheimer erkrankten Mutter. Nach mehrmaligem Schauen stand mein endgültiges Thema fest: Ich analysiere die Dramaturgie im ersten Akt des Films. Das heißt, ich schaue, in welcher Struktur der Film seine Geschichte erzählt und was die Reihenfolge der Szenen aussagt. Gleichzeitig überlege ich, was Auslassungen in der realen Handlung bewirken. Denn das, was nicht im Film vorkommt, erzählt mindestens genau so viel, wie das, was am Ende drin gelandet ist.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Oct 2, 2018
Autor: Conny
Rubrik: studium
Oct 2, 2018