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Praktikum im Studium

Flohmarkt als Rechenübung

Kurz vor den Sommerferien besuchte mich mein Dozent an meiner Praktikumsschule. Er wollte einen kleinen Einblick bekommen, inwieweit ich für den Beruf der Sonderschullehrerin tatsächlich geeignet bin. Ich bereitete eine Unterrichtsstunde für meine 2. Klasse am Förderzentrum vor.
Es sollte um das Thema Geld, speziell um eine Einkaufssituation gehen. Ich wählte als Szene einen Flohmarkt aus. Die Schüler erhielten Einkaufszettel, außerdem hatte ich kleine Geldbeutel gebastelt und mit echten Münzen befüllt. Die Unterrichtsstunde war differenziert aufgebaut: Die einen Schüler sollten mir für die Gegenstände auf ihrem Einkaufszettel das Geld passend geben, andere erhielten Rückgeld, das sie berechnen mussten. Vertieft habe ich das Ganze auf einem Arbeitsblatt. Hier waren auch diejenigen Gegenstände vom Flohmarkt abgebildet, die die Schüler einkaufen sollten. Sie mussten die Summe der Gegenstände berechnen, bei den Lernstärkeren war diese schon vorgegeben und sie mussten die Differenz bestimmen.
Alles in allem war ich sehr zufrieden mit meiner Unterrichtsstunde. Ich konnte die Schüler motivieren und aktiv beteiligen, was ihnen wahnsinnig Spaß machte. Allerdings war der Materialaufwand enorm. Eine Flohmarkttheke und individuelle Einkaufszettel sowie Geldbeutel anzufertigen, sprengte den Zeitrahmen, der für eine Unterrichtsstunde gedacht war. Ebenso muss ich ein vollständiges Portfolio – eine Ausarbeitung zu der Stunde – vorlegen. Dennoch merkte ich wieder, welche Begeisterung und welchen Elan die Vorbereitung in mir auslöste. Es machte richtig Spaß! Auch der Dozent wirkte zufrieden mit meiner Stunde.
Leider musste ich mich bereits von meiner Klasse verabschieden, da die Sommerferien gestartet sind und mein studienbegleitendes Praktikum damit sein Ende nahm.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Aug 9, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Aug 9, 2017

Praktikum im Studium

Klischees der Mittelschule

In meinem Praktikum an einer Mittelschule wurde ich von außen immer wieder mit Klischees über Mittelschüler konfrontiert. Deshalb fragte ich mich, wie kann ich diesen als Lehrerin entgegenwirken?
Leider machen es uns die Medien nicht einfach, die positiven Aspekte der Mittelschule herauszustellen. Das Nachmittagsprogramm im Fernsehen trieft vor Stereotypen, die aggressiv sind oder als dumm abgestempelt werden.
Dabei können Klischees so viel Schaden anrichten. Begriffe wie „Restschule“ oder „perspektivlos“ lassen die Schüler nicht nur schlecht dastehen, sondern verletzen diese auch psychisch.
Als angehende Lehrerin möchte ich daher dafür einstehen, die positiven Seiten eines Schülers herauszustellen, statt nur seine negativen zu bewerten. In meinem Praktikum gab es beispielsweise einen Schüler, der schon zwei Wochen im Jugendgefängnis verbringen musste. Er hatte zahlreiche Verweise und war kurz davor, vom Unterricht ausgeschlossen zu werden. Dennoch bot er mir als Praktikantin einen Stuhl an und war sehr freundlich zu mir, als ich mit ihm in Mathe die Gleichungen übte. Das zeigt doch: In jedem steckt Potenzial.
Umso wichtiger war es mir, mir selbst ein Bild der Mittelschule zu machen. Das wäre meiner Ansicht nach auch für Kinder und Jugendliche wichtig. So könnte es zum Beispiel helfen, Programme mit anderen Schulen zu starten, um die Entfremdung der Schularten zu stoppen und den Schülern die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens zu geben.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jul 3, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jul 3, 2017

Praktikum im Studium

Schubert in der Förderschule

Heute war eine Schulaufführung in der Waldorfschule für geistig behinderte Kinder, in der wir unser Kulturarbeit-Projekt umsetzen wollen. Alle Klassen (von der 1. Klasse bis zur Werkstufe) haben präsentiert, was sie im Musik- und Eurhythmieunterricht zuletzt gelernt haben. Es gab also viele Gesangs- und Tanzdarbietungen. „Unsere“ Klasse hat auch etwas aufgeführt und ich glaube, es war gut für sie, dass wir sie auch dabei begleiten und unterstützen konnten. Den Zusammenhalt hat das sicherlich noch einmal gestärkt.
Besonders beeindruckt war ich aber von der Werkstufe, beziehungsweise von ihrem Lehrer. Er hatte mit ihnen die Komposition zum „Erlkönig“ von Franz Schubert einstudiert. Es gab eine Klavierbegleitung und die Schülerinnen und Schüler haben als Chor gesungen. Was mir daran gefallen hat, waren zwei Dinge: Erstens hat die Stufe das sehr gut gemacht und es war eine hochwertige Aufführung. Zweitens aber fand ich es toll, dass der Lehrer überhaupt ein solches Stück ausgewählt hatte. Denn es ist doch schade, wenn geistig behinderten Jugendlichen nur Kinderlieder zugetraut werden – warum sollten sie nicht auch anspruchsvolle klassische Musik singen können? Wenn sie es können – und das konnten sie – und Spaß daran haben – davon gehe ich nach der Darbietung auch stark aus –, spricht doch nichts dagegen. Ich fand das ein sehr schönes und inspirierendes Beispiel dafür, dass Förderschulen nicht einfach nur Beschäftigungsmaßnahmen und Bespaßungstherapie darstellen, sondern hier genauso etwas Großes erreicht werden kann wie an anderen Schularten. Besonders für unser Bilderbuch-Projekt wird das eine gute Motivation sein.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 13, 2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jun 13, 2017