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Master live

Schnaps und Orangensaft

In Leipzig findet jedes Jahr ein großes Dokumentar- und Animationsfilmfestival statt. Vor einigen Jahren habe ich dort schon einmal ehrenamtlich gearbeitet und auch dieses Jahr habe ich mich wieder dafür beworben. Ich hatte Glück und durfte für eine Woche das Festival als Kinohelferin begleiten. Das bedeutet, dass ich ungefähr die Hälfte der Festivalzeit in einem Kino am Eingang stand und Gäste begrüßt, Fragen geklärt und Tickets eingescannt habe. Die andere Hälfte der Zeit durfte ich mir kostenlos alle Filme anschauen. Das habe ich natürlich ausgenutzt und so in einer Woche 15 Lang- und ebenso viele Kurzfilme gesehen. Aufgrund der Themen der Dokus schwankten meine Emotionen dabei von einem Extrem ins andere.
Am Anfang der Woche habe ich mir eher schwere Kost zugemutet und Filme über Traumatisierung, Krieg und sexuelle Übergriffe angesehen. Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass die Filme teilweise so intensiv sind, dass ich sie emotional schwer verkraften konnte. Ein Film war so tragisch und grausam, dass am Ende, als das Licht anging, niemand aufstand, sondern alle Menschen im Kinosaal wie gelähmt auf ihren Sitzen saßen – so etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Daraufhin beschloss ich, mir auch bewusst Filme mit leichteren Themