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Auszeit vom Studium

Kopflos in Vietnam

Tausende Rollerfahrer umgeben uns. Dicht aneinander gedrängt schlängeln sie sich durch die engen Gassen und umfahren uns elegant, während wir die Straßen überqueren. Sie hupen, um auf sich aufmerksam zu machen, aber schimpfen nicht, wenn ihnen jemand vor das Fahrzeug läuft. Wir sind in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams.
Hanoi verliert schon lange an Bedeutung, weil die südliche Metropole Saigon (Ho-Chi-Minh-Stadt) in vielen Bereichen die Nase vorne hat. Dafür ist die Stadt bekannt für ihre faszinierende Altstadt, ihren irren Verkehr sowie ihre  unzähligen tatkräftigen Menschen, die ständig geschäftig unterwegs sind und dennoch ein Lächeln für die fremden Besucher übrig haben.
Wir waren entspannt, da wir nun 14 Tage lang keine Pläne schmieden und keine Entscheidungen treffen mussten. Denn zusammen mit Julias Eltern werden wir Vietnam und Kambodscha auf eine andere Art und Weise kennenlernen, als die Länder zuvor: Wir werden nämlich von einem Reiseleiter geführt und erfahren so ohne eigene, mühsame Recherche viel über Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Struktur dieser Länder.
Wir starteten in Hanoi, besuchten später die Halong-Bucht und reisten dann gen Süden über die geschichtsträchtige Stadt Hue in die moderne Metropole Danang. In diesem Abschnitt wurden wir konfrontiert mit dem alten Vietnam, mit seiner Kolonialgeschichte, der chinesischen Besatzungszeit und dem Vietnamkrieg. Danach überquerten wir den Wolkenpass und damit die Grenze vom Norden in den Süden, früher auch vom Kommunismus in den Kapitalismus. Es ging weiter in die pulsierende Metropole Saigon, in das ursprüngliche Mekong-Delta mit seinen vielen Fischerdörfern und schwimmenden Märkten. Der Fluss entspringt in Tibet und fließt durch China, Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam. Deshalb wird er gerne als Strom der Ströme Süd- und Südostasiens bezeichnet.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 9, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
Apr 9, 2018

Auszeit vom Studium

Begegnungen - Teil 2

Wir erreichten Laos auf dem Landweg. In Houay Xai, einem kleinem Ort am Mekong, entschieden wir uns, bei einem kleinen Projekt zu helfen. Dieses unterstützt insbesondere Menschen aus abgelegenen Bergdörfern, indem ihre Produkte verkauft, lokale Gerichte im Restaurant angeboten und die Kinder zur Schule geschickt werden. Wir fragten die Leiter, ob wir für ein paar Tage mitarbeiten könnten. Wir durften, für 25 Euro am Tag. Wir erhofften uns, bei der Arbeit mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Doch unser Aufenthalt in Nepal hätte uns eines Besseren belehren müssen: Wir können nicht erwarten, innerhalb von drei Tagen Freundschaften zu schließen. Wieder einmal waren wir zu ungeduldig und deshalb enttäuscht, obwohl wir mit den Einheimischen zusammen Holz gehackt, Fußball auf einem hervorragenden Kunstrasenplatz gespielt und dem Restaurant einen neuen, bunten Anstrich verliehen hatten.
Unzufrieden verließen wir Houay Xai. Hätten wir länger bleiben sollen? War man mit uns zufrieden? Und wo kommen diese Erwartungen bloß her? Es brauchte Zeit, sie wegzuwischen und uns selbst anzuerkennen, dass wir freiwillig unsere Zeit und Geld aufbringen, um zu helfen.
Es ging weiter in den hohen Norden nach Phongsaly, um dort ein Dorf der Akha zu besuchen. Wir übernachteten bei einer Familie, lernten ihr Leben kennen – und fühlten uns in eine andere Welt versetzt. Toiletten gab es keine, wir und vier weitere Traveller schliefen nebeneinander in einem kleinen Raum, umgeben von grunzenden Schweinen und krähenden Hähnen. Negativ war für uns, dass wir recht deutlich zu spüren bekamen, dass die Akha uns weniger als Menschen, sondern als Einnahmequellen betrachten. Trotzdem haben wir mehr gelernt und erfahren, als es zunächst schien. Es sind wie immer unsere Ansprüche, die die Eindrücke schmälern.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 3, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
Apr 3, 2018

Auszeit vom Studium

Begegnungen in Thailand

In Thailand und Laos waren wir vor allem auf der Suche nach kulturellem Austausch; wir wollten das Fremde und eine andere Gesellschaft kennenlernen. Julia und ich haben in Nepal gemerkt, dass wir andere Kulturen lieber verstehen wollten, als Party zu machen oder nur die Seele baumeln zu lassen. Deshalb trieben wir uns dauerhaft gegenseitig an, etwas zu machen, das für uns unbequem ist. In der ersten Woche unserer Reise stellten wir zum Beispiel fest, dass man aus Hostels heraus wenig Kontakt zur lokalen Bevölkerung bekommt – welch Erkenntnis! Man bleibt eben doch viel unter Reisenden, was durchaus auch seinen Reiz hat. Trotzdem haben wir uns vorgenommen, in einem dieser beiden Länder mindestens einen Homestay bei einer Familie einzulegen und noch ein wenig freiwillig zu arbeiten.
Zunächst stand aber ein Dschungel-Trek im Norden Thailands an, der in Chiang Mai begann. Leider erfüllte diese dreitägige Tour nicht unseren Anspruch, mit den Bewohnern der Dörfer, die wir besuchten, in Kontakt zu kommen. Zwar spielten wir einmal mit einer Handvoll Kindern Fußball, doch wir übernachteten in eigens für uns Touris gebauten Unterkünften außerhalb der Dörfer. Dazu kam, dass unsere acht Mitreisenden allesamt auch Deutsche waren und sich niemand so richtig aus der Gruppe raus ins Ungewisse traute.
Zwei Highlights hatte dieser Trek dennoch: Wir waren raften auf einem von den Guides selbst gebauten Bambusfloß und ich sollte mit einem mehrere Meter langen Bambusstab und mithilfe von Rambo, unserem Guide, das schwerfällige Gefährt steuern. Zudem bekamen wir die Gelegenheit, mit Elefanten zu baden und sie zu waschen. Da diese aber bereits bei der ersten Gruppe einen eher wenig begeisterten Eindruck machten, beließen wir es dabei, die imposanten Tiere mit so vielen Bananen innerhalb einer halben Stunde zu füttern, wie wohl kaum einer in einem ganzen Jahr isst.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 26, 2018