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USA

I am in love with Nietzsche

Wow, was für ein Professor! Heute Nachmittag besuchte ich den Vortrag eines Gastprofessors. Es sollte eine Einleitung zu einer Reihe von Vorträgen über Nietzsche sein.

„Bevor ich beginne", sagte er, „muss ich ein Geständnis ablegen: Ich bin in Nietzsche verliebt!" - „I'm in love with Nietzsche". „Er fasziniert mich, verführt mich, empört, ist skandalös und anbetungswürdig", fügte er hinzu. Und dann nahm er uns mit auf eine Reise in die Welt des Friedrich Wilhelm.

Er widerlegte die häufige Unterstellung des Nihilismus und zeigte uns, dass Nietzsche im Gegenteil lebensbejahend war. Auch, dass er weder Immoralist noch Antichrist war, denn er war dem Christentum zwar nicht gewogen, doch war er für das Mystische und mit seiner Ablehnung der allgemeinen Moral wollte er zum selbstständigen Denken anregen.

Alles andere als trocken war diese Vorlesung, reich gespickt mit humorvollen Bemerkungen und mit Begeisterung vorgetragen. So könnten ruhig mehr Professoren ihre Lesungen gestalten.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  06.02.2008
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Rubrik: studium
06.02.2008

USA

Harvard und Columbia Unversity - ein kleiner Eindruck

Ich hatte Gelegenheit mir zwei andere renommiertere Universitäten anzuschauen. In New York die Columbia University und Harvard in Cambridge. Schon an der Architektur merkt man, dass es sich hier um traditionsreiche und finanziell gut ausgerüstete Universitäten handelt. Die Studenten sind hier seltener in lässigem Dress und häufiger im Anzug anzutreffen, das Professorenkollegium ist internationaler. In einem "Au Bon Pain" gegenüber von Harvard, wo sich Studierende und Professoren oft zum Schachspielen treffen, konnte ich mich mit dem ein oder anderen Studenten unterhalten.

Dass die Forschung exzellent sei, die Lehre aber nicht auf gleich hohem Niveau war der Tenor. Als Undergraduate, also Neuling, kämen hier nur die wohlhabensten sagte mir eine junge Doktorandin, wenn man aber schon einen sehr guten Bachelor hat, also bewiesen hat, dass man was auf dem Kasten hat, gebe es auch Stipendien. Und auf einer Bewerbung mache der Name allein schon viel aus.

Die Columbia Unviversity liegt in Manhattan, was für mich ein grosses Plus ist. Dieser Flecken Erde ist so lebendig und stimulierend, dass ich Columbia sicher einer berühmteren Uni wie Harvard den Vorzug geben würde.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  31.01.2008
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Rubrik: studium
31.01.2008

USA

Vorurteile - richtig oder falsch?

Eines habe ich inzwischen gelernt. Amerikaner ist nicht gleich Amerikaner. Zwar stimmen viele Vorurteile, die man über Amerika hat, aber nur wenn man von oben drauf schaut oder nur an der Oberfläche kratzt. Erste Eindrücke sind zum Beispiel multikulti, Höflichkeit, Toleranz, unendliche Möglichkeiten und die Neigung zur Dickleibigkeit. Aber nicht alle hier sind multikulti und Aufstiegschancen hat nicht jeder. Wie soll sich ein Kind, das in armen Verhältnissen in der Stadt aufwächst aus seinen Milieubeschränkungen lösen? Die Schulen der Stadt sind von schlechtem Ruf und das nicht unbegründet. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf eine Privatschule, 10.000 bis 25.000 Dollar im Jahr, pro Kind - oder wohnt in einem Vorort der Stadt, wo die Grundsteuer viel höher ist, aber dafür die Schulen auch besser sind. Dass diesbezüglich nur wenige alle Möglichkeiten ausschöpfen, also bezahlen können, ist offensichtlich.

Auf einer Thanks-Giving Feier, dem höchsten Feiertag der USA, habe ich verschiedene Leute kennen gelernt. Eine ältere Dame erzählte mir von ihren Reisen nach Deutschland und wie hilfsbereit und lebensfroh die Leute dort seien und wie sauber und gut organisiert alles sei. Aber die Steuern seien ja viel zu hoch und der Sozialstaat viel zu groß. Dass das eine, was sie so lobte vielleicht mit dem anderen, was sie so kritisierte, zusammen hängt, schien sie nicht zu bemerken.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  15.01.2008
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Rubrik: studium
15.01.2008