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Gap Year

An die Substanz

Seit nun mehr fast sieben Monaten arbeite ich als Aushilfe in einer Bäckerei. Statt vielen Stempeln im Reisepass, habe ich eher Arbeitsstunden in meinem Gap-Year gesammelt. Wer hätte auch damit rechnen können, wie teuer so ein Jahr werden kann? Wobei, wenn ich ehrlich zu mir selbst gewesen wäre, dann hätte ich mir eingestehen müssen, dass ich die vielen Reisen, die ich geplant hatte, nicht aus eigener Kraft finanzieren kann. Der Job in der Bäckerei hat es mir ermöglicht, unabhängig zu sein, mit eigenem Geld zu haushalten und damit auch die eine oder andere Reise zu buchen.

Ich bin sehr froh, dass ich den Job bekommen habe, doch langsam habe ich genug davon. Mich stören immer mehr Sachen, zum Beispiel, dass anscheinend für die Kunden ein „Hallo“, „Bitte“ oder auch ein „Dankeschön“ Fremdwörter sind. Es fällt mir von Tag zu Tag schwerer, Motivation für meine Arbeit zu finden. Mir wurde klar, wie wichtig es ist, seinen Job wirklich zu lieben. Ich glaube nicht, dass Geld auch langfristig über solch eine Abneigung hinwegtäuschen kann. Natürlich wird es selbst im absoluten Traumberuf Tage geben, an denen man lieber einfach im Bett liegen bleiben würde. Doch generell sollest du dich eher schon am Freitag wieder auf den Montag freuen, als am Montag nichts anderes als den Freitag im Kopf zu haben. Diese Lektion habe ich in dem Jahr als Aushilfe gelernt. Trotzdem bin ich sehr dankbar über meine Zeit und verkaufe weiterhin mit einem Lächeln den Kunden ihr Lieblingsbrot und ihre Schwarzwälder Kirschtorte, selbst wenn ihnen wieder einmal das Zauberwort nicht über die Lippen kommen will.

Autor: Noah   |  Rubrik: orientieren  |  Jul 16, 2019
Autor: Noah
Rubrik: orientieren
Jul 16, 2019

Gap Year

Startschuss

Wenn die Temperaturen steigen, heißt es für alle angehende Studierenden: sich informieren, Formulare ausfüllen und Abiturzeugnisse beglaubigen lassen. Denn ab dem ersten Juni begann an vielen deutschen Hochschulen die Bewerbungsphase für das Wintersemester 2019. In diesem Jahr bin auch ich unter den Bewerbern – und zwar möchte ich einen Studienplatz für das Fach „Politikwissenschaften“ ergattern. Da nahezu alle Hochschulen nun die Bewerbung online entgegennehmen, ist so ein Antrag nicht schwer. Aber lasst es auch nicht zu entspannt angehen, denn der 15. Juli ist der Stichtag für alle Bewerbungen. Bis dahin müssen Abiturzeugnisse und alle sonstigen Dokumente bei den Unis eingegangen sein – zumindest falls euer favorisierter Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Sollet ihr euch im Dschungel der unzähligen Studienfächer noch nicht ganz so zurechtfinden, habe ich einen Tipp für euch: Meldet auch auf der Seite „hochschulstart.de“ an. Dieses Portal ist nicht nur essential für jede Bewerbung, sondern hilft euch, auch einen Überblick über Studiengänge und Bewerbungsfristen zu bekommen. Ich laufe so langsam richtig warm und freue mich auf den neuen Lebensabschnitt, der bald beginnt. Außerdem kann ich dann endlich diese lästige und mir täglich gestellte Frage, wann und wo mein Studium beginnt, mit hundertprozentiger Sicherheit beantworten.

Gap Year

Tere!

„Tere! Kuidas läheb?“, das war Estnisch und bedeutet: „Hallo! Wie geht es dir?“ Wieso erzähle ich euch das? Nun, ich versuche seit zwei Monaten Estnisch zu lernen. Darüber sind viele Menschen in meinem Umfeld im ersten Moment erstaunt, manchen muss ich auch erst erklären, wo genau Estland liegt. Doch die Frage ist tatsächlich berechtigt, wieso lerne ich eine Sprache, die weltweit von nur 1,3 Millionen Menschen gesprochen wird? Dazu muss ich etwas weiter ausholen: Estland hat auf mich schon als Kind eine unfassbare Faszination ausgeübt. Egal ob Bilder des Landes im Internet, die Beiträge beim Eurovision Song Contest oder Reiseführer, die ich mir nur zum Anschauen gekauft hatte – ich war irgendwie verzaubert von dem kleinen baltischen Land. Meine Mutter und meine Schwestern erzählen noch bis heute auf Familienfeiern, wie ich mit neun Jahren einmal einen Zoo in Estland angerufen habe, nur um die Sprache zu hören. Über die Jahre ist meine Estland-Obsession etwas zurückgegangen, doch im vergangenen Jahr buchte ich einfach einen Flug nach Tallinn und verbrachte in der estnischen Hauptstadt vier Tage. Sofort wurde ich von der mittelalterlichen Altstadt und der wunderschönen Natur eingenommen. Mir war klar, ich muss hier nochmal hin, also verbringe ich im August eine Woche in Estland und fahre auch auf die größte Insel des Landes „Saaremaa“. Um dort ein bisschen besser mit den Einheimischen in Kontakt kommen zu können und auch ein kleinwenig, weil es im Lebenslauf cool aussieht, lerne ich im Selbststudium Estnisch. Leider ist die Sprache grammatikalisch sehr anspruchsvoll. Sie ist übrigens mit der ungarischen und der finnischen Sprache verwandt und sieht für deutsche Augen manchmal sehr witzig aus, „kuulilennuteetunneliluuk“ ist beispielweise ein bekannter estnischer Zungenbrecher. Dieses Wort beschreibt, die Luke, aus der eine Kugel herausfliegt, wenn sie einen Tunnel verlässt. Auch ist es nicht unüblich, wenn mehrere Umlaute auf einander folgen wie in „rääkima“ (sprechen) oder „kuu üür“ (Monatsmiete). Perfekt beherrschen werde ich die Sprache im August also nicht. Davon lasse ich mich aber nicht entmutigen und lerne fleißig weiter Vokabel wie „öö“ (Nacht), „küsimus“ (Frage), oder „Terviseks“ (Prost).