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Die Lehrer von morgen

Lissabon – Teil 1

Im letzten Dezember war ich mit dem Zug auf dem Nachhauseweg. Als ich mich in meinen Sitz fallen ließ, hörte ich, wie eine bekannte Stimme telefonierte. Es war eine ehemalige Schulfreundin. Sie saß voll bepackt mit Gepäck im gleichen Waggon wie ich. Sie war auf dem Weg nach Hause, denn sie hatte Weihnachtsferien.
Meine Freundin macht ein Auslandsjahr in Lissabon. Wir unterhielten uns während der Zugfahrt über ihren Auslandsaufenthalt, was sie alles erlebte und wie überwältigend die Eindrücke dort für sie sind. Fasziniert lauschte ich ihren Erfahrungen. Ich finde es wahnsinnig mutig, eine solch lange Reise zu unternehmen und sich für ein Leben im Ausland zu entscheiden. Leider kann sie dort keine Studiencredits für ihr Lehramtsstudium sammeln, belegt dort dafür aber Sprachkurse. Ihr Aufenthalt wird von Erasmus+ mit einer Geldsumme unterstützt, die immerhin die Miete abdeckt.
Kurzerhand lud sie mich zu sich ein. Zunächst war ich etwas skeptisch. Lissabon beziehungsweise Portugal war nie ein Wunschziel von mir. In der Prüfungszeit entschied ich mich trotzdem, einen Flug zu buchen. Schon vergangene Woche saß ich dann im Flieger.
Ich war sehr aufgeregt, vor allem weil ich erst ein einziges Mal geflogen war. Es verlief reibungslos und meine Freundin empfing mich am Flughafen. Wir fuhren mit der Metro, der U-Bahn, zu ihrer Wohnung, die sehr zentral liegt. Ich liebte die alten Holzdielen in ihrem Zimmer. Da es bereits spät am Abend war, schlenderten wir noch etwas durch die Gässchen und gingen früh schlafen, um für den nächsten Tag fit zu sein.
Nach einem gemütlichen Frühstück am Morgen, kauften wir uns Cidre und schlenderten zum nächsten Aussichtspunkt. Die Sonnenstrahlen kitzelten mein Gesicht und der atlantische Wind wehte durch die Palmen. Vor allem nach den regnerischen Tagen in Deutschland, tat die Sonne unglaublich gut.
Was ich noch erlebte, erfahrt ihr in meinem nächsten Blog, ihr dürft gespannt sein!

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Apr 15, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Apr 15, 2019

Die Lehrer von morgen

Was mache ich eigentlich im Referendariat?

Innerhalb meines Referendariats befinde ich mich aktuell im ersten Ausbildungsabschnitt von dreien. In dieser Zeit sollen wir insgesamt 14 Stunden pro Woche an der Schule sein. In wie vielen Stunden wir selbst den Unterricht übernehmen und in welchen wir nur hospitieren, ist nicht vorgegeben und kann mit der Mentorin flexibel abgesprochen werden. Bei mir sind es aktuell drei Doppelstunden pro Woche, in denen ich selbst den Unterricht gestalte. Von diesen 14 Stunden dürfen wir auch drei bis fünf pro Woche in den Außendiensten hospitieren. Das sind zum Beispiel Kindergärten, in denen Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen der Frühförderung unterstützt werden.

Wenn ich unterrichte, sitzt momentan immer meine Mentorin hinten mit drin. Manchmal geht sie auch etwas erledigen und ist für ein paar Minuten weg. Am Ende des ersten Ausbildungsabschnitts (im Juli) wird in einem Ausbildungsgespräch mit dem Schulleiter, meiner Mentorin und meiner Ausbilderin entschieden, ob ich nach den Sommerferien sechs Stunden in der Woche eigenständigen Unterricht halten darf, bei dem dann niemand mehr dabei ist. Ab dann kann ich auch für Vertretungsstunden, Pausenaufsichten etc. eingeteilt werden.

