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Studieren im Ausland

Aller Anfang ist mühselig

Das Kurssystem in Riga ist in Blöcke gegliedert. Ich belege Gynäkologie und Geburtshilfe, Psychiatrie, Augenheilkunde, Dermatologie und Urologie. Die Blöcke sind jeweils eine bis drei Wochen lang. Spannend ist, dass wir Erasmus-Studierende die Kurse zusammen mit den lettischen Studierenden besuchen.
Die erste Hürde, die mir bewusst geworden ist, ist die Sprache. In Riga wird auf Englisch, zum Glück nicht auf Lettisch, studiert, was in unserem Uni-Alltag in Münster sehr selten bis gar nicht der Fall ist. Meine Zeit in Asien ist da sehr hilfreich, aber von Fachsprache bin ich doch noch recht weit entfernt. Dementsprechend schüchtern saß ich in den ersten Stunden, ohne mich groß zu beteiligen – dabei kann eigentlich nur Übung helfen, sich sprachlich und fachlich weiterzuentwickeln.
Die Gruppe hat mich von Anfang an sehr freundlich aufgenommen. Ich wurde direkt nach der ersten Einheit zum Frühstücken in ein Café eingeladen, zur WhatsApp-Gruppe hinzugefügt und habe mich dadurch wohl gefühlt und den Eindruck gewonnen, auch außerhalb des Erasmuskreises Anschluss finden zu können. Mir wurde bewusst, was für ein Geschenk es ist, so viele verschiedene Menschen aus verschiedenen Ländern kennenlernen zu dürfen.
Die Kurse finden in verschiedenen Krankenhäusern statt, die über die gesamte Stadt verteilt liegen. Der erste Kurs zum Thema Geburtshilfe wurde in der Nähe meiner WG veranstaltet. Das war sehr praktisch, denn so hatte ich morgens noch Zeit zum Laufen. Interessant fand ich, wie streng in diesem Krankenhaus auf Kleidung geachtet wird: Jacken müssen an der Garderobe abgegeben werden, Schuhe werden gewechselt oder es muss Plastik über sie gestülpt werden, es müssen Kittel angezogen werden und auf Station gehört zusätzlich noch eine weiße Hose dazu.
Ich freue mich auf das, was noch auf mich zukommt. Spannend ist das, aufregend und wunderbar herausfordernd!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jul 11, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jul 11, 2019

Studieren im Ausland

Suche nach der Bachelorarbeit

Das Thema für eine Bachelorarbeit sollte gut überlegt sein. Immerhin muss man sich drei Monate lang jeden Tag damit beschäftigen. Dementsprechend früh fing ich also mit der Suche an.
Da ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich meine Bachelorarbeit bei einem Unternehmen oder an der Uni schreiben will, versuchte ich es zunächst auf den zahlreichen Vermittlungsseiten im Internet, auf denen neben Jobangeboten, Praktikumsstellen und Werkstudententätigkeiten auch Themen für wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben sind. Dabei fiel mir auf, dass die Unternehmen, die sich auf erneuerbare Energien spezialisiert haben, offenbar nicht nur ein Faible für dezentrale Energien, sondern auch für dezentrale Städte haben. Als mir bei der Suche klar wurde, dass es mich nicht aufs Land zieht, beschloss ich, mich auf Aachen zu konzentrieren. Nach dem aufregenden Auslandssemester in Marseille bin ich vermutlich froh, wieder in eine gewohnte Umgebung zu kommen, in der mich kein zusätzlicher Stress durch Vermieter, Nachbarn oder Internetanbieter erwarten dürfte. Deshalb wollte ich auf dem internen Portal meiner Uni etwas Passendes finden. Dort werden freie Hiwi-Stellen und wissenschaftliche Arbeiten ausgeschrieben. Da die RWTH eine ziemlich große Uni mit vielen Instituten ist, wurde ich hier schnell fündig. Leider bekam ich von den ersten Betreuern, denen ich Interesse signalisierte, eine Absage, weil die Arbeiten schon vergeben waren. Die interne Plattform der RWTH ist zwar sehr umfangreich, aber nicht immer aktuell. Als ich es ohne große Hoffnung eine Woche später wieder versuchte, sprangen mir wider Erwarten einige neue interessante Themen ins Auge. Alle wurden vom Institut für Hochspannungstechnik angeboten. Ich machte Termine für Gespräche aus und habe mich diese Woche für einen Betreuer und ein Thema entschieden.
Jetzt gilt es, das Thema gemeinsam mit meinem Betreuer zu konkretisieren und die genaue Aufgabenstellung auszuarbeiten.

 

Studieren im Ausland

Schimmel, Flamingos und Stiere

Was haben Schimmel, Flamingos und Stiere gemeinsam? Ihre Verbindung findet sich in der Camargue, ein Naturschutzgebiet in Frankreich, das für seine Stier- und Pferdezucht sowie für seine zahlreichen Salzseen bekannt ist, in denen sich unzählige wilde Flamingos heimisch fühlen.
Dieses Naturschauspiel wollten mein Freund und ich uns trotz des schlechten Wetters gerne ansehen. Zunächst verstanden wir die Faszination dieses Landstrichs nicht so recht, die von Weideland und vereinzelten weißen Pferden geprägt ist. In der Hauptstadt der Camargue, in Saint-Maries-de-la-Mer, legten wir unsere Mittagspause ein. Auf dem Weg in die Stadtmitte hatten wir Menschen auf einem Kirchdach beobachtet. Wir waren Feuer und Flamme, es ihnen gleichzutun. Und tatsächlich bot sich uns dort oben ein toller Blick über die von allen Seiten mit Wasser umgebene Stadt: Im Norden die Salzseen, im Süden das Meer.
Mit dem Auto wagten wir uns im Anschluss tiefer in die Camargue hinein. Im Schritttempo fuhren wir durch Salztümpel und seichtes Weideland und sahen vereinzelte Stierherden und reichlich Flamingos. Über der ganzen Szenerie hing ein grauer Schleier am Himmel, der der Gegend eine mysteriöse Atmosphäre verlieh. Spätestens jetzt zog uns die Faszination und Schönheit der Camargue doch noch in ihren Bann.
Auf dem Rückweg nach Marseille hielten wir in Arles, einer alten Römerstadt, wo gerade ein Festival stattfand. Im noch vollständig erhaltenen Römertheater fanden Stierkämpfe statt. Am Eingang des Theaters konnten wir einen Blick auf zwei Stierkämpfer werfen, die mit einem roten Tuch einen ziemlich ermüdeten Stier provozierten. Die Beklemmung, die angesichts dieser Szenerie in mir aufkam und die Fröhlichkeit der feiernden Stadt lösten ein widersprüchliches Gefühl in mir aus. Trotzdem war es interessant, die Kultur und Tradition dieser Gegend hautnah mitzuerleben.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Jul 3, 2019