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Die Lehrer von morgen

Die Odyssee der verlorenen Hausarbeit – Teil 1

Dass es bei manchen Hausarbeiten zu zeitlichen Verzögerungen zwischen Vorhaben, tatsächlichem Schreibprozess und Abgabe kommt, kennt wohl jeder Studierende. Doch so etwas wie mit meiner Soziologie-Hausarbeit ist mir bisher noch nicht passiert.
Unser Soziologie-Dozent sagte immer sehr entspannt: „Wenn ihr eine Hausarbeit schreiben möchtet, könnt ihr die bis 2023 abgeben, da gehe ich in Rente.“ Selbst zu zweit eine Hausarbeit zu verfassen, sei kein Problem, man solle dann eben 20 statt 15 Seiten schreiben. Dieses Vorhaben nahmen eine Freundin und ich im Frühling 2017 auf.
Im April hatte ich die ersten Seiten für diese Hausarbeit geschrieben, danach sollte sie an der Reihe sein, dann noch einmal ich. Die Hausarbeit hatte für sie jedoch erst einmal keine Priorität, es warteten andere Arbeiten – solche mit konkreten Deadlines. Ich hatte dafür großes Verständnis und machte mir keine Gedanken. Im Herbst hatte sie wichtige mündliche Prüfungen und da sie eine nicht bestand und eine harte Zeit durchlebte, wollte ich sie nicht mit unserer Abgabe nerven. Um mich auf meine wissenschaftliche Arbeit konzentrieren zu können, die ich seit Oktober schrieb, verteilten wir die Aufgaben neu: Ich erledigte einen weiteren Teil der Arbeit, nun war nur noch sie an der Reihe. Der Dozent gab uns dann doch Weihnachten als Deadline vor.
Kurzum: Meine Freundin hielt diese nicht. Am 28. Dezember schrieb sie mir, sie bringe die Arbeit jetzt zur Post. Ich sendete parallel meinen Modulschein an den Dozenten und verwies auf die gemeinsame Hausarbeit. Anfang Januar stand auf der Homepage des Dozenten, alle Hausarbeiten seien korrigiert und abholbereit. Ich schrieb eine E-Mail, ob ich auch ohne meine Freundin zur Besprechung kommen könne. Er antwortete, er habe bereits überlegt nach mir zu fahnden, es sei nämlich keine Arbeit bei ihm eingegangen. Meine Freundin hatte mir die Endfassung der Arbeit nicht digital geschickt. Nun war sie im Urlaub, ohne ihren Laptop! Was sollte ich bloß machen? Wie es weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Beitrag …

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Feb 20, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Feb 20, 2018

Die Lehrer von morgen

Frustrationstoleranz

Ich hatte während meiner ganzen schulischen Karriere gute Noten – nie etwas Schlechteres als eine Drei auf dem Zeugnis und in Klassenarbeiten sind – abgesehen von der einen Fünf in Latein – die Vieren an einer Hand abzählbar. In Düsseldorf mit Germanistik und Soziologie ging es weiter: Auf meinem ersten Bachelorzeugnis finden sich nur gute und sehr gute Noten.
Die Sache ist allerdings, dass unterschiedliche Studienfächer unterschiedliche Anforderungen stellen. In Mathe ist es mit viel Vorbereitung oft gut möglich, eine Eins zu schreiben, aber sich mit Halbwissen durchzumogeln, ist nicht machbar.
Vor dem Studium wurde mir von ein paar Leuten gesagt, dass ich durch alle Klausuren fallen würde und das aber normal sei – dem war immerhin nicht so. Zwei Klausuren habe ich erst im zweiten Versuch bestanden, aber beim Studieren aufgehalten hat mich das nicht. Mit genug Vorbereitung ist jede Klausur zu schaffen, finde ich.
Das war zumindest meine Ansicht bis zur Klausur in Analysis III vor Kurzem. Fünf schwierige Aufgaben in 90 Minuten – ich war mit dem Zeitdruck überfordert und habe nicht zeigen können, dass ich den Stoff beherrschte. Bei den anderen lief es ähnlich bescheiden. Die Noten ließen ziemlich lange auf sich warten, weil der Prof damit haderte, wie er die Noten vergeben sollte.
Nun steht fest: Ich bin durchgefallen. Mein Ziel, in diesem Semester alle Prüfungen direkt zu bestehen, habe ich leider nicht erreicht. Aber ehrlich gesagt finde ich das gar nicht so schlimm. Wenn ich knapp bestanden hätte, würde ich mich zwar darüber freuen, ab Anfang März richtig Ferien zu haben, mich aber womöglich über die schlechte Note ärgern, die nicht meinen Wissensstand widergespiegelt hätte. So habe ich noch einmal die Chance, im zweiten Versuch zu beweisen, was ich kann. Und da die Nachklausur mit Mitte März relativ früh ist, habe ich danach noch einen Monat Ferien.
Was ich durch diese Erfahrung feststellte: Seit ich Mathe studiere, ist meine Frustrationstoleranz eine ganz andere als früher. Durchfallen ist natürlich blöd, aber kein Weltuntergang.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Feb 16, 2018

Die Lehrer von morgen

Überstanden

Jetzt kann ich wieder durchatmen. Nach einer langen und intensiven Lernphase habe ich nun meine letzte Klausur für das Wintersemesters geschrieben. Wieder gab es Hochs und Tiefs. Momente in denen ich schier verzweifelte und solche, in denen mir das Lernen sogar Spaß machte. Ich merkte, wie ich an meine Grenzen stieß und wie mein Körper schlapp machte, worauf ich ihn mit Fastfood und Koffein am Leben hielt. Außerdem hätte ich wohl Psychologie im Nebenfach studieren sollen, denn des Öfteren musste ich eine Kommilitonin beruhigen und ihr Mut zusprechen – oder umgekehrt. Im Nachhinein lachen wir darüber, wie wir uns gegenseitig therapierten.
Doch jetzt ist dieses Semester geschafft und ich blicke voll Freude auf meine langersehnten Semesterferien. Ferien, in denen ich tatsächlich mal kein Praktikum an einer Schule absolvieren muss, sondern nur eine kurze Zeit bei der Post arbeite. Endlich beschäftige ich mich in dieser vorlesungsfreien Zeit mal nur mit mir. Ich habe Freizeit.
Ich suchte mir heute schon eifrig Kochrezepte aus, lud meine Freundinnen zum Brunch ein und machte einige Treffen aus. Ich freue mich riesig, endlich ohne schlechtes Gewissen ausschlafen zu können oder auch einfach mal nichts zu tun. Ebenso habe ich vor, mal wieder ein Buch zu lesen, das kein Fachbuch ist.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Feb 15, 2018
Autor: Eva
Rubrik: studium
Feb 15, 2018