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Studieren im Ausland

Angekommen?

Als ich vor ein paar Tagen mit einer Freundin telefonierte und wir unsere Pläne abglichen, wurde mir bewusst, dass ich momentan ein Leben in Etappen führe. Ich bin immer nur ein paar Monate an einem Ort, bis ich weiterziehe. Momentan bin ich in Seoul, ab Februar in Frankfurt für ein Praktikum beim Hessischen Rundfunk, ab April werde ich meine Bachelorarbeit schreiben und wenn alles nach Plan läuft, bin ich ab Juli für zwei Monate in Berlin. Danach steht wohl mein Master an, auch wenn ich noch nicht weiß, wo ich ihn machen werde oder in welchem Bereich. Bin ich Teil der digitalen Nomaden, die nirgendwo sesshaft werden und immer unterwegs sind? Bin ich auf der Suche nach mir, meinem Leben oder jage ich etwas hinterher?
Mein Leben fühlt sich momentan nicht nach absoluter Freiheit an, da ich weiterhin gewisse Erwartungen in Form von Fristen und Prüfungen erfüllen muss. Diese Dinge sehe ich nicht als Einschränkung, sondern eher als wichtige Richtungsweiser in meinem Alltag. Natürlich ist die Klausurenphase stressig, frustrierend und schlafraubend, aber würde ich mir ohne den Prüfungsdruck tatsächlich die Kursmaterialien so intensiv anschauen und versuchen, den Stoff zu verstehen? Sehr unwahrscheinlich. Meine Pflichten und Aufgaben geben meinem Aufenthalt einen Sinn und eine Funktion. Die Finanzierung läuft übrigens nur, wenn ich etwas vorweisen kann, denn niemand bezahlt jahrelange Weltreisen mit der Intention, in den Tag hinein zu leben. Mein Auslandssemester und meine Praktika öffnen mir die Welt, rechtfertigen die Finanzierung und geben mir Dinge mit auf den Weg, die man durch Reisen allein nicht bekommen kann. Ich kann jedem empfehlen, zu versuchen, so viel wie möglich zu reisen, aber dabei nicht nur Urlaub zu machen. Natürlich ist das auch schön, aber durch Aufenthalte mit mehr Inhalt und Struktur kann man deutlich mehr mitnehmen als nur hübsche Fotos und Andenken.

 

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  13.12.2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
13.12.2018

Studieren im Ausland

Wohnen im Auslandssemester

Für mich stand von Anfang an fest, dass ich in meinem Auslandssemester keine eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer mieten, sondern in einem Wohnheim unterkommen will.
In Taiwan gibt es tatsächlich jede Menge Wohnheime, allerdings ist es üblich, dass sich Bachelorstudierende ein Zimmer mit drei Mitbewohnern teilen. Die Hochbetten sind schmal und darunter stehen ein Schrank und ein Tisch. Ganz abgeneigt war ich nicht, denn wie kann man besser Studierende vor Ort kennenlernen?
Als ich bei meiner Bewerbung Prioritäten bezüglich meiner gewünschten Wohnart angeben sollte, habe ich mich dann allerdings doch für etwas anderes entschieden: das sogenannte International House. Hier gibt es je nach Wunsch sowohl Einzel- als auch Doppelzimmer, viel Platz und Gemeinschaftsräume. Ich hatte Glück: Einige Wochen nach meiner Bewerbung bekam ich die Zusage für das International House. Ein Vorteil, der mir vorher gar nicht bewusst war, ist, dass es sehr einfach ist, Anschluss zu finden: Austauschstudierende sind schließlich alle auf der Suche nach neuen Kontakten und wohnen hier zusammen in einem Haus. Wahrer Luxus ist auch, dass jeder ein eigenes Badezimmer hat und, dass beim Einzug Matratzen und Bettwäsche schon vorhanden sind. Der Normalfall in Taiwan ist nämlich, dass Studierende beim Einzug eine Matratze selbst mitbringen müssen, obwohl die Zimmer ansonsten möbliert sind. Die Nachfrage ist so hoch, dass Händler an den ersten Unitagen vor den Wohnheimen Matratzen aller Art verkaufen.
Übrigens: So schlimm wäre die WG-Suche im Ausland wohl doch nicht gewesen. Über Facebook-Gruppen und WG-Webseiten haben viele Austauschstudierende, die nicht in den Wohnheimen oder im International House untergekommen sind, eine Unterkunft gefunden. Mein Tipp: Zuerst ein Hostel buchen und sich dann die Wohnungen vor Ort anschauen. So erspart man sich böse Überraschungen!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  06.12.2018

Studieren im Ausland

Neue Sitten und Gewohnheiten

Korea ist in vielerlei Hinsicht das absolute Gegenteil von Deutschland. Das merke ich täglich an ganz kleinen Dingen. Hier ist es selbstverständlich, dass sich jeder der Studierenden nach der Veranstaltung beim Professor mit einer kleinen Verbeugung verabschiedet. Gleichzeitig ist es aber auch nicht ungewöhnlich, die ganze Vorlesung zu verschlafen oder mal kurz zu verschwinden, um sich einen Kaffee zu besorgen. Auch das Miteinander zwischen den Kommilitonen ist für mich neu. Hier werden die Studierenden aus den höheren Semestern sehr respektiert, inklusive Verbeugungen und der höflichen Siez-Form. Was ich aus Deutschland auch nicht kenne, ist den älteren Semestern selbstverständlich Kaffee mitzubringen und sie mit Snacks zu versorgen. Eines ist aber wohl international gleich, nämlich erst kurz vor den Klausuren mit dem Lernen anzufangen.
Bei mir geht es nächste Woche mit der ersten Klausur los und nebenbei muss ich ein Assignment fertig schreiben, mich auf ein Pop-up Quiz vorbereiten und mir langsam ernste Gedanken über meine Hausarbeit machen. Mein Hauptproblem ist, dass ich mir ein Thema über zeitgenössische koreanische Kunst aussuchen muss, aber die meisten Quellen zu diesem Thema auf Koreanisch sind. Mein Koreanisch-Kurs zeigt zwar erste Erfolge, aber mit wissenschaftlicher Literatur tue ich mir noch schwer. Ich habe also viel zu tun. Erste Erfolge waren bisher eine erfolgreiche Präsentation und zwei abgegebene Assignments. Mal sehen, wie gut ich die nächsten zwei Wochen überstehe!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  20.11.2018