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Freiwilligendienst im Ausland

La langue française

Ich liebe die französische Sprache! Mein Schlüsselerlebnis war ein kurzer Schüleraustausch in der Mittelstufe: Zehn Tage genügten, um meine Faszination für die elegante, flüssige Aussprache und den schnellen Sprechrhythmus des Französischen zu wecken. Endlich ergaben die auswendig gelernten Vokabeln und die mühsam gepaukte Grammatik einen Sinn! Seitdem war mir klar, dass ich wenigstens einmal für ein paar Monate in Frankreich leben möchte.
Dieser Traum ist jetzt Wirklichkeit: Dank meines Freiwilligendienstes hier in Troyes ist es ganz normal für mich geworden, Französisch zu sprechen! Ob bei der Arbeit, in der WG oder auch nur beim Bäcker oder beim Arzt. Es ist wahnsinnig toll zu wissen, dass ich mich nach so kurzer Zeit relativ sicher in einer anderen Sprache zurechtfinde.
Gleichzeitig kann es manchmal auch frustrierend sein, von morgens bis abends mit einer Fremdsprache konfrontiert zu sein: Obwohl ich regelmäßig Komplimente für mein „gutes Französisch“ bekomme, muss ich doch häufig nachfragen, wenn Kollegen sehr schnell oder sehr leise sprechen. Auch mit meiner Aussprache hapert es noch gelegentlich und ab und zu fehlen mir einfach noch Wörter.
Deshalb besuche ich einen Sprachkurs. Dieser hat mit dem Französischunterricht am Gymnasium überhaupt nichts gemein, denn Schulbücher, Hausaufgaben und Vokabelabfragen gibt es hier nicht. Stattdessen sind die Unterrichtsstunden vor allem kulturell sehr interessant, denn die Teilnehmer stammen aus aller Welt und sind in allen Altersklassen vertreten. Diskussionen und Debatten gestalten sich in einer solchen Gruppe unheimlich spannend, denn es kommen sehr viele verschiedenen Sichtweisen und kulturelle Prägungen zum Ausdruck.
Für das Ende meines Freiwilligendienstes habe ich mir übrigens ein persönliches Ziel gesetzt: Im Juni möchte ich ein DALF-Sprachzertifikat ablegen, um meine Französischkenntnisse auch offiziell nachweisen zu können.

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  18.02.2019
Autor: Anna
Rubrik: auszeit nach dem abi
18.02.2019

Freiwilligendienst im Ausland

Und jetzt?

Wenn man drei Monate als Freiwilliger an einer Grundschule in Tansania gearbeitet hat, liegt die Entscheidung nahe, Lehrer zu werden – oder eben nicht. Ich habe mich ganz klar dagegen entschieden.
Nicht, dass ich die Arbeit mit den Kindern nicht genossen habe, das ist es nicht. Ich bin schon lange ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv. Ich kann mir nur nicht persönlich vorstellen, hauptberuflich vierzig Jahre lang immer wieder das Gleiche wiederzukäuen. Dafür bin ich zu wissensdurstig, ich möchte am liebsten jeden Tag etwas Neues lernen, fremde Länder erkunden und unterwegs sein! Was ich überhaupt nicht mag, ist Stillstand.
Andererseits will ich mir von meinem Studium später ein solides Leben finanzieren. Hin- und hergerissen ging ich nochmal in mich, überlegte und wägte ab, betrachtete meine Interessen und meine Stärken, um dann zu meiner ganz individuellen Lösung zu kommen: Physik sollte es werden!
Eine Wissenschaft, die sich unter anderem mit den fundamentalsten Fragen der Natur und Menschheit beschäftigt, dabei aber nicht so verkopft ist, sich nur um sich selbst zu drehen. Im Gegenteil: Mit ihren Beschreibungen und Erkenntnissen treibt sie anwendungsbezogen Forschung und Entwicklung in der Industrie voran.
Durch diesen Spagat hält ein Abschluss in Physik noch viele Türen für spätere Entscheidungen offen. Bei der Ortswahl halfen mir meine drei Monate am Wattenmeer: Freunde aus meiner Zeit in Büsum boten mir einen Platz in ihrer WG in Jena an.

 

Freiwilligendienst im Ausland

Von Computerkursen und Brettspielen

Im Rahmen meines Freiwilligendienstes in Frankreich helfe ich in einem kleinen Sozialzentrum bei der Organisation verschiedener Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Senioren.
Leider hatte ich einen denkbar schlechten Start: Just an meinem ersten Arbeitstag kündigte der Chef – und hinterließ das Sozialzentrum im Chaos. So kam es, dass ich abgesehen von der gelegentlichen Mithilfe beim Jugendtreff sowie der Hausaufgabenbetreuung kaum feste Aufgaben bekam und mich beinahe ständig langweilte. Das war natürlich frustrierend.
Seit einigen Wochen hat sich die Situation zum Glück deutlich gebessert: Zusammen mit den anderen beiden Freiwilligen biete ich nun Computerkurse für Senioren an – das kann anstrengend sein, vor allem ist es aber immer wieder schön zu sehen, wie fasziniert einige der älteren Dorfbewohnern von den Möglichkeiten des Internets sind.
Da ich in meiner Freizeit gerne zeichne, organisiere ich außerdem zwei Kunstkurse für Kinder. Auch das macht mir viel Spaß und ich bin stolz, dass ich mich beinahe alleine um diese kümmern kann.
Weil die Anfahrt zum sehr ländlich gelegenen Sozialzentrum allerdings nur an zwei Tagen wöchentlich zuverlässig zu organisieren ist, habe ich eine zweite Arbeitsstelle: Es handelt sich um eine sogenannte „Spielebibliothek“ in der Nähe unserer Wohnung: Dort bieten Mitarbeiter für Schulklassen, Familien und Kinder mit Behinderungen verschiedene Gesellschaftsspiele und Freispiele an. Ich fühlte mich dort von Anfang an sehr wohl und freue mich schon immer darauf, jeden Donnerstag alle möglichen Brettspiele zu erklären und mit den Kindern zu spielen.
Natürlich läuft weder in meiner Freizeit noch auf der Arbeit immer alles rund.
Es ist eine Herausforderung, den ganzen Tag eine andere Sprache zu sprechen und dann auch noch Kunst- und Computerkurse zu organisieren. Aber ich habe wirklich ein unglaublich vielfältiges Aufgabenfeld – und nicht zuletzt arbeite ich meist auch „nur“ angenehme 28 Stunden in der Woche.

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  06.02.2019