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Studieren im Ausland

Unendliche Möglichkeiten

Hätte ich mir vor wenigen Wochen vorstellen können, Tee zu trinken und dabei kleine Kängurus und Erdmännchen zu streicheln? Oder mitten inmitten von kreischenden Mädchen K-Pop-Aufführungen auf der Straße zu sehen? Oder etwa den Sonnenuntergang vom Namsan Fernsehturm aus zu beobachten? Wohl eher nicht! Seoul ist eine unglaubliche Stadt, die unheimlich viel zu bieten hat. Dazu gehören auch die Themencafés: Ich war zum Beispiel in einem „Animal Café“, in dem Erdmännchen, Kängurus, Polarfüchse und kleine Raubkatzen zusammenleben. Dort angekommen musste ich meine Sachen sicher verstauen, meine Hände desinfizieren und die Regeln des Cafés lesen und befolgen. Als schließlich drei schlummernde Erdmännchen auf meinem Schoß lagen, war es schwierig, nicht die Fassung zu verlieren. Ich fand die Atmosphäre schön, aber mir ist auch bewusst, dass es nicht richtig ist, diese Tiere in Gefangenschaft zu halten und ihnen den Kontakt zu Menschen aufzudrängen. Es gibt wohl in Seoul noch eine Vielzahl solcher Cafés, etwa mit Hunden, Katzen, Waschbären und Schafen. Diese Stadt lässt absolut schräge Dinge ganz alltäglich wirken.
Sehr amüsant finde ich, dass ein nicht unbeachtlicher Teil der Austauschstudierenden tatsächlich wegen ihrer Liebe zu K-Pop hier sind. Im Gespräch sagten mir viele, dass sie die Songtexte ihrer Idole verstehen, ihre Kultur kennenlernen und ihnen nahe sein wollten. Ich persönlich finde es faszinierend und erschreckend zugleich, wie weit diese Begeisterung für K-Pop geht – spätestens seit meine Zimmergenossin ihre Wand mit dem Gesicht ihres koreanischen Lieblingspopstars zugepflastert hat.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Oct 19, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Oct 19, 2018

Studieren im Ausland

Am anderen Ende der Welt

Als ich in Taipeh aus dem Flugzeug gestiegen bin, war ich vor allem eins: müde! Im Flieger konnte ich kaum schlafen, aber wenigstens einen Film sehen, den ich im Kino verpasst hatte.
In Taipeh angekommen passierte genau das, wovor mich zuvor alle gewarnt hatten: Niemand sprach Englisch. Dafür kam mein Koffer unversehrt und pünktlich an, was bei meinen letzten Flügen nicht immer der Fall gewesen war.
Als nächstes musste ich zum Hauptbahnhof. Die Zugfahrt dorthin dauerte eine ganze Weile. Die Züge in Taiwan sind hochmodern: An allen Sitzplätzen sind Kabel befestigt, mit denen Handys aufgeladen werden können – und die Klimaanlage funktioniert. Auf der Fahrt sah ich viele graue Betonklötze und Fabriken, aber auch Bäume, die viel größer und grüner als die in Deutschland sind.
Als ich den Hauptbahnhof verließ, schlug mir eine Hitze entgegen, wie ich sie in Deutschland nie erlebt hatte. Bis zu meinem Hostel waren es nur einige Minuten zu Fuß. Der Weg dorthin sah jedoch einfacher aus als er tatsächlich war: Um die riesigen Straßen zu überqueren, sind Brücken in Taipeh oftmals der einzige Weg. Wo es keinen Aufzug gibt, ist das mit schwerem Gepäck, gar nicht so einfach. Mein Hostel sah von außen vor allem riesig und grau aus, war aber von innen absolut cool: Mitten im Gemeinschaftsraum ragte ein Baum in die Höhe und die Betten im Schlafsaal waren mit Vorhängen versehen, die vergleichsweise viel Privatsphäre versprachen – und es mir ganz einfach machten, am ersten Abend trotz Jetlag direkt einzuschlafen.

Studieren im Ausland

Ich will (nicht) nach Berlin

So langsam muss ich mich entscheiden, wo ich mein Referendariat machen möchte. Zwei Städte stehen für mich zur Auswahl: Hamburg (meine Perle) und das dicke B, Berlin. Da kann ich eigentlich nicht viel falsch machen, trotzdem fällt mir die Entscheidung schwer.
Sie ist auch eine zwischen Altbekanntem und Neuem, zwischen „meinem Hamburg“, in dem mir viele Ecken wohl vertraut sind und ich mich ohne große Mühen wieder einleben könnte, und Berlin, das mit seinen unbekannten Seiten, mit interessanten Veranstaltungen und einem besonderen Umfeld lockt – aber auch mit der Notwendigkeit, mir ein Gefühl von „zu Hause“ erst zu schaffen. Das kann anstrengend sein.
Eines ist klar: Durch einen Umzug nach Berlin würde ich mich bestimmt stärker weiterentwickeln. Berlin eckt an, Berlin fordert heraus. Ich würde neue Impulse erhalten, neue Dinge ausprobieren und müsste offener auf neue Menschen zugehen als in Hamburg. Aber muss ich mich erneut so pushen? Wann ist der Punkt gekommen, an dem man keine starken Veränderungen mehr braucht, sondern sich auf dem bereits Erprobten und Erreichten ausruhen kann – und sollte?
Inzwischen weiß ich, dass bestehende Freundschaften in Hamburg nicht ausschlaggebend für meine jetzigen Überlegungen sind. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wir so manche Herausforderung trotz der Entfernung überstehen können. In der Zukunft werde ich ohnehin aufgrund von Familie und Arbeit unvermeidlich nicht mit all meinen Freunden am selben Ort wohnen können.
Also geht es um die Stadt und mich. Gemütlichkeit gegen Abenteuerlust. Wohlfühlen gegen Herausforderung. Sesshaftigkeit gegen Drang nach Neuem.
Ich will nach Berlin. Ich will nicht nach Berlin. Ich will nach Berlin. Ich will nicht nach Berlin. So läuft es gerade ununterbrochen in meinem Kopf. Zu wissen, was man will, ist manchmal gar nicht so einfach.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Sep 26, 2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Sep 26, 2018