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Zukunft Ingenieurin?

Lernen, was für andere selbstverständlich erscheint ...

Nach einer halben Stunde im Schneidersitz bemerke ich, wie mein Rücken zu schmerzen anfängt und meine Beinmuskeln zu streiken beginnen. Ich befinde mich bei der Ergotherapie.

Mir werden zunächst die Elternfragebögen gezeigt, die bei der Einschulung der Kinder ausgefüllt werden; diese Bögen gehen nicht nur auf die Behinderung der Kinder an sich, sondern auch auf das soziale Umfeld der Kinder, ihr Verhalten zu anderen Kinder etc. ein. Außerdem kann ich mir ein Testverfahren anschauen, dessen Ziel es ist, die Kinder in ihrem Lernverhalten besser einstufen zu können. Ziel der Ergotherapie ist es dann, die Schwächen des jeweiligen Kindes durch Förderung seiner Stärken allmählich auszugleichen.

Und dann steht Mitmachen auf der Tagesordnung: Ich befinde mich beispielweise im Schneidersitz auf der (zunächst noch bequem wirkenden) Sitz- und Liegematte auf dem Fußboden des Therapiezimmers und spiele mit den Kindern verschiedene Spiele. Doch wer jetzt glaubt, dass diese sowie andere Therapieformen bloße Beschäftigungstherapien ohne höheren Sinn seien, irrt sich gewaltig: Die Kinder lernen in den Therapien, sich im Alltag besser zurechtzufinden. Die verschiedenen Übungen fördern beispielsweise das Gefühl für Sprache und Rhythmus, die Merkfähigkeit wird geschult, die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften oder auch die Drucksensibilität gefördert. Und ganz nebenbei wird noch etwas - gerade für diese Kinder- sehr Wichtiges vermittelt: „Könnt ihr etwas nicht, dann bittet um Hilfe!"

Autor: Janine  |  Rubrik: orientieren  |  May 13, 2008
Autor: Janine
Rubrik: orientieren
May 13, 2008

Zukunft Ingenieurin?

Schulalltag an der Schule für Körperbehinderte

„Es ist immer sehr schwer, ein Thema zu finden, dass im Klassenverband bearbeitet werden kann, da die Kinder sehr unterschiedliche Lernleistungen erbringen", wird mir gleich an meinem ersten Tag meines Praktikums an der Schule für Körperbehinderte erklärt. Tatsächlich wird das schon in der ersten Stunde Mathematik deutlich: Alle Kinder sind im Lernstoff unterschiedlich weit, brauchen folglich ihre individuelle Betreuung und Förderung. Während einige Kinder schon im Zahlenraum 100 rechnen, rechnen andere noch im zehner Bereich. Jedes Kind hat seine eigenen Rechenhilfen von Plastikhunden über Perlen etc.

Die kleine Klassengröße von 7 Schülern erklärt sich somit von selbst: Um den Schülern den Lernstoff möglichst effektiv zu vermitteln und um Fortschritte zu erreichen, ist nahezu eine Eins-zu-Eins-Betreuung der Kinder notwenig.

Auch im anschließenden HSU-Unterricht werden die stark abweichenden Lernleistungen der Kinder deutlich: Die Kinder erzählen beispielsweise über einen Tagesausflug, der in der letzten Woche stattfand. Während sich einige Kinder noch an viel erinnern, brauchen andere sehr viel Hilfe bis sie sich wieder an bestimmte Ereignisse erinnern.

Kein einziges Mal während meines gesamten Praktikums habe ich es erlebt, dass ein Schüler einen anderen wegen seiner Schwächen auslachte. Jedes Kind ist sehr stolz auf seine erbrachte Leistung und auch auf die seiner Mitschüler - trotz der offensichtlichen Lernunterschiede ...

Autor: Janine  |  Rubrik: orientieren  |  May 5, 2008
Autor: Janine
Rubrik: orientieren
May 5, 2008

Zukunft Ingenieurin?

Lehramt an Sonderschulen - ein ganz besonderer Beruf

Kleine Rollstühle stehen auf den Gängen; Bibiblocksberg- oder Benjamin Blümchenmotive sind auf die Radkappen geklebt, auf dem Schulhof befinden sich lauter behindertengerechte Spielzeuge, neben den großen Klassenzimmern findet man hier auch Räume, die für die Therapiestunden eingerichtet sind. Fast genau ein Jahr ist es jetzt her, dass ich ein freiwilliges Informationspraktikum an einer Körperbehindertenschule absolviert habe, dennoch kann ich mich an vieles so genau erinnern, als sei es erst gestern gewesen.

Ich erinnere mich an „meine" kleine Klasse mit sieben Schülern, von denen aber nie alle da waren, da immer einer gerade Therapie hatte oder krank war. An die Selbstverständlichkeit mit der die Kinder mit oder ohne Hilfe der Lehrerin von ihrer Behinderung erzählten und auch daran, wie sich die Kinder gegenseitig unterstützten und halfen, um möglichst gut durch den Schulalltag zu kommen.

Während meiner Zeit an der Körperbehindertenschule durfte ich mir verschiedene Therapieformen anschauen, beispielsweise bei der Ergotherapie zusehen und die Kinder zur Hippotherapie begleiten; ich durfte mir den täglichen Unterricht ansehen und am Sportunterricht teilnehmen usw.

Während meines Praktikums habe ich unheimlich viel gelernt und Erfahrungen gesammelt, die unbezahlbar sind. Auch wenn dieses Praktikum nichts mit meinem eigentlichen Wunschberuf „Ingenieurin" zu tun hat, möchte ich euch in meinen nächsten Weblogs einmal von diesen so ganz anderen Erfahrungen berichten.

Autor: Janine  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 28, 2008
Autor: Janine
Rubrik: orientieren
Apr 28, 2008