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Freiwilligendienst im Ausland

Gedankenkreisel

Es ist zwei Uhr nachts und ich liege mal wieder hellwach im Bett. Meine Gedanken kreisen beständig um die kommenden Monate: Wird mir mein Europäischer Freiwilligendienst (EFD) gefallen? Finde ich mich ganz alleine in einer fremden Stadt zurecht? Was ist, wenn ich Heimweh bekomme?
Sorgen, Erwartungen, Vorfreude und Spannung hielten sich die Waage. Meine Vorbereitung auf den Freiwilligendienst war geradezu akribisch: Ich habe sämtliche Notfalladressen in Word-Dokumenten zusammengefasst, Deko für mein Zimmer in Frankreich gesammelt, Skype auf dem Rechner meiner Eltern installiert, eine Kreditkarte beantragt und mich durch sämtliche Klauseln meiner Versicherungsunterlagen gekämpft.
Doch seit einem Skype-Gespräch mit Maria, der letztjährigen Freiwilligen meiner Organisation, kommen mir immer wieder Zweifel an meiner Entscheidung für den EFD: Maria berichtete zwar von fantastischen Reisen, persönlichen Erfolgen, einer faszinierenden Sprache und neugewonnener Freiheit – aber eben auch von einem unorganisierten Alltag, lähmender Tatenlosigkeit während der Arbeitszeiten, mangelhafter Kommunikation und nicht funktionierenden Mitfahrgelegenheiten.
Vermutlich – das lese ich zumindest oft in Erfahrungsberichten – zeichnen genau diese gemischten Gefühle einen EFD aus, denn wie könnte in einem Jahr alles ausschließlich „absolut ätzend“ oder nur „wunderschön“ sein?
Die Frage ist, was am Ende überwiegt. Hoffentlich das Positive.
Ich freue mich jedenfalls darauf, besser Französisch zu lernen, meine Mitbewohnerinnen kennenzulernen und die neue Stadt zu erkunden. Ich hoffe auf viele interessante Eindrücke, neue Freundschaften, unvergessliche Momente und Erfahrungen. Und ich hoffe, dass ich nach diesem Jahr endlich in der Lage bin, meinen eigenen Haushalt zu führen.
Mit diesen Gedanken schlafe ich dann meistens ein.

 

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  04.12.2018

Freiwilligendienst im Ausland

Bewerbungswahnsinn - Teil 2

Nachdem ich eine Stelle für einen Europäischen Freiwilligendienst in Frankreich gefunden hatte, schlug ich mich durch sämtliche Abiturprüfungen und fuhr anschließend mit drei Freundinnen an die Mecklenburgische Seenplatte.
Doch während wir uns dort entspannten, Brettspiele spielten, gemeinsam kochten und badeten, kam die Hiobsbotschaft: Erasmus+ hatte das Projekt, in dem ich meinen Freiwilligendienst absolvieren wollte, nicht bewilligt. Von heute auf morgen und ohne jegliche Vorwarnung saß ich also zwei Monate vor dem geplanten Beginn des Freiwilligendienstes ohne Stelle da!
Ich versuchte mit aller Kraft, mir nicht den Urlaub vermiesen zu lassen. Sobald ich aber daheim ankam, stürzte ich mich wieder in den Bewerbungswahnsinn: Weil nahezu alle Bewerbungsfristen schon seit vielen Monaten abgelaufen waren, hatte ich nicht viel Hoffnung.
Trotzdem rief ich sämtliche Freiwilligendienstanbieter in Frankreich an, ließ mich von meiner örtlichen Agentur für Arbeit beraten, sprach mit der Studienberatung und bewarb mich auf FSJ-Stellen in meiner Heimatstadt.
Auch meine ursprüngliche Aufnahmeorganisation wollte mir helfen – und war erfolgreich! In einem Sozialzentrum in der Nähe hatte ein Freiwilliger kurzfristig abgesagt und ich durfte mich dort bewerben. So verschickte ich zum gefühlt fünfhundertsten Mal meinen Lebenslauf und ein Anschreiben – und wurde sofort genommen. Nach diesem Erlebnis war ich einfach nur erleichtert, dass doch noch alles gut gegangen ist.
Es bleibt die Erkenntnis, dass eine Bewerbung für den Europäischen Freiwilligendienst so einige Schwierigkeiten mit sich bringen kann – wobei ich vielleicht auch einfach Pech hatte. Ich hoffe, der Aufwand lohnt sich.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  05.11.2018

Freiwilligendienst im Ausland

Bewerbungswahnsinn - Teil 1

„Was willst du eigentlich nach dem Abi machen?“ – auf diese berühmt-berüchtigte Frage fand ich gegen Ende der elften Klasse endlich eine Antwort: Ich wollte mich für einen Europäischen Freiwilligendienst bewerben.

Dieser bietet jungen Menschen zwischen 17 und 30 Jahren die Möglichkeit, bis zu zwölf Monate im europäischen Ausland zu verbringen. Die Freiwilligen arbeiten an einem sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekt mit und erhalten Kost und Logis sowie ein Taschengeld.

Dieses Modell sprach mich sofort an und auch wohin es gehen sollte, war klar: Vive la France! Bereits zehn Monate vor Beginn des geplanten Freiwilligendienstes begann ich, fleißig Bewerbungen zu schreiben. Und es folgte: nichts! Zwischen Matheklausuren, Fahrprüfung und Abivorbereitungen schlug ich mich also zähneknirschend mit Stellenausschreibungen und Lebensläufen herum und erweiterte meine Bewerbungsoffensive auch auf andere Länder.

Dann endlich ein Erfolgserlebnis: Eine Grundschule in Belgien war an meiner Bewerbung interessiert. Nach einem Skype-Vorstellungsgespräch teilte mir die Zuständige mit, dass ich gerne dort arbeiten könne. Der Haken: In Ostbelgien spricht man vor allem Deutsch, mein Französisch hätte ich daher weniger verbessern können. Mit meiner Entscheidung ließ ich mir ein paar Tage Zeit. Als ich endlich zusagte, folgte binnen Minuten die Ernüchterung: Ein anderer Kandidat war mir um wenige Stunden zuvorgekommen.

Nach dieser Erfahrung hatte ich eigentlich überhaupt keine Lust mehr, mich mit Bewerbungen zu quälen, doch einen letzten Versuch wollte ich noch starten. Und – oh Wunder – schon am nächsten Tag fand mein Skype-Bewerbungsgespräch statt! Ich konnte alle Fragen souverän und ohne größere Sprachprobleme beantworten.  Mein Glück war perfekt, als ich kurz darauf endlich die langersehnte Zusage erhielt. Ich würde elf Monate in Reims verbringen und dort in einer sozialen Einrichtung arbeiten!

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  17.10.2018
Autor: Anna
Rubrik: auszeit nach dem abi
17.10.2018