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Zukunft Ingenieurin?

Der große, weiße Riese und ich

Mit großen Augen starre ich den gewaltigen weißen Riesen an, dessen Flügel sich 60 Meter über mir drehen. Kaum habe ich Zeit darüber nachzudenken, wie ich jemals nach dort oben gelangen soll, da befinde ich mich schon in einem kleinen, engen Hohlraum im Inneren der Windenergieanlage. Mit ängstlichem Gesicht starre ich die steil nach oben führende Leiter an, deren Ende nicht mehr zu sehen ist und mir in diesem Moment unerreichbar fern scheint. Meine Gedanken sind vollständig von der Vorstellung eingenommen, diese Leiter in wenigen Minuten hochsteigen zu müssen, während ich versuche, die Fragen des mich begleitenden Ingenieurs zu beantworten, die mir die Leistung der Windenergieanlage verdeutlichen sollen.

Und nun geht es nach oben: Nach endlos langen Minuten und mit schmerzenden Armen - der mich begleitende Ingenieur ist mittlerweile lange oben angekommen - habe ich es geschafft. Es bietet sich mir ein wunderschöner Ausblick über eine nicht enden wollende Landschaft. Doch dann wird meine gesamte Aufmerksamkeit auf meinen Begleiter gelenkt, der mir die Technik der „Mühle" erläutert.
Die Funktionsweise einer Windenergieanlage am realen Beispiel zu erfahren, war ein fantastisches Erlebnis und hat mich wohl mehr in den Bann gezogen, als jede noch so gute Physikstunde in der Schule. Ich bin sehr dankbar, dass mir dieses Erlebnis im Rahmen meines Praktikums ermöglicht wurde.

Autor: Janine  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 29, 2008
Autor: Janine
Rubrik: orientieren
Feb 29, 2008

Zukunft Ingenieurin?

Und meine Familie?

„Morgen fliege ich nach Bangkok, ich hab da einen wichtigen Termin." „Ich habe sechs Jahre lang als Ingenieur in Indonesien gearbeitet." „Viele Firmen fordern von ihren Ingenieuren, dass sie in Entwicklungsländer arbeiten."

Solche und ähnliche Sätze höre ich während meines Wirtschaftspraktikums bei einem großen Windenergiekonzern ständig und zu allem Überfluss bekomme ich am eigenen Leib zu spüren, wie schnell man doch in dieser Branche unfreiwillig den Betrieb wechseln muss: „Mein Betrieb" wurde in den letzten Monaten beispielsweise gleich zweimal verkauft: erst an eine irische Firma, die dann wiederum an einen Schotten verkaufte... Nun ja, dass mag vielleicht der Extremfall sein, aber dennoch: Es sind immer neue Arbeitbedingungen, auf die man sich einstellen muss und die Gefahr, doch lange Zeit im Ausland verbringen zu müssen, ist immer wieder gegeben.

Und was ist, wenn ich dann eine Familie habe? Ich möchte die Entwicklung meines Kindes nicht über Photos und Videos verfolgen und wichtige Abschnitte seines Lebens verpassen, weil ich irgendwo in Indien arbeiten muss... Sicher, ich muss nicht zwangsläufig ins Ausland, aber die Zeiten, in denen sich Ingenieure ihren Arbeitsplatz förmlich aussuchen können, werden auch nicht ewig andauern und dann werde ich mit dem vorlieb nehmen müssen, was mir angeboten wird. Für ein harmonisches Familienleben nicht gerade die besten Aussichten, oder?

 

Autor: Janine  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 25, 2008
Autor: Janine
Rubrik: orientieren
Feb 25, 2008

Zukunft Ingenieurin?

Zutrauen oder doch eher Selbstüberschätzung?

„Während meines Studiums habe ich zwölf bis vierzehn Stunden am Tag gelernt, am Wochenende bis zu acht Stunden. Danach hatte ich ein Burnout-Syndrom und konnte ein halbes Jahr lang gar nichts mehr machen..."

Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich einfach nur die falschen Leute frage, wenn ich Informationen über meinen Traumberuf haben möchte - ständig höre ich nur, wie schwer Studium und Beruf sein sollen. Aber eine bessere Informationsquelle als diese drei Ingenieure mit langjähriger Berufserfahrung, die ich während meines Wirtschaftspraktikum bei einem Windenergiekonzern kennen gelernt habe, gibt es wohl nicht.

Wir stehen zusammen in einer Runde und ich blicke hoffnungsvoll zu den anderen beiden: Vielleicht verlief das Studium ja hier etwas weniger stressig? Aber keiner macht Anstalten, dieser Aussage zu widersprechen, es folgt nur ein „Das Studium ist wirklich sehr hart...".

 „Na, das sind ja wirklich schöne Aussichten", denke ich nur, „wenn diese Physik- und Mathegenies schon Probleme mit dem Studium hatten, wie soll ich das dann schaffen?!"

Schon vor diesem Gespräch war ich mir nicht sicher, ob ich den Mathematikanforderungen dieses Studienganges gewachsen bin und nun höre ich, dass sogar Leute mit ausgesprochener Mathematikbegabung Schwierigkeiten haben.

Meine Gesprächspartner haben meinen leicht verzweifelten Gesichtsausdruck wohl bemerkt, denn schnell fügen sie noch hinzu: „Aber wenn man das wirklich will, kann man es schaffen. Man muss sich das nur zutrauen..." Aber traue ich mir das wirklich zu und wäre dieses Zutrauen vielleicht nicht doch eher Selbstüberschätzung zu nennen?

Autor: Janine  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 18, 2008
Autor: Janine
Rubrik: orientieren
Feb 18, 2008