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Bachelor live

Plagiat

Gedanken und Ideen anderer Personen müssen in jeder wissenschaftlichen Arbeit gekennzeichnet und mit entsprechenden Quellennachweisen versehen werden. Alles andere zählt als Diebstahl geistigen Eigentums und wird als Plagiat gewertet. Dass ein Plagiat streng verboten ist und bei Studierenden unter Umständen sogar zu einer Exmatrikulation führen kann, habe ich bereits im ersten Semester gelernt.
Daher war ich ziemlich schockiert, als ich eine E-Mail meiner Dozentin erhielt, in der sie mir mitteilte, dass sie meine Hausarbeit als Plagiat und damit mit null Punkten bewerten muss. Bei der Hausarbeit handelte es sich um eine Gruppenarbeit, an der ich zusammen mit zwei anderen Studierenden im vergangenen Semester gearbeitet habe. Es stellte sich heraus, dass sich die betroffenen Stellen nur in einem Kapitel der Arbeit befanden. Meine Gruppenmitglieder und ich hatten uns die Arbeit aufgeteilt, sodass jeder ein anderes Kapitel schrieb. Das besagte Kapitel stammte nicht aus meiner Feder, doch wir mussten alle die Verantwortung dafür tragen.
Da der Kommilitone, der das besagte Kapitel verfasst hatte, nicht zu erreichen war, gingen wir wenige Tage später ohne ihn zu unserer Dozentin in die Sprechstunde. Dort besprachen wir die verschiedenen Möglichkeiten. Eine Möglichkeit war, dass wir alle drei null Punkte bekamen und das Prüfungsamt entscheiden sollte, wie mit dem Plagiatsversuch umgegangen werden sollte. Die zweite Möglichkeit war, dass sich der Kommilitone, der das Plagiat verschuldet hatte, dazu bekannte. In diesem Fall bekamen wir zwei anderen die Möglichkeit, die Hausarbeit noch einmal zu bearbeiten und im Zweitversuch abzugeben.
Zum Glück kam es so dann auch. Nachdem wir unser drittes Gruppenmitglied endlich erreichten und die Situation erklärten, schrieb er unserer Dozentin eine E-Mail und stand zu seinem Kapitel. Damit kamen wir anderen also noch einmal mit einem blauen Auge und einem großen Schrecken davon.

 

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  08.11.2018

Bachelor live

Ich bin B.A. - Teil 2

2015. Die Fristen für die Bewerbung auf die Bachelorstudiengänge nahten. Was sollte nur aus mir werden? Nach dem Abi zog es mich in den künstlerischen Bereich, am liebsten zum Theater. Etwas anderes konnte ich mir gar nicht vorstellen. Doch ich scheiterte an den Aufnahmeprüfungen für die ersehnten theaterwissenschaftlichen Studiengänge. Die Erleuchtung kam, als mir eine Freundin erzählte, sie wolle in Leipzig Tschechisch studieren. Gute Idee, dachte ich mir, schrieb mich ein und ging nach Leipzig – und tat mir zunächst schwer. Zum Glück hatte ich eine Freundin an meiner Seite, die bereits im Master war und mich vom Beginn bis zum Ende des Studiums begleitete. Ohne sie? Vermutlich hätte ich das Studium abgebrochen.
Im Studium habe ich eine Menge gelernt. Mein vor drei Jahren noch recht rudimentäres Tschechisch ist mittlerweile auf einem Niveau, das man „fließend“ nennen darf. Ich habe Polnisch gelernt und neben Sprach- und Literaturwissenschaft auch einen Einblick in andere wissenschaftliche Disziplinen gewinnen können – vor allem Deutsch als Fremdsprache und Translatologie begeisterten mich.
Zum Glück bot das Studium der Westslawistik auch genügend Raum für Projekte außerhalb der Uni. Ich arbeitete in einer Senioren-WG, dann im Theater, inszenierte Theateraufführungen und spielte selbst mit, drehte Filme und war Komparse in Spielfilmen. Außerdem war ich im Deutsch-tschechischen Jugendforum aktiv, unterrichtete Tschechisch an der Volkshochschule, schrieb einen Reiseführer für Prag, nahm an Sommerschulen in Leipzig, Prag und Olomouc teil. Ich absolvierte ein Praktikum an einem Theater in Tschechien und war auch sonst viel unterwegs. Ich bin mit dem Zug nach Kiew gefahren und mit dem Boot durch Venedigs Wasserstraßen. Ich stand auf dem Dach des Mailänder Doms und fuhr an die französische Atlantikküste. Ich trank belgisches Bier in Brüssel und Cola im verrauchten Bistro der kosovarischen Nationalbibliothek. Ich habe also so einiges erlebt als angehender Bachelor of Arts.

 

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  07.11.2018

Bachelor live

Die glorreichen Sieben

An der Hochschule für Fernsehen und Film München studiere ich Dokumentarfilm- und Fernsehpublizistik. Es ist also ein Regie-Studium für Filme, die mit der Realität, nicht mit Drehbüchern oder Schauspielern arbeiten. Wir lernen nicht nur, was man als Regisseur können muss, sondern übernehmen im Laufe der Zeit auch immer wieder Kamera, Schnitt, Ton und sonstige Aufgaben, die bei einer Filmproduktion wichtig sind.
Jedes Jahr werden in meinem Studiengang etwa zehn neue Studierende angenommen, wobei die Bewerber ein mehrstufiges Verfahren durchlaufen müssen. In meinem Jahrgang sind wir nur zu siebt. Der Zusammenhalt ist daher gut, obwohl in künstlerischer wie auch in persönlicher Hinsicht sehr verschiedene Charaktere aufeinandertreffen. Mit 21 Jahren bin ich das Küken der Gruppe, die Jahrgangsälteste ist 27 Jahre alt – wir sind also gut durchgemischt, was eine große Stärke unserer Gruppendynamik ausmacht. Ähnlich sieht es mit den jeweiligen Vorerfahrungen aus. Einige arbeiten sehr professionell, haben vorher studiert oder bereits für große Fernsehsender gedreht. Andere, wie zum Beispiel ich, haben vor der HFF vor allem eigene kleinere Filmprojekte realisiert und sich darüber technische Fähigkeiten erarbeitet.
Im Unterricht unserer Abteilung befassen wir uns mit verschiedenen Themen: Lichtsetzung, Kameraauflösung, Schnitt, aber auch weniger technische Fächer wie Gesprächsführung, Rechercheübungen und Filmanalysen. Insgesamt ist das Angebot also sehr breit gefächert und vor allem auf das praktische Erlernen der Filmproduktion ausgerichtet. Jedes Jahr wird von uns ein Film gedreht. Für den nächsten Film bilden sich aktuell die Teams – neben Sympathie geht es dabei vor allem um gemeinsame Themenvorstellungen. Sich die kreative Leitung über ein Jahr hinweg zu teilen, ist eine beachtliche Aufgabe, bei der man den Partner mit Bedacht wählen sollte.