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Freiwilligendienst im Ausland

Au revoir

Meine letzten Wochen in Frankreich sind nur so verflogen – nach meinem Wochenende in Marseille habe ich eine Gruppe nach Paris begleitet, war in Narbonne, in Lyon, an der Atlantikküste und in Lille. Je mehr Orte ich besuche, desto mehr fasziniert mich dieses Land, dessen Natur, Klima und Architektur sich von Norden nach Süden so stark unterscheiden. Von den bunten, an Belgien erinnernden Häuserfassaden und dem eher kühlen Klima in Lille bis hin zu typisch mediterranen Hafenstädten an der Mittelmeerküste ist eine unglaubliche Vielfalt geboten.
Fest steht also schon jetzt: Frankreich, ich komme wieder!
Der Abschied aus Troyes und von all den Menschen, die ich dieses Jahr liebgewonnen habe, fiel mir trotzdem schwer. Besonders meine Mitbewohnerin Beatriz aus Spanien werde ich sehr vermissen - so wie auch die anderen Freiwilligen und einige meiner Arbeitskollegen. Es war ein merkwürdiges Gefühl, ein letztes Mal am Bahnhof in Troyes zu stehen und endgültig nach Hause zu fahren.
Kurz bevor ich in den Bus stieg dachte ich an meinen holprigen Start in Frankreich zurück: Anfangs war es mir schwergefallen, mich in Troyes, fernab von meiner Familie, meinen Freunden und meinen Gewohnheiten einzuleben. Es hatte Probleme auf der Arbeit gegeben und auch die Verständigung mit den anderen Freiwilligen gestaltete sich nicht immer einfach.
Nach fast einem Jahr bleibt nun die Erkenntnis: Durchhalten lohnt sich! Ab dem vierten Monat meines Freiwilligendienstes verbrachte ich eine wunderschöne Zeit in Troyes, genoss das Leben in der WG und die neugewonnene Unabhängigkeit in vollen Zügen. Ich bin jetzt selbstständiger, selbstbewusster und habe, dank der internationalen Gruppe von Freiwilligen, mit der ich das Jahr verbracht habe, einen neuen Blickwinkel auf viele Dinge gewonnen. Rückblickend war meine Zeit in Frankreich eine unglaubliche Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 15, 2019
Autor: Anna
Rubrik: orientieren
Aug 15, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Marseille

Eines meiner letzten Wochenenden hier in Frankreich habe ich in der zweitgrößten und ältesten Stadt des Landes verbracht: Zusammen mit meiner Mitbewohnerin ging es nach Marseille.
Leider gestaltete sich die Anreise als ein kleines Abenteuer, denn wir verpassten trotz sechzig Minuten Umsteigezeit unseren Anschlusszug, weil wir nichts von der Sperrung einer Pariser Metrolinie wussten. Dank eines freundlich gestimmten Kontrolleurs durften wir aber zum Glück im nächsten Zug mitfahren und kamen so nicht viel später an.
Sobald sich bei unserer ankunft die Zugtüren öffneten, schlug uns die für den Süden Frankreichs typische Hitze entgegen. Und nicht nur das Klima, sondern auch Baustil und Landschaft unterscheiden sich deutlich von unserer gewohnten Umgebung in Troyes: Das Flair der Altstadt und den Hafen Marseilles kann man nur als typisch mediterran beschreiben. Auf einer Hügelkette über der Stadt thront außerdem eine Basilika, die vom alten Hafen aus gut sichtbar ist und bei unserer Ankunft wunderbar von der Abendsonne angestrahlt wurde.
Am Samstagmorgen fuhren wir in den Nationalpark Calanques, mit dem Ziel uns „gemütlich“ an den Strand zu legen. Was wir nicht wussten: Von der Bushaltestelle stand uns noch ca. eine Stunde Fußmarsch bis zum Meer bevor. Der Weg war dafür aber wunderschön, er führte auf eine Hügelkette hinauf, von der wir die kleine, türkisfarbene Bucht, die wir zum Baden auserkoren hatten, schon sehen konnten. Das Wasser war wunderbar klar und wir konnten unseren Ausflug in die Natur in vollen Zügen genießen.
Am nächsten Tag begaben wir uns auf die Spuren des Grafs von Monte Christo: Gleich morgens besuchten wir das Chateau d’If, die Gefängnisinsel vor Marseille, die Alexandre Dumas als Vorlage für seinen Roman diente – und auf der tatsächlich noch im ersten Weltkrieg deutsche Kriegsgefangene gefangen gehalten wurden.
In den zwei Tagen haben wir also viel unternommen – und waren richtig traurig, als wir am Montagmorgen wieder wegfahren mussten.

Freiwilligendienst im Ausland

Abschiedsgefühle

Die Uhr tickt: Nicht einmal fünf Wochen bleiben mir mehr in Troyes – und mit jedem Tag scheint die Zeit schneller zu verfliegen. Da hier die Sommerferien schon Anfang Juli beginnen, habe ich vergangene Woche zum letzten Mal meine Kunstkurse gehalten. Und auch in der Spielebibliothek ändert sich der Arbeitsplan mit Beginn der Ferienzeit. Wie alle Freiwilligen aus der Region haben wir außerdem schon an einem letzten Seminartag mit unserem Tutor teilgenommen.

Seit einiger Zeit bin ich wegen dieser ersten Abschiedsgefühle wehmütig gestimmt. Dass ich gerade alleine in der WG bin, weil meine Mitbewohnerin zurzeit in Spanien ist, macht das baldige Ende meines Freiwilligendienstes noch realer. Ich finde es schade, gerade jetzt Abschied nehmen zu müssen. Schließlich fühle ich mich nun endlich in der französischen Sprache zu Hause und habe mich gut in Troyes eingelebt. Außerdem wacht die Stadt gerade aus ihrem langen Winterschlaf aus, denn dank der vielen Touristen sind die Straßen deutlich belebter als zuvor. Besonders gerne schlendere ich abends durch die engen Gassen, vorbei an den vielen alten Fachwerkhäusern, Bars und Restaurants und genieße die besondere Atmosphäre. Andererseits freue ich mich natürlich auch ein bisschen auf meine Rückkehr nach Deutschland. Schließlich werde ich dann auch meine Familie und Freunde wiedersehen. Außerdem bin ich auch auf mein Studium gespannt. Denn ich habe endlich eine Entscheidung getroffen: Ab Oktober möchte ich in Bamberg Psychologie studieren! Die Bewerbung ist abgeschickt und auch die Suche nach einem passenden WG-Zimmer hat begonnen.

Noch ist das Zukunftsmusik. Vor dem Ende meines Freiwilligendienstes habe ich noch einiges vor: Geplant sind u.a. ein mehrtägiger Aufenthalt in Paris mit den Jugendlichen aus dem Sozialzentrum, die Teilnahme an einem Seminar in Narbonne, sowie Reisen nach Marseille, Boulogne-sur-Mer und nach Lille. Meine letzten Wochen in Frankreich versuche ich also voll auszukosten.