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Studieren im Ausland

Hi Hanoi

Hanoi, die Hauptstadt Vietnams ist das absolute Gegenteil von Seoul. Das beginnt schon mit dem Wetter: Während in Seoul noch eisige Temperaturen herrschten, war es in Hanoi bereits angenehm warm. Hanoi gehört zu den kühleren Gegenden Vietnams, aber im Vergleich zu den 15 Grad minus in Seoul kam ich mir vor wie im Paradies. Eine Woche lang erkundete ich die laute und chaotische Metropole. Selbst in Seoul hatte es einige Momente gegeben, in denen ich von dem Verkehr überfordert gewesen war, aber Hanoi war ein ganz anderes Kaliber. In Hanoi existieren keine Verkehrsregeln oder werden zumindest von allen Verkehrsteilnehmern ignoriert. Motorräder mit bis zu fünf Passagieren schlängeln sich seelenruhig durch ein Meer vollgepackter Autos und Motorräder. Eine Straße zu überqueren wird da schnell zum Hürdenlauf.
Aufgefallen ist mir insbesondere die entspannte Lebenseinstellung der Vietnamesen. In Korea habe ich fünf Monate lang eine getriebene Gesellschaft erlebt, die ständig unter Strom steht. In Vietnam herrscht eine völlig andere Mentalität. Wenn ich in Korea in einem Restaurant länger als zwei Minuten auf eine Bedienung hätte warten müssen, wäre das ein Aufreger gewesen. In Vietnam war ich dankbar, wenn der Kellner nach zehn Minuten angeschlendert kam. In Hanoi schaut keiner ständig auf die Uhr, Die Woche in Hanoi hat meinen irren Seoul-Rhythmus durcheinander gebracht und half mir, wieder etwas zu entschleunigen.
Auch wirtschaftlich war ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Während Korea eine der stärksten Industrienationen Asiens ist, kann Vietnam da kaum mithalten. Bei der entspannten Einstellung zur Arbeit in Vietnam wundert mich das auch nicht. Die Rastlosigkeit der koreanischen Gesellschaft hat für den riesigen Wirtschaftsboom gesorgt und solch ein Wachstum ist nur möglich, wenn sehr viel Arbeitsleistung verfügbar ist.
Die Zeit in Vietnam hat mir gut gefallen. Das wird definitiv nicht mein letzter Besuch gewesen sein!

 

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Mar 1, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Mar 1, 2019

Studieren im Ausland

Feuer und Erdbeben

Gleich am ersten Wochenende meines Auslandssemesters in Taiwan kündigte sich ein Tornado an. Unsere Vermieter warnten uns davor, dass eventuell die Restaurants auf dem Campus nicht öffnen und auch die kleinen Läden geschlossen bleiben würden. Klingt harmlos, war für uns aber tatsächlich ein Problem: In unserem Wohnheim könnenen wir nicht kochen, stattdessen gehen wir sonst zweimal täglich in den recht preiswerten Restaurants essen. Um unsere Versorgung sicherzustellen, haben wir uns also in einem der wenigen größeren Supermärkte in Taipeh mit Fertigprodukten ausgestattet. So schlimm wie gedacht war es dann gar nicht: Der gefürchtete Tornado hielt selbst die Straßenstände nicht davon ab, Essen zu verkaufen. Dafür habe ich jetzt genug Fertigsuppen für mein ganzes Auslandssemester.
Tornados kommen in Taiwan eher selten vor, häufiger sind Erdbeben. Damit wir wissen, wie wir in diesem Fall reagieren sollten, organisierten die Besitzer des Studierendenwohnheims einen Kurs. Wir lernten zum Beispiel, wie man einen Feuerlöscher benutzt, um im Ernstfall nicht ratlos vor den Flammen zu stehen. Zu unserer Überraschung hatten sie außerdem einen LKW organisiert, in dessen Innenraum ein Erdbeben simulierte wurde. Ein Tisch und ein Stuhl aus Metall waren am Boden befestigt. Zu sechst betraten wir den Raum. Sobald sich die Tür schloss, begann sich der Raum zu bewegen. Das Beben wurde immer stärker und eine Stimme verkündete, auf welchem Niveau sich das Beben gerade befand. Fest stand: Hätte man die Möbel nicht am Boden befestigt, wären sie uns am Ende um die Ohren geflogen.
Von meinem ersten echten Erdbeben wurde ich direkt am nächsten Morgen geweckt. Ungefähr einmal wöchentlich haben wir seitdem ein Erdbeben miterlebt. Schlimm war bisher noch keines, manche waren so leicht, dass ich sie verschlafen habe. Dennoch ist es gut, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Feb 28, 2019

Studieren im Ausland

Was hat es mit der Mittelschicht auf sich?

Eigentlich hatte ich angenommen, dass es Wochen dauern würde, bis ich mein erstes Referat in meinem Auslandssemester in Taiwan halten müsste. Schön gedacht: Ein Dozent verkündete plötzlich, dass ab der nächsten Woche jeder ein Referat halten müsste.
Das bedeutete für mich: ein Thema musste her. In dem Seminar ging es um die wirtschaftliche Entwicklung Ost- und Südostasiens. Ich wollte gerne etwas über China recherchieren, einfach weil es mich interessierte. Wenn ich mit Freunden aus Deutschland über China spreche, fällt immer wieder die These, dass wirtschaftliches Wachstum zu einer Mittelschicht führt, die naturgemäß Mitbestimmungsrechte einfordert. In Gesprächen mit Freunden aus Taiwan ist mir aufgefallen, dass das hier viele ganz anders sehen: Sie gehen davon aus, dass China ein eigenes Modell entwickelt hat und seine ökonomische Entwicklung daher nicht dieser These entspricht.
Um mehr darüber zu erfahren, habe ich mich Hals über Kopf in die Literatur gestürzt: Tatsächlich konnte ich herausfinden, warum China ein besonderer Fall ist: Zum Beispiel sind viele Angehörige der chinesischen Mittelschicht in Unternehmen angestellt, die dem Staat gehören.
Inzwischen habe ich mich entschieden, das Thema über das Referat hinaus in meiner Hausarbeit weiterzuverfolgen. Ich möchte Umweltbewegungen in China analysieren, um feststellen zu können, inwiefern diese als Proteste der Mittelschicht verstanden werden können. Um ehrlich zu sein, wusste ich vor einigen Wochen noch nicht einmal, dass es in China überhaupt Umweltproteste gibt!

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Feb 22, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Feb 22, 2019