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Studieren im Ausland

Abendessen mit Fremden

Bus fahren ist in Taipeh eine komplizierte Angelegenheit: An einigen Bussen stehen nur chinesische Schriftzeichen und die Busfahrer sprechen meist kein Englisch. Als eine Freundin und ich wieder einmal planlos mitten in Taipeh standen, half uns eine Frau, den richtigen Bus zu finden. Dann lud sie uns spontan zum Abendessen ein. Sie habe für den nächsten Abend ein Familienessen geplant und wir sollten einfach dazu kommen! Wir zögerten erst, sagten dann aber zu: Spontane Bekanntschaften sind meistens die besten! Als wir uns am nächsten Tag auf den Weg machten, wurde uns dann doch etwas mulmig zumute. Wollten wir tatsächlich bei einer Fremden essen? Daher fragten wir, ob wir Freunde mitbringen dürften und nahmen zwei Austauschstudierende aus Schweden mit.
Noch ahnten wir nicht, dass wir einen unfassbar tollen Abend vor uns hatten: Die Frau, die sich Grace nennt und vor ein paar Jahren in Rente gegangen ist, war früher beruflich viel auf Reisen und vermisst das heute. Anscheinend lädt sie deshalb ab und zu Reisende, die ihr begegnen, zu Familienfesten ein: Als wir zusammen mit ihr, ihrem Sohn und Verwandten aus Thailand beim Essen saßen, schien niemand von unserer Anwesenheit überrascht zu sein.
So gut wie an dem Abend hatte ich in Taiwan noch nie gegessen: Jeder von uns bekam eine Schale mit Reis, dazu viele verschiedene Gerichte, die wir alle probieren durften. Wir verständigten uns mit Händen und Füßen, da nicht alle so gut Englisch sprechen wie Grace. Unser Fazit: Wir sind zwar froh, dass wir vorsichtig waren, aber noch glücklicher, dass wir ihre Einladung angenommen hatten.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 31, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jan 31, 2019

Studieren im Ausland

Purer Stress

Ich habe schon oft über Klausurphasen gejammert, aber meine Zeit hier in Seoul toppt alles. In den wenigen Wochen vor Semesterende muss ich vier Klausuren schreiben, vier Referate über die Bühne bringen, drei Essays schreiben, zwei große Projektarbeiten auf die Beine stellen und meine Hausarbeit zu Ende schreiben. Alle stehen unter Strom und schlafen kaum noch. Es sind für uns die letzten Wochen nach ereignisreichen Monaten und bald werden wir wieder in der ganzen Welt verstreut sein. Es ging alles viel zu schnell! Es war so eine berauschende und schöne Zeit und jetzt ist es leider schon fast vorbei. Ich hoffe, wir können in Zukunft alle miteinander in Kontakt bleiben.
Natürlich würde ich mir wünschen momentan weniger Verpflichtungen zu haben, um die verbleibende Zeit mit meinen Freunden zu genießen, aber ich weiß auch, wofür ich mir den ganzen Stress, den Schlafmangel und den Druck antue. Dieses vollgepackte Semester ermöglicht es mir, dass ich mich danach nur auf meine Bachelorarbeit konzentrieren kann und keine Kurse mehr belegen muss. Aber wenn man gut plant, bleibt trotzdem noch Zeit für Freunde. Heute Abend werde ich zum Beispiel mit vier Freunden koreanisches Tisch-Barbecue essen und sicher ein paar sehr schöne Stunden verbringen. Wenn ich eines hier in Korea gelernt habe, dann, dass Balance alles ist und, dass es immer notwendig ist, Opfer zu bringen. Ich hoffe, ich überstehe die Prüfungen und habe noch einige schöne Momente hier.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 25, 2019

Studieren im Ausland

Ein wenig wie Schule

An der Uni in Taiwan merkte ich, wie sehr ich mich bereits an das deutsche Hochschulsystem gewöhnt hatte: Studien- und Prüfungsordnung, Statistikklausuren und Hausarbeiten – all das war mir vor zwei Jahren noch fremd. Nach vier Semestern in Bonn sind mir diese Dinge aber so vertraut, dass ich beinahe überrascht war, wie anders es in Taiwan läuft.
Der größte Unterschied: In Taiwan gibt es „mündliche Noten“, wie wir sie aus der Schule kennen. Jeder Dozent kann selbst entscheiden, wie sich die Endnoten, die wir pro Seminar bekommen, zusammensetzen: Für einige bedeutet das, dass zur Hälfte die mündliche Mitarbeit sowie ein Referat und zur anderen Hälfte die Hausarbeit am Ende des Semesters zählen. In anderen Seminaren kommen noch weitere Faktoren hinzu. Für mich ist das neu: In Bonn mussten wir zwar auch eine Studienleistung wie einen Essay oder ein Referat erbringen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Dass diese benotet wird und relevant für meine Endnote ist, kannte ich bisher noch nicht.
Ein weiterer Unterschied: Das Verhältnis zwischen Professoren und Studierenden empfinde ich als persönlicher. Als mich ein Professor mit meinem Vornamen ansprach, habe ich gar nicht darauf reagiert. In Deutschland werden wir schließlich gesiezt. Mir gefällt diese vertraute Atmosphäre aber gut. Die Professoren sind offener und erzählen zum Beispiel, woran sie selbst gerade forschen. In Bonn wusste ich das bei den meisten meiner Dozenten nicht: So richtig neugierig auf die Forschung bin ich deshalb auch erst hier geworden!

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 18, 2019