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Mein Freiwilliges Jahr

Seminar über Feminismus

Unglaublich, aber wahr: Mein Freiwilligenjahr neigt sich langsam dem Ende entgegen, es sind nur noch 15 Wochen. Das hört sich lang an, zieht man jedoch meinen Urlaub und die Seminare ab, ist es erschreckend wenig. Ich werde meine Einsatzstelle vermissen. Dennoch merke ich auch, dass ich bereit bin, neue Dinge zu lernen. Deshalb sind die Seminare eine willkommene Abwechslung zum Klinik-Alltag.
Vorige Woche war es wieder soweit. Das Thema: Feminismus. Ehrlich gesagt, habe ich mich zuvor noch nie damit beschäftigt. Wollte ich das deshalb gleich eine ganze Woche? Eher nicht, dachte ich. Doch ich muss sagen, am Ende war ich tatsächlich wehmütig, dass das Seminar so schnell vorbei ging. Neben den üblichen Kennenlernspielen konnten wir dieses Mal viel selbst ausprobieren. Zum Beispiel durften einige von uns den Teamleitern bei einer Fachtagung über die Schulter schauen oder Exkursionen zu feministischen Beratungsstellen unternehmen. Die erstaunlich vielen Eindrücke lassen mich gedanklich auch zurück zuhause noch nicht los. Danke dafür, liebes Planungsteam!
Neben dem Hauptprogramm waren es jedoch die Gespräche mit den Teamleitern außerhalb der Seminarzeit, die mir am besten gefallen haben. Ich möchte nicht ins Detail gehen, kann aber sagen, dass diese Unterhaltungen unglaublich stärkend waren und ich entspannt wieder zur Arbeit ging. Es hat gutgetan, mal den Alltag komplett liegen zu lassen, auszuschlafen (ja, um 6 Uhr aufzustehen zählt für mich mittlerweile als ausschlafen) und mal die Seele baumeln zu lassen.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 13, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Apr 13, 2018

Mein Freiwilliges Jahr

Die Ruhe vor dem Sturm

Auf meiner Station gibt es jeden Tag jede Menge zu tun. Das bedeutet viel Gerenne. Einige meiner Kollegen messen mit einem Schrittzähler, wie viel sie am Tag laufen. Im Durchschnitt sind das in einer Frühschicht rund 10 Kilometer pro Person – super, Arbeit und Fitnessstudio in einem! Außerdem vergeht die Arbeitszeit dadurch wie im Flug. Patienten kommen, Patienten gehen. Waschen, Essen austeilen, Betten schieben. Ruckzuck sind acht Stunden Arbeit vergangen.
Umso ungewöhnlicher wirkt es, wenn es ruhig ist. Keine Patientenklingel bimmelt, niemand wird entlassen. Selbst die Bestellungen für die nächste Woche sind schon erledigt. Doch kaum wagt es einer, das „R“-Wort laut auszusprechen, bricht auch schon wieder das Chaos aus.
Vorige Woche zum Beispiel verlief der Freitag besonders ruhig. Normalerweise werden freitags die meisten Patienten entlassen, damit die Betten für die Notfälle am Wochenende frei werden. Nicht so dieses Mal – hieß es zumindest zunächst. Doch als ich tags darauf zur Arbeit kam, staunte ich nicht schlecht, als ich neun freie Betten sah. Offenbar waren doch noch zahlreiche Patienten entlassen worden. Natürlich freuen wir vom Pflegepersonal uns über jeden gesund gewordenen Patienten, aber fürchten dann gleichzeitig, dass uns die Rettungsstelle jeden Patienten reinhaut und wir wieder im Chaos versinken.
In der Hoffnung, dass ich dieses Szenario nicht abbekommen würde, zählte ich jede, zäh schleichende Minute bis zum Ende meiner Schicht. Und dann war endlich der langersehnte Feierabend da – ich konnte gehen! Der Spätdienst tat mir aber leid. Denn an einem Samstagabend passieren die meisten Unfälle und Leute kommen auch mit Kleinigkeiten in die Notaufnahme, weil sie nicht bis Montag warten und zum Hausarzt gehen wollen – der Spätdienst musste mit einem Ansturm rechnen.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 6, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Apr 6, 2018

Mein Freiwilliges Jahr

Den Ärzten über die Schulter schauen

In der neurologischen Abteilung gibt es viele verschiedene diagnostische Untersuchungen. Täglich werden bei den Patienten EEGs (Hirnstrommessungen), Sonografien, Geschwindigkeitsmessungen von Nervenleitungen und vieles mehr durchgeführt. Natürlich möchte ich gerne bei jeder dieser Untersuchungen mal dabei sein, aber das ist sehr schwierig. Zum einen läuft viel parallel, zum anderen ist die eine oder andere Untersuchung auch nicht allzu spannend. Dennoch kann ich immer wieder bei den Ärzten auf Station oder in der Ambulanz vorbeikommen und mir eine Untersuchung ansehen. Einige erklären auch sehr gerne, was sie gerade machen oder was ich auf dem Bildschirm erkennen kann. Das ist sehr interessant!
Eine Art der Untersuchung habe ich mittlerweile am häufigsten miterlebt: die Lumbalpunktion. Dabei wird durch eine Kanüle Nervenwasser aus dem Rückenmark entnommen. Diese Prozedur ist sehr schmerzhaft, da die Kanüle zwischen die Wirbelkörper geschoben werden muss. Das ist auch für den Arzt nicht immer einfach und er muss oft korrigieren. Außerdem ist das Ganze nicht ohne Risiko für Patienten, denn am Rückenmark kann es leicht zu Verletzungen kommen. Kurzum: Diese Untersuchung ist meines Erachtens die schlimmste, die die Neurologie zu bieten hat.
Meine erste Lumbalpunktion habe ich im November gesehen. Dabei bin ich sogar umgekippt. Nicht weil, ich den Vorgang angsteinflößend fand, sondern weil ich den Tag über noch nichts gegessen hatte und wahnsinnig unterzuckert war. Wenn man dann mal eine Zeitlang ruhig stehen bleiben muss, lässt das den Blutdruck absacken, erklärten mir meine Kollegen. Mittlerweile bin ich standhafter, denn ich frühstücke nun immer ordentlich!
Eine Assistenzärztin hier holt mich immer wieder zu Lumbalpunktionen hinzu, damit ich den Patienten festhalten oder ihm die „Hand tätscheln“ kann. Vor Kurzem hatten wir jedoch eine Patientin, die sich aufgrund einer Vorerkrankung im Gehirn ruckartig bewegte und nicht stillliegen konnte. Es war sehr schwierig und umständlich, diese Frau festzuhalten und auch noch mit Smalltalk von der Untersuchung abzulenken, damit die Ärztin an der richtigen Stelle einstechen konnte.
Langsam neigt sich mein FSJ dem Ende zu und ich bin gespannt, was und wie viel ich in den nächsten Wochen noch sehen, erleben und vor allem lernen kann. Vielleicht darf ich sogar mal bei einer Operation dabei sein!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 29, 2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
Mar 29, 2018