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Freiwilligendienst im Ausland

Fünf Tage Spielefestival

Die Spielebibliothek, in der ich einmal wöchentlich arbeite, organisiert jedes Jahr im Mai ein großes Spielefestival mit mehreren tausend Besuchern.
Seit Wochen liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren und am Dienstagabend war es dann so weit: Das Festival wurde eröffnet. Während der folgenden Tage kamen Schulklassen, Kindergartengruppen, Krippenkinder, aber auch Familien in die Stadthalle. Diese war mit allem ausgestattet, was das Kinderherz begehrt: Von Prinzessinenkostümen über Drachen, Cowboyhüte, Bobbycars und Bausteinen bis zur Puppenküche. Während der ersten Tage bestand meine Aufgabe darin, einige Gesellschaftsspiele zu erklären und mit den Kindern zu spielen – halbstündlich wurde mir eine neue Gruppe Kinder zugeteilt. Diese Zeit hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich mich immer noch sehr konzentrieren muss, um ein Spiel auf Französisch gut zu erklären.
Am Wochenende begann dann das eigentliche Festival: Frühmorgens reisten Vertreter von Verlagen, Spieledesigner, Musiker und Schausteller aus der ganzen Region an – zusätzlich zum großen Spielsaal in der Stadthalle wurden Zelte aufgebaut und dekoriert. Als es dann losging, strömten die Besucher herein: Überall wurde gespielt, gelacht und gerannt.
Am Eingang gab es eine Reihe Geschicklichkeitsspiele zum Thema „Piraten“ zu entdecken, auf der anderen Seite der Stadthalle drehten die Kinder auf einem wunderschönen handbemalten Karussell ihre Runden. Die Schausteller spielten dazu Flöte und Violine. Aber auch für Erwachsene und Jugendliche hatte das Festival einiges zu bieten: Neben einem großes Schachturnier wurden jede Menge Gesellschaftsspiele und sogar Escape Games angeboten.
Insgesamt waren die fünf Tage Festival trotz gelegentlicher Regenschauer eine tolle Erfahrung und es hat mir sehr gut gefallen, mit den anderen Animateuren zusammenzuarbeiten. Am Samstagabend herrschte dann beim gemeinsamen Essen mit allen Kollegen und Schaustellern ausgelassene Stimmung.

 

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  May 27, 2019
Autor: Anna
Rubrik: orientieren
May 27, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Paris - Stadt der Extreme

Seit ich hier in Troyes lebe, war ich schon mehrmals in Paris – klar, die Metropole ist nur eineinhalb Stunden Zugfahrt entfernt, die nur 15 Euro kostet.
Mein letzter Besuch in Paris war jedoch etwas Besonderes, denn diesmal begleiteten mich meine Eltern. In knapp drei Tagen wollten wir zusammen die wichtigsten Touristenattraktionen besichtigen. Da wir mit dem Auto unterwegs waren, wurden wir schon vor unserer Ankunft mit den Herausforderungen dieser Großstadt konfrontiert: Je näher wir Paris kamen, desto dichter wurde der Straßenverkehr. Dabei scheinen alle Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt: Rollerfahrer brausen zum Beispiel mit extremer Geschwindigkeit und ohne jeglichen Sicherheitsabstand zwischen den Autos hindurch. Auch als wir am nächsten Morgen in die U-Bahn einstiegen, verbesserte sich der Eindruck vom Verkehr in Paris nicht gerade. Wir landeten in einem sehr vollen Wagon und immer mehr Leute drängten sich hinein – Alltag in Paris, dort steht eben nichts still, überall Musik, Lärm, Stimmengewirr, Menschen.
Dabei ist die Stadt wirklich etwas Besonderes: An jeder Straßenecke ragen die beeindruckenden alten Häuserfassaden auf, in der Innenstadt findet man zu jeder beliebigen Uhrzeit geöffnete Geschäfte, Restaurants, Crêpes-Stände oder Bars.
Auch das Seine-Ufer, gesäumt von alten Bäumen, zieht nicht umsonst jährlich über 30 Millionen Touristen in seinen Bann. Ganz zu schweigen von den weltberühmten Sehenswürdigkeiten: von der Basilika Sacré-Coeur über den Louvre, die (zugegebenermaßen etwas mitgenommene) Kathedrale Notre Dame bis hin zum Eiffelturm. Als ich mit meinen Eltern schließlich aus der Metro stieg und Letzterer vor uns aufragte, waren wir alle beeindruckt.
Trotz allem, Paris hat zwei Seiten: Bei genauerem Hinsehen verwandelt sich die vermeintlich „perfekte“ Stadt der Liebe in ein trauriges Beispiel dessen, was wir Menschen unserer Umwelt antun. In der Seine schwimmen schon seit Jahren keine Fische mehr, die Luftqualität zählt zur schlechtesten Europas – und eine Begegnung mit aus Müllbergen auftauchenden Ratten ist keine Seltenheit.
Auch wenn ich mit meinen Eltern eine sehr schöne Zeit in Paris verbracht habe, die Stadt hat mich auch zum Nachdenken gebracht.

 

Freiwilligendienst im Ausland

Der Sinn eines Sozialzentrums - 2

Von meiner Arbeit mit Senioren habe ich bereits berichtet. Im Rahmen meines Freiwilligendienstes habe ich aber auch häufig mit Kindern und Jugendlichen zu tun, zum Beispiel helfe ich bei der Hausaufgabenbetreuung mit und organisiere Bastel- und Kunstkurse.
Vor einigen Monaten nahm ich zum ersten Mal an einem Jugendtreff teil, den mein Tutor organisiert. Dabei war ich vom Verhalten einiger Jugendlicher schockiert: Ihnen fehlten jegliche Umgangsformen und wir hatten Mühe, überhaupt etwas Sinnvolles mit ihnen zu unternehmen.
Allerdings befinden sich diese jungen Menschen in keiner leichten Situation: Die wenigen Jugendlichen, die während der Schulzeit nicht in einem Internat leben, finden auf dem Land nur wenige Gleichaltrige und können kaum soziale Kontakte pflegen. Der Jugendtreff bringt daher Jugendliche aus verschiedenen Dörfern zusammen und ermöglicht es ihnen, zumindest einmal wöchentlich einen gemeinsamen Nachmittag zu verbringen.
Natürlich ist unser Sozialzentrum nicht nur für Menschen in schwierigen Lebenssituationen da: Es ist immer schön, wenn fröhliche Kinder zum Klavierunterricht oder zum Kunstkurs vorbeikommen! Und es freut uns auch, dass wir viel Aufmerksamkeit für unsere Arbeit bekommen: Die Menschen hier schätzen unsere Angebote sehr.
Jetzt, nach einigen Monaten, beginne ich die Ziele des Sozialzentrums zu begreifen und finde meinen Freiwilligendienst durchaus sinnvoll. Gleichzeitig gehört immer eine gute Portion Idealismus dazu, denn im Alltag geht organisatorisch oft einiges schief.
Und auch wenn ich froh bin, in der Stadt zu leben: Während der letzten Monate hier habe ich das Landleben auch sehr zu schätzen gelernt. Schon morgens auf dem Weg zur Arbeit kann man über den Feldern einen wunderschönen Sonnenaufgang bewundern und während meiner Mittagspause gehe ich am Flussufer spazieren.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 26, 2019