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Gap Year

Zwischen Solarzellen und Organspenden

Nach knapp drei Wochen beim ZDF trauten mir meine Kollegen zu, auch mal alleine ein Interview zu führen. Ich war seit Beginn meines Praktikums nun schon bei mehreren Drehs dabei gewesen, habe Interviewpartner gesucht und sie gebrieft, kurz gesagt die Redakteure generell in ihrer Arbeit unterstützt. Nun war es aber an der Zeit, selbst Verantwortung zu übernehmen. Also schickte man mich zusammen mit dem erfahrensten Kameramann nach Tauberbischofsheim, um den Chef einer Solarpanele-Firma zu interviewen. Er hat nämlich viel Geld in Solarparks in Afrika investiert und gilt als Beispiel für gelungene Entwicklungshilfe. Wir brauchten für einen Nachrichtbeitrag kleine Interviewschnipsel von ihm, auch „O-Töne“ genannt. Als wir bei der Firma angekommen waren, wartete schon der gesamte Vorstand auf uns. Der Kameramann übernahm glücklicherweise die Führung. Das Interview fand draußen statt und dauerte zur Überraschung der Vorstandriege auch nur knapp zehn Minuten. Von diesem Gespräch würden dann am Ende nur 20 oder 30 Sekunden im Fernsehen zu sehen sind. Zurück in Stuttgart schickten wir unser Material an die Kollegen in Berlin, die es in ihren Beitrag einbauten. Das Ergebnis konnte man schon am nächsten Tag im ZDF sehen. Dieses Interview gab mir mehr Selbstvertrauen und von da an war ich häufiger alleine mit einem Kameramann unterwegs. Zwei Tage später war ich zum Beispiel in der Transplantationsklinik in Stuttgart, um dort die Meinung des Chefarztes über das neue Organspendegesetz einzuholen.

Autor: Noah   |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Feb 8, 2019

Gap Year

Erste Tage

Am ersten Tag meines Praktikums beim ZDF war ich sehr nervös. Viel zu früh machte ich mich auf den Weg zum Landesstudio Stuttgart. Es war leichter als gedacht, dieses sechswöchige Praktikum zu bekommen. Kurz vor meinem Abiball hatte ich mich bei diversen Zeitungen und Rundfunkanstalten beworben und eigentlich wenig Hoffnung, da viele Medienhäuser keine Orientierungspraktika anbieten. Ende August erhielt ich dann unverhofft einen Anruf aus Mainz und bekam die Zusage.
Nun war es soweit! Im Landesstudio wurde ich freundlich begrüßt und durfte gleich mit in die morgendliche Redaktionskonferenz, wo ich die Redakteure kennenlernte. Nach der Sitzung zeigte mir eine erfahrene Redakteurin das dreistöckige Gebäude und meinen Arbeitsplatz. Gleich am nächsten Tag ging es mit ihr auf meinen ersten Dreh in die Schweiz. Im Kanton Appenzell-Innerrhoden hatten wir uns für ein Interview mit einer Frauenrechtlerin verabredet. Dort wurde das Frauenwahlrecht erst 1990 eingeführt. Nach dem Interview haben wir junge Frauen bei einer Straßenumfrage zu dem Thema befragt. Nach knapp zehn Stunden Drehen und Fahren kamen wir wieder in Stuttgart an. Aber damit war die Arbeit noch nicht getan: In den nächsten Tagen wurden weitere Interviews gedreht und der Beitrag um weitere Infos ergänzt und schließlich geschnitten. Insgesamt wanden die Beteiligten weit über 20 Arbeitsstunden für den Beitrag auf, obwohl dieser letztendlich nur 2 Minuten und 30 Sekunden dauerte. Es war interessant zu sehen, wie viel Arbeit hinter einem so kurzen Beitrag steckt.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Jan 28, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Jan 28, 2019

Gap Year

Ein bisschen kaputt, aber wunderschön

2018 war für mich ein recht turbulentes Jahr. Ausklingen ließ ich es in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt in Griechenland und eine der ältesten Städte Europas. Dort habe ich mit einer Freundin bereits zum zweiten Mal Silvester verbracht. Die Idee kam uns, weil wir keine Lust mehr auf die langatmigen Silvester-Partys in der Heimat hatten.
Sich in Thessaloniki zu verlieben, ist einfach, denn diese Stadt vereint Chaos, Lebensfreude und Geschichte so gut miteinander wie kaum eine andere Stadt. Wenn ich durch die Straßen von Thessaloniki laufe, denke ich mir oft, dass sich viele Menschen mit dieser Stadt identifizieren können, denn sie ist ein bisschen kaputt, aber bei genauerem Hinsehen wunderschön. Genau deshalb kehrten meine Freundin und ich auch für Silvester 2018 zurück – und wurden nicht enttäuscht. Die Sonne schien und wie im vergangenen Jahr stellten alle Cafés und Restaurants wieder Stände vor ihre Haustür und verkauften zu einem absurd billigen Preis Souflaki mit Maisbrot. Straßenmusiker zogen durch die engen Gassen im Marktviertel und brachten Lebensfreude unter die Menschen. Man macht Dinge, die man in Deutschland nie machen würde, etwa mit wildfremden Leuten auf der Straße Sirtaki zu tanzen.
Ein persönliches Highlight war ein Wiedersehen mit einem älteren Ehepaar, das wir beim letzten Mal im Flugzeug kennengelernt hatten. Sie haben uns zu sich nach Hause eingeladen, wo wir die griechische Gastfreundschaft erleben durften. Gemeinsam schauten wir uns dann das wunderschöne Feuerwerk an.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Jan 14, 2019