Meine 14 Stunden Schule habe ich auf drei Tage verteilt: Montag, Donnerstag und Freitag. Die Schule geht an diesen Tagen von 7.40 bis 12 Uhr. Am Dienstag habe ich von 9 bis 12.30 Uhr Seminar in Stuttgart. Dort frühstücken wir gemeinsam, reflektieren unsere letzte Woche, besprechen aktuelle Themen und bekommen einen Input, zum Beispiel zum Thema „Wie schreibe ich einen ausführlichen Unterrichtsentwurf?“. Mittwoch ist mein freier Tag, an dem nachmittags manchmal Konferenzen oder andere Veranstaltungen der Schule stattfinden. Am Donnerstag habe ich nach der Schule eine feste Besprechungszeit mit meiner Mentorin. Dort reflektieren wir meine gehaltenen Unterrichtsstunden und alles, was sonst so ansteht, und planen die weiteren Einheiten. Freitags treffe ich mich alle zwei Wochen für eine halbe Stunde mit dem Schulleiter und er unterrichtet mich im Bereich Schulkunde. Zusätzlich habe ich im ersten Ausbildungsabschnitt zwei Seminare wählen müssen. Meine Seminare sind zum Thema Elterngespräche und zum Thema Diagnostik und finden beide einmalig am Wochenende statt, jeweils Freitagnachmittag und Samstag ganztägig. Neben diesen ganzen Präsenzverpflichtungen muss ich natürlich zu Hause dafür sorgen, dass ich meinen Unterricht rechtzeitig vorbereite.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Apr 10, 2019

Die Lehrer von morgen

Das psychologische Gutachten

Im späteren Berufsalltag ist es für einen Sonderpädagogen obligatorisch, Schülerinnen und Schüler mit normierten Verfahren zu testen. Mit diesen Ergebnissen können weitere Diagnosen oder Therapieziele aufgestellt werden. Die Resultate werden dann in einem psychologischen Gutachten für das jeweilige Kind festgehalten.
Um auf diese Aufgabe vorbereitet zu werden, sollte jeder Student in den Semesterferien ein solches Gutachten erstellen. Hierzu arbeitete ich in einer Dreiergruppe. Wir mussten uns ein Kind aussuchen, bei dem ein sprachheilpädagogischer Förderbedarf besteht. Da eine Kommilitonin von mir regelmäßig Nachhilfe bei einem Kind mit Hörgerät gibt, mussten wir nicht lange suchen. Das Mädchen willigte ein, sich von uns testen zu lassen, auch die Erziehungsberechtigten gaben ihre Erlaubnis.
Unsere Forschungsfrage war, ob die Probandin aufgrund des Hörgeräts Probleme beim Lesen und mit der Rechtschreibung hat. Wir führten hierzu zwei Tests durch, einen Intelligenztest und einen, der die phonologische Bewusstheit testet.
Am ersten Tag testeten wir die Intelligenz, da dieser Test zeitlich aufwendiger ist. Ich las die Instruktionen vor, eine Kommilitonin stoppte die Zeit und eine weitere protokollierte alles. Am selben Tag werteten wir den Test aus, was nochmals viel Zeit in Anspruch nahm.
Am nächsten Morgen führten wir den Test zur phonologischen Bewusstheit durch. Dieser war in seiner Durchführung und Auswertung schnell abgehandelt.
Durch diese Tests konnten wir unsere Fragestellung beantworten: Die Probandin zeigte aufgrund des Hörgeräts keine Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben.
Der folgende Schritt wird die Gutachtenerstellung sein, bei der wir unsere Ergebnisse schriftlich festhalten. Zudem müssen eine Anamnese, also die Vorgeschichte der Krankheit, und eine kleine Biografie der Probandin erstellt werden.
Eigentlich hatte ich keine Lust auf die Gutachtenerstellung gehabt. Doch letztlich machte mir das Testen und das Festhalten der Ergebnisse unheimlich viel Spaß.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Apr 1, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Apr 1, 2019