Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Die Lehrer von morgen

Die Bedeutung der Stimme

Im Schwerpunktfach Sprachheilpädagogik spielt die Stimme eine bedeutende Rolle. Eine geschädigte Lehrerstimme hat Auswirkungen auf die Erinnerungsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit der Schüler. Sie können diese krankhaften Stimmanteile nicht nur imitieren, sondern empfinden diese auch als unangenehm.

An unserem Lehrstuhl gibt es Dozenten mit einer Logopädenausbildung, die Stimmtherapien für Studierende anbieten. Es kann eine Stimmumfangsdiagnose gemacht werden, um krankhafte Stimmanteile zu entschlüsseln. Zudem wird zu einem Besuch beim Phoniater geraten.

Ich selbst war oft unzufrieden mit meiner Stimme. Ich empfand sie als verwaschen und sprach mit sehr viel Druckausübung, weswegen ich das Angebot des Lehrstuhls annahm. Tatsächlich wurde bei mir eine leichte funktionelle Dysphonie festgestellt. Das bedeutet, dass ich mit viel Spannung spreche und meine Atmung nicht angemessen einsetzen kann. Auf Bildern des Phoniaters wurde gesehen, dass sich meine Stimmlippen nicht vollständig schlossen. Es war spannend, die Kehlkopfbewegungen zu beobachten und das sogar in 3-D.

Ich besuchte nach dieser Diagnose drei Semester lang den Logopäden. Es machte mir unheimlich viel Spaß! Wir entspannten viel, unterhielten uns oft und ich spürte eine Verbesserung. Ich wurde nicht nur stimmlich sicher, mein Selbstbewusstsein wurde deutlich größer.

Die abschließende Diagnose beim Phoniater war deutlich besser. Die Übungen, die ich vom Logopäden mitnehmen durfte, werde ich beibehalten. Besonders morgens tut es der Stimme unheimlich gut, aufgewärmt zu werden.

Weiterhin ist es für meine berufliche Laufbahn von großer Bedeutung, lange, viel und anstrengungslos sprechen zu können. Es hat nicht nur einen Mehrwert für mich, sondern auch für meine Schüler.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Aug 8, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Aug 8, 2019

Die Lehrer von morgen

Schlechte Noten geben

Eigentlich bin ich wirklich gerne Tutorin. Es ist toll, wenn die Studierenden durch meine Erklärungen den Stoff besser verstehen. Außerdem lerne ich selbst die Dinge beim Erklären noch einmal genauer und man bekommt einen Blick hinter die Kulissen.

In den vergangenen Semestern habe ich Physiker und Informatiker tutoriert, und damit Menschen, die ich vorher nicht kannte. Das war dieses Jahr anders. In Linearer Algebra für Lehrämtler und Informatiker sitzen viele Mathe-Lehramtsstudierende. Und auch wenn keiner von ihnen in mein Tutorium eingeteilt wurde, saß ich in der dazugehörigen Vorlesung mit Menschen, die ich größtenteils zumindest vom Sehen her kannte oder mit denen ich sogar zwischen Tür und Angel gerne mal ein bisschen quatsche. Der Bezug zu den Lehramtsstudierenden war dementsprechend emotionaler als sonst. Das merkte ich spätestens bei der Korrektur der Klausur, die wir Tutoren im Team übernahmen. Einige der Lösungen brachten uns zum Schmunzeln. Eine Studentin hatte beispielsweise einen Tiger auf die Rückseite ihrer Klausur gemalt, weil sie früher fertig geworden war. Ein anderer Student entschuldigte sich für seine miserable Handschrift. Gerade die Studierenden, die ich etwas besser kannte, hatten unsere Aufgabe leider wenig erfolgreich bearbeitet. Ganz besonders traf es mich bei zweien, denen ich keinen einzigen Punkt geben konnte, und dann beim Zusammenrechnen aller Punkte feststellen musste, dass am Ende keine gute Note herauskommen würde.

In der Einsicht gab es dann zum Glück noch einige positive Ergebnisse, einige Studierende konnten noch Punkte herausdiskutieren und damit eine bessere Note erzielen. Ein bisschen war ich trotzdem. Ich hätte gerne allen Studierenden, die ich kenne, eine gute Note gegeben. Als Lehrerin muss aber natürlich fair bewerten. Vielleicht haben sie im Semester zu wenig getan, vielleicht liegt ihnen Mathematik auch einfach nicht genug. In der Schule habe ich später aber noch stärker als in meinem Tutorium die Möglichkeit, durch guten Unterricht den Stoff zu vermitteln und meine Schülerinnen und Schüler zum Lernen zu motivieren – im Studium liegt das nämlich nicht in der Verantwortung des Dozenten oder der Tutoren.

Autor: Janna  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 6, 2019
Autor: Janna
Rubrik: orientieren
Aug 6, 2019

Die Lehrer von morgen

Praktische Erfahrungen

Neulich hielt ich in der siebten Klasse eine Religionsstunde. Die Klasse wünschte sich, etwas über das Judentum zu erfahren. Ich überlegte mir eine Thematik und suchte passende Lernziele aus dem Lehrplan heraus.
Die Unterrichtsstunde sollte über die Stufen des jüdischen Lebens gehen: Beschneidung, Bar Mizwa, Ehe und Tod. Zu jeder Stufe bereitete ich ein passendes Poster vor, zu denen die Schüler Aufgaben bekamen. Weiterhin gab es Gruppenarbeiten mit Informationstexten, die die visuellen Eindrücke ergänzen sollten. Zentrale Erkenntnisse hielten wir an der Tafel fest. Im Transfer beschrieben die Schüler die Stufen des christlichen Lebens und zeigten Unterschiede zu den jüdischen Stufen auf.
Da wir einen äthiopischen Jungen in der Klasse haben, der über wenige Deutschkenntnisse verfügt, bereitete ich differenziertes Material für ihn vor. Dazu ließ ich Arbeitsaufträge und Arbeitsblätter von einem äthiopischen Freund übersetzen. So konnte auch dieser Schüler am Unterricht teilnehmen.
Besonders war, dass mein Dozent die Unterrichtsstunde beobachtete und bewertete. Im Großen und Ganzen verlief meine Religionsstunde sehr gut. An ein paar Kleinigkeiten muss ich aber noch feilen. Ich war ziemlich zufrieden mit meiner Leistung und fühlte mich in der Rolle als Lehrkraft sehr wohl.
Das Praktikum neigt sich nun dem Ende zu. Ich durfte nochmals neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln, bevor ich mich ins Referendariat stürze. Es war mein letztes Pflichtpraktikum, das ich an der Universität absolvieren musste und dennoch fühle ich mich praktisch noch sehr unvorbereitet.

 

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jul 31, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jul 31, 2019