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Studieren im Ausland

Arzt- und Ikeabesuch

Die ersten Tage nach meiner Ankunft in Taiwan waren voller Termine: Mir war das ganz recht. So knüpft man schnell neue Kontakte, lernt die Umgebung kennen und für Heimweh bleibt gar keine Zeit. Manche der Termine waren Orientierungsangebote der Uni, andere wurden von den einheimischen Studierenden organisiert.
Ein Pflichttermin war der Gesundheitscheck. Alternativ hätte ich die Möglichkeit gehabt, bereits in Deutschland meinen Impfpass übersetzen zu lassen, gegebenenfalls fehlende Impfungen nachzuholen und mich röntgen zu lassen, um Tuberkulose auszuschließen. In Deutschland ist so ein Gesundheitscheck als Bedingung für ein Studium wohl kaum denkbar, in Taiwan ist er Standard. Die einheimischen Studierenden und die Austauschstudierenden aus der Volksrepublik China mussten sogar einige weitere Untersuchungen über sich ergehen lassen. Bei ihnen wurden zum Beispiel Sehkraft und Gewicht gemessen.
Ein freiwilliges Angebot war ein Besuch bei Ikea. Die Möbelhauskette ist auch in Taiwan der erste Anlaufpunkt, wenn man sich in einer neuen Wohnung einrichten möchte. Wir kauften etwa Zahnputzbecher, Müslischalen, Wolldecken, Duschvorleger und Besteck.
Bei diesen Terminen habe ich bisher kaum Kontakte zu taiwanesischen Studierenden knüpfen können. Dafür ist es umso einfacher, neue internationale Freundschaften zu schließen – und vielleicht finden sich dann auch bald erste Einheimische, die interessiert an einem Austausch sind.

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 8, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jan 8, 2019

Studieren im Ausland

Kein Weihnachtsgefühl

Es ist ja bekannt, dass Unterschiede erst im direkten Vergleich deutlich werden. Diesen Satz kann ich momentan ganz gut nachvollziehen. Während man sich in Deutschland vor selbstgebastelten Adventskalendern, Plätzchen und Weihnachtsmärkten kaum retten kann, ist hier in Seoul ein kleiner Plastiktannenbaum in der Bibliothek das einzige, was an Weihnachten erinnert. In Heidelberg hatte ich den Weihnachtsmarkt direkt vor meiner Haustür. Die Dauerbeschallung mit Weihnachtsliedern, der Geruch nach Bratwürstchen und Glühwein und die bunten Lichter zwingen jedem Besucher Weihnachtsgefühle nahezu auf. Damit verbunden sind aber auch Gedanken an noch fehlende Geschenke, nahende Weihnachtsfeiern und alles, was noch organisiert werden muss. Ich glaube, der Großteil der Bevölkerung fiebert auf Weihnachten hin, ist aber dann doch erleichtert, wenn es wieder vorbei ist.
Hier ist es ganz anders. In Korea gibt es zwar eine große christliche Gemeinde, aber traditionell ist es kein christlich geprägtes Land. Die Isolation bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, die nachfolgende Besetzung von Japan, der Korea-Krieg und die Bemühungen um den wirtschaftlichen Aufschwung ließen wenig Zeit für Weihnachten. Der Dezember fühlt sich hier an wie jeder andere Wintermonat – keine Tannenbäume, kein Spekulatius, kein Weihnachtsschmuck. Bemerkt habe ich das erst, als ich Bilder aus Deutschland gesehen habe. Vermisse ich es? Ehrlich gesagt nicht. Wir Austauschstudierenden sind hier momentan mit dem Lernen beschäftigt und genießen nebenher noch die letzten gemeinsamen Tage vor den Ferien. Daher mein Fazit: Weihnachten ohne das übertriebene Weihnachtsgefühl fühlt sich gut an.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Dec 21, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Dec 21, 2018

Studieren im Ausland

Angekommen?

Als ich vor ein paar Tagen mit einer Freundin telefonierte und wir unsere Pläne abglichen, wurde mir bewusst, dass ich momentan ein Leben in Etappen führe. Ich bin immer nur ein paar Monate an einem Ort, bis ich weiterziehe. Momentan bin ich in Seoul, ab Februar in Frankfurt für ein Praktikum beim Hessischen Rundfunk, ab April werde ich meine Bachelorarbeit schreiben und wenn alles nach Plan läuft, bin ich ab Juli für zwei Monate in Berlin. Danach steht wohl mein Master an, auch wenn ich noch nicht weiß, wo ich ihn machen werde oder in welchem Bereich. Bin ich Teil der digitalen Nomaden, die nirgendwo sesshaft werden und immer unterwegs sind? Bin ich auf der Suche nach mir, meinem Leben oder jage ich etwas hinterher?
Mein Leben fühlt sich momentan nicht nach absoluter Freiheit an, da ich weiterhin gewisse Erwartungen in Form von Fristen und Prüfungen erfüllen muss. Diese Dinge sehe ich nicht als Einschränkung, sondern eher als wichtige Richtungsweiser in meinem Alltag. Natürlich ist die Klausurenphase stressig, frustrierend und schlafraubend, aber würde ich mir ohne den Prüfungsdruck tatsächlich die Kursmaterialien so intensiv anschauen und versuchen, den Stoff zu verstehen? Sehr unwahrscheinlich. Meine Pflichten und Aufgaben geben meinem Aufenthalt einen Sinn und eine Funktion. Die Finanzierung läuft übrigens nur, wenn ich etwas vorweisen kann, denn niemand bezahlt jahrelange Weltreisen mit der Intention, in den Tag hinein zu leben. Mein Auslandssemester und meine Praktika öffnen mir die Welt, rechtfertigen die Finanzierung und geben mir Dinge mit auf den Weg, die man durch Reisen allein nicht bekommen kann. Ich kann jedem empfehlen, zu versuchen, so viel wie möglich zu reisen, aber dabei nicht nur Urlaub zu machen. Natürlich ist das auch schön, aber durch Aufenthalte mit mehr Inhalt und Struktur kann man deutlich mehr mitnehmen als nur hübsche Fotos und Andenken.

 

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Dec 13, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Dec 13, 2018