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Studieren im Ausland

Grenzen in Europa und Taiwan

In den vergangenen Jahren haben Grenzen für mich immer eine Rolle gespielt: Ich habe mich in Bonn viel für europäische Themen eingesetzt und zum Beispiel mit Schülern während Workshops über den Schengen-Raum und die offenen Grenzen gesprochen. In Taiwan ist das ganz anders: Der Inselstaat hat naturgemäß keine Landesgrenzen, auch wenn das chinesische Festland und die südlichen Inseln Japans nicht weit entfernt sind.
Von Bonn aus kann ich in wenigen Stunden mit dem Zug nach Paris fahren, auch nach Prag ist die Verbindung nicht schlecht, und nach Maastricht fahre ich nicht weit von Aachen aus. Als ich in meiner Schulzeit zum Schüleraustausch in Polen war, sind wir mit dem Zug zuerst nach Berlin, dann nach Warschau und schließlich in die Kleinstadt, in der wir zur Schule gegangen sind, gefahren. Wenn ich das in Taiwan erzähle, staunen viele: Hier verreist man nicht mit dem Zug. Wer noch nie geflogen ist, hat somit auch das Land noch nie verlassen.
Seit vergangenem Sommer bin ich stellvertretende Chefredakteurin von treffpunkteuropa.de, einem mehrsprachigen Online-Magazin. Mir kam daher die Idee, etwas über Grenzen zu schreiben. Wochenlang habe ich mich mit Bekannten und Freunden aus ganz Europa ausgetauscht, um Geschichten zu sammeln, die sich an den Außengrenzen der EU abspielen: Eine Bekannte, die ich vor einigen Wochen auf einer Konferenz kennengelernt habe, erzählte mir zum Beispiel vom Wandern in der Ukraine, und ein Freund berichtete von seinem jährlichen Familienurlaub in Albanien.
Mir ist dabei klar geworden, dass ich zwar innerhalb der EU schon viel Zug gefahren bin, aber noch nie mit dem Zug, dem Bus, dem Auto oder sogar zu Fuß eine EU-Außengrenze überquert habe. Daher mein Plan: Irgendwann möchte ich einmal selbst in den Karpaten wandern gehen! Denn das Gebirge verbindet gleich mehrere Länder Europas miteinander.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Feb 12, 2019

Studieren im Ausland

Wie war es in Seoul?

Seit einigen Tagen bin ich zurück in Deutschland. Die letzten Wochen in Seoul hatten mich völlig eingenommen. Nachdem die Prüfungsphase vorbei war, hat mein Körper schlapp gemacht und ich war über eine Woche im Bett. Die mentale Erschöpfung in Kombination mit eisigen Temperaturen, kontinuierlichem Schlafmangel und unzureichender Nahrungsaufnahme haben sich in Form einer heftigen Grippe gerächt. Ich habe mich völlig hilflos und überfordert gefühlt.
Als das Semester vorbei war und mein Körper wieder einigermaßen funktioniert hat, hatte ich zum ersten Mal Zeit, Seoul ausgiebig zu entdecken. Während des Semesters habe ich mir natürlich auch ein paar Sehenswürdigkeiten angeschaut, dabei aber stets ein schlechtes Gewissen, weil ich stattdessen hätte lernen müssen. Im Kriegsmuseum konnte ich die Namen von zwei im Korea-Krieg gefallenen Brüdern meiner Großmutter ausmachen und auch mit meinen Großeltern über Ihre Erfahrungen im Krieg reden. Für mich war es eine völlig neue Information, dass meine Großeltern beide als Kinder vor den eindringenden Nordkoreanern geflüchtet waren und wie sehr ihre Kindheit durch den Krieg geprägt war. Gemeinsam mit meiner Großmutter habe ich in das Viertel in Seoul besucht, in dem sie aufgewachsen ist. Dadurch konnte ich viel besser verstehen, wer sie heute ist. Um vor den eisigen koreanischen Temperaturen zu flüchten, bin ich außerdem eine Woche nach Hanoi gereist und habe dort ein völlig anderes Asien kennengelernt.
Nun, da ich wieder zu Hause bin, realisiere ich erst, wie sehr sich mein normales Leben von dem in Seoul unterscheidet. Seoul war ein großes Abenteuer und ich werde noch ein wenig Zeit brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Feb 7, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Feb 7, 2019

Studieren im Ausland

Abendessen mit Fremden

Bus fahren ist in Taipeh eine komplizierte Angelegenheit: An einigen Bussen stehen nur chinesische Schriftzeichen und die Busfahrer sprechen meist kein Englisch. Als eine Freundin und ich wieder einmal planlos mitten in Taipeh standen, half uns eine Frau, den richtigen Bus zu finden. Dann lud sie uns spontan zum Abendessen ein. Sie habe für den nächsten Abend ein Familienessen geplant und wir sollten einfach dazu kommen! Wir zögerten erst, sagten dann aber zu: Spontane Bekanntschaften sind meistens die besten! Als wir uns am nächsten Tag auf den Weg machten, wurde uns dann doch etwas mulmig zumute. Wollten wir tatsächlich bei einer Fremden essen? Daher fragten wir, ob wir Freunde mitbringen dürften und nahmen zwei Austauschstudierende aus Schweden mit.
Noch ahnten wir nicht, dass wir einen unfassbar tollen Abend vor uns hatten: Die Frau, die sich Grace nennt und vor ein paar Jahren in Rente gegangen ist, war früher beruflich viel auf Reisen und vermisst das heute. Anscheinend lädt sie deshalb ab und zu Reisende, die ihr begegnen, zu Familienfesten ein: Als wir zusammen mit ihr, ihrem Sohn und Verwandten aus Thailand beim Essen saßen, schien niemand von unserer Anwesenheit überrascht zu sein.
So gut wie an dem Abend hatte ich in Taiwan noch nie gegessen: Jeder von uns bekam eine Schale mit Reis, dazu viele verschiedene Gerichte, die wir alle probieren durften. Wir verständigten uns mit Händen und Füßen, da nicht alle so gut Englisch sprechen wie Grace. Unser Fazit: Wir sind zwar froh, dass wir vorsichtig waren, aber noch glücklicher, dass wir ihre Einladung angenommen hatten.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 31, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jan 31, 2019