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Freiwilligendienst im Ausland

Der Sinn eines Sozialzentrums - 2

Von meiner Arbeit mit Senioren habe ich bereits berichtet. Im Rahmen meines Freiwilligendienstes habe ich aber auch häufig mit Kindern und Jugendlichen zu tun, zum Beispiel helfe ich bei der Hausaufgabenbetreuung mit und organisiere Bastel- und Kunstkurse.
Vor einigen Monaten nahm ich zum ersten Mal an einem Jugendtreff teil, den mein Tutor organisiert. Dabei war ich vom Verhalten einiger Jugendlicher schockiert: Ihnen fehlten jegliche Umgangsformen und wir hatten Mühe, überhaupt etwas Sinnvolles mit ihnen zu unternehmen.
Allerdings befinden sich diese jungen Menschen in keiner leichten Situation: Die wenigen Jugendlichen, die während der Schulzeit nicht in einem Internat leben, finden auf dem Land nur wenige Gleichaltrige und können kaum soziale Kontakte pflegen. Der Jugendtreff bringt daher Jugendliche aus verschiedenen Dörfern zusammen und ermöglicht es ihnen, zumindest einmal wöchentlich einen gemeinsamen Nachmittag zu verbringen.
Natürlich ist unser Sozialzentrum nicht nur für Menschen in schwierigen Lebenssituationen da: Es ist immer schön, wenn fröhliche Kinder zum Klavierunterricht oder zum Kunstkurs vorbeikommen! Und es freut uns auch, dass wir viel Aufmerksamkeit für unsere Arbeit bekommen: Die Menschen hier schätzen unsere Angebote sehr.
Jetzt, nach einigen Monaten, beginne ich die Ziele des Sozialzentrums zu begreifen und finde meinen Freiwilligendienst durchaus sinnvoll. Gleichzeitig gehört immer eine gute Portion Idealismus dazu, denn im Alltag geht organisatorisch oft einiges schief.
Und auch wenn ich froh bin, in der Stadt zu leben: Während der letzten Monate hier habe ich das Landleben auch sehr zu schätzen gelernt. Schon morgens auf dem Weg zur Arbeit kann man über den Feldern einen wunderschönen Sonnenaufgang bewundern und während meiner Mittagspause gehe ich am Flussufer spazieren.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 26, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Der Sinn eines Sozialzentrums – 1

Vor einigen Wochen habe ich bereits von meiner Arbeit im Sozialzentrum hier in Frankreich berichtet – und auch, dass der Anfang dort schwer für mich war.
Angesichts schlecht organisierter Arbeitsabläufe und geringer Teilnehmerzahlen bei unseren Aktivitäten stellte ich mir häufig die Frage, welchen Sinn es macht, in einer Kleinstadt eine solche Institution aufrechtzuerhalten. Doch jetzt, nach fast sechs Monaten, wird es für mich immer klarer: Viele Menschen sind hier auf dem Land mit schwierigen Situationen konfrontiert, über die ich als „Großstadtkind“ vorher nie so recht nachgedacht habe.
Zunächst gibt es nur wenig Arbeit und viele Menschen kommen daher ins Sozialzentrum, um ihren Lebenslauf zu aktualisieren, Anschreiben auszudrucken, Stellenanzeigen zu recherchieren oder sich beraten zu lassen. Wer Arbeit in der Umgebung findet oder Auszubildender ist, kann sich im Sozialzentrum unter bestimmten Bedingungen außerdem einen Motorroller mieten, denn der öffentliche Nahverkehr ist kaum ausgebaut.
Auch in unseren Computerkursen wird mir bewusst, dass manche Dorfbewohner sich ein wenig abgeschnitten fühlen müssen. Viele Teilnehmer kommen aus Neugier, weil es im Dorf nichts mehr Neues zu sehen gibt, oder um sich mit anderen Senioren auszutauschen. Manchmal stoßen wir während unserer Kurse auch auf individuelle Schwierigkeiten: So kann beispielsweise ein Herr nicht so gut lesen und schreiben. Eine achtzigjährige Dame, die sehr aufgeschlossen und voller Lebenslust ist, hat Probleme mit der Bedienung der Maus, da ihre Hand zu sehr zittert. In diesen Situationen lernen wir als Freiwillige, uns auf Menschen einzulassen und uns ihren Situationen anzupassen.
Wenn sie ihre ersten E-Mails verschicken und so mit ihren Kindern und Enkeln in Kontakt bleiben können, sind die meisten Teilnehmenden sehr zufrieden.
Sehr interessant sind zudem immer die Gespräche mit ihnen. Zum Beispiel erzählte mir die 80-jährige Dame von ihren Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, den sie als Kind miterleben musste. So sind die Computerkurse ein sinnvoller Austausch, von dem auch ich und die beiden anderen Freiwilligen profitieren. Das ist ja auch ganz im Sinne des Konzepts des Sozialzentrums. Denn schließlich sollen unterschiedliche Menschen zusammengebracht und informelles Lernen ermöglicht werden.

Autor: Anna  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 3, 2019
Autor: Anna
Rubrik: orientieren
Apr 3, 2019

Freiwilligendienst im Ausland

Berufsziel unbekannt?

Nun bin ich seit über vier Monaten hier in Frankreich. Immer wieder werde ich gefragt, wie es nach meinem Freiwilligendienst für mich weitergehen soll. Es wird Zeit, eine Antwort auf diese Frage zu finden!
Mich interessieren sehr viele verschiedene Studienrichtungen. Von Politikwissenschaft über Europäische Studien oder Frankoromanistik bis hin zu Kommunikationswissenschaften – ich habe über alles nachgedacht. Wichtig sind mir aber auch gute Berufsperspektiven. Seit anderthalb Jahren komme ich immer wieder zu dem Ergebnis: Am meisten könnte ich mich für den Studiengang Psychologie oder aber für Ressortjournalismus begeistern.
Aber wie soll ich mich nun entscheiden? Weil ich in Frankreich bin, kann ich mich leider nicht mal eben in eine Vorlesung setzen oder einen Infotag an meiner Wunsch-Uni besuchen. Daher habe ich nun noch einmal im Internet recherchiert, mich mit einer Psychologiestudentin ausgetauscht und telefonisch an einer Studien- sowie einer Berufsberatung teilgenommen. Jetzt weiß ich endlich: Ich möchte Psychologie studieren!
Für psychologische Themen interessiere ich mich schon immer – und mit dem Studium steht mir ein weites Tätigkeitsfeld offen: Von Coaching und Supervision über Personalmanagement bis hin zu Marktforschung. Ein bisschen mulmig ist mir zwar bei dem Gedanken, dass ich auch viel Statistik haben werde, dafür bin ich auf die Allgemeine Psychologie sowie Module zu Sozial- und Entwicklungspsychologie umso gespannter. Außerdem steht mir noch die Entscheidung für einen Studienort bevor: Erlangen, Regensburg oder Bamberg? Ich bin sehr gespannt, wohin es mich verschlägt.

 

Autor: Anna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Mar 20, 2019