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Bachelor live

Das Nest

In der Nähe meines ehemaligen Gymnasiums befindet sich ein kleiner Bürgerfernsehsender, der Offene Kanal Wettin e.V. oder auch das „Nest“ genannt. Dort kann jeder als Nutzer aktiv werden, was bedeutet, dass man Filmtechnik kostenlos leihen und für eigene Beiträge und Projekte verwenden kann. In erster Linie wird der Kanal aber für Ausbildungen, FSJ oder Praktika genutzt.
Ich selbst nutzte dieses großartige Angebot während meiner Schulzeit sehr intensiv ab der zehnten Klasse. 2013 drehte ich hier mein erstes Filmprojekt und war bis zu meinem Abitur 2016 sehr aktiv. Die Erfahrungen, die ich hier sammelte, waren maßgeblich daran beteiligt, dass ich ein Jahr später an der Filmhochschule in München angenommen wurde. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich Zeit hatte, zur alljährlichen Feier im Nest zu gehen, zu der alle Freunde des Offenen Kanals eingeladen sind. Da kamen Aktuelle, Ehemalige, Zukünftige und Festangestellte zusammen und labten sich am weißrussischen und österreichischen Buffet, das die europäischen Freiwilligen gekocht hatten.
Es war sehr schön und spannend, zu sehen und zu hören, wie es allen geht und was sie jetzt so treiben. Ich unterhielt mich mit Leuten, die früher mein Vorbild waren und wurde auf gewisse Art und Weise auch selbst zum Vorbild. Ein Abiturient vom Gymnasium, der ab Herbst ein FSJ im Nest machen wird, interessierte sich sehr für mein Studium an der Filmhochschule. Er überlegt, sich dort auch zu bewerben, weshalb wir uns eine ganze Weile darüber unterhielten.
Der Leiter des Offenen Kanals rief am Abend zu seiner berühmt-berüchtigten Rede zusammen. „Dauert nur eine Stunde“, sagte er und alle wussten, dass er es natürlich ernst meinte. Die Mitgründerin des Kanals bat uns am Ende noch, unsere Erfahrung und die Weltoffenheit, die wir in dem Dorf an der Saale erfahren haben, zu nutzen und hinaus in die Welt zu tragen. Wenn ich das so schreibe klingt es zwar pathetisch, aber als wir da saßen, die versammelte Mannschaft aus allen Ecken der Welt, wirkte diese Botschaft so relevant und wahr wie nie.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Jul 2, 2019

Bachelor live

Schauspielerin werden?

„Enne, erklär mir doch bitte nochmal, was du jetzt genau studierst? Aha, und was willst du dann später beruflich damit machen?“ So oder so ähnlich verliefen einige Gespräche mit meinen Freunden und meiner Familie, kurz nachdem ich mein Studium in Hildesheim begonnen hatte. Dass ich selbst nach den ersten Wochen noch nicht wirklich wusste oder beschreiben konnte, was sich hinter dem Studiengang „Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis“ verbirgt und ich auch noch keinen konkreten Berufswunsch äußern konnte, brachte mich in so einige unangenehme Gesprächssituationen. Viele Menschen aus meinem Umfeld dachten zum Beispiel, dass ich Schauspielerin werde, obwohl ich ihnen das so nie gesagt hatte. Selbst, Kommilitonen und Kommilitoninnen, die schon mehrere Jahre in Hildesheim studieren, finden nicht direkt passende Worte, die das Studium in seiner Fülle beschreiben. Ich mochte jedoch von Anfang an den Gedanken, dass ich mir mein Studium so frei gestalten kann und mich jetzt beruflich noch nicht festlegen muss.
Was ich aber nicht wollte und immer noch nicht will, ist Schauspielerin zu werden. Das hat nichts damit zu tun, dass mir das Schauspielern oder das künstlerische Arbeiten keinen Spaß machen. Während meiner Schulzeit war ich bereits in einer Schauspielgruppe für Jugendliche und das Spielen mit den anderen brachte mir immer sehr viel Freude. Doch gerade, wenn die Aufführung näher rückte, merkten wir alle, wie anstrengend dieser Beruf sein konnte. Und ich war traurig, dass ich mir den Spaß an der Schauspielerei, meinem liebsten Hobby, so schnell nehmen ließ. Während meines Freiwilligen Sozialen Jahres, welches ich an einem deutschen Theater absolvierte, hatte ich zudem viel Kontakt zu Schauspielern und Schauspielerinnen und bekam oft mit, wie die Arbeitssituation war. Ich merkte, dass mir die nötige Leidenschaft für die Schauspielerei fehlte und die Nachteile dieses Berufs für mich überwiegten. Jetzt bin ich sehr froh in Hildesheim zu sein, nebenbei als Hobby weiter auf der Bühne zu stehen und zu wissen, dass mir noch viele weitere Türen offenstehen.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Jul 1, 2019
Autor: Enne
Rubrik: studium
Jul 1, 2019

Bachelor live

Mehrgenerationen-WG

Nach jahrelangem Zusammenwohnen mit meiner Familie, bin ich nun mit einer Freundin in eine Zweier-WG gezogen. Die Wohnung liegt in unmittelbarer Nähe zu meinem Campus – hervorragende Voraussetzungen! Allerdings hat mir auch meine vorherige Wohnsituation viel bedeutet.
Aus meinem Heimatdorf kenne ich es, dass die Großeltern oft in einem Haus mit ihren Kindern und Enkeln leben. Meine Großeltern wohnten jedoch in Münster - 90 Minuten Autofahrt entfernt. Während meine Freundinnen nach der Schule fast täglich zu ihren Großeltern gingen, freute ich mich auf die Sommerferien, in denen ich eine Woche lang meine Großeltern besuchen durfte.
Den Studienbeginn in Münster sah ich dann als Chance, mehr Zeit mit meinen Großeltern zu verbringen und zog in das Kellergeschoß ihres Hauses. Auch meine Mutter, die hier arbeitet, wohnt tageweise im selben Haus und meine Tante kommt monatlich zu Besuch. Irgendwie ist das auch eine WG – eine im Trend liegende „Mehrgenerationen-WG“, nur mit dem Unterschied, dass wir miteinander verwandt sind. Zusammen in einem Haus zu wohnen hat durchaus Vorteile: Meine Oma unterstützte mich mit großmütterlicher Fürsorge und nahm mir insbesondere in Prüfungsphasen viel Arbeit ab. Im Gegenzug half ich ihr bei Aufgaben, die ihr zur Last fielen.
Vor allem in der Anfangszeit des Studiums war es für mich beruhigend, meine Mutter und meine Oma bei mir zu wissen. Nun wurde eben dieses Zimmer in der WG meiner Freundin frei. Nach Rücksprache mit meiner Familie bin ich dort eingezogen und habe bereits in den ersten Wochen die Vorteile dieser neuen Wohngemeinschaft genießen können. Praktisch ist zum Beispiel, dass ich nun nach unserem wöchentlichen Stammtisch nicht mehr allein nach Hause fahren muss und ich zu Fuß nur noch fünf Minuten zum Campus brauche!

Autor: Pia  |  Rubrik: studium  |  Jun 25, 2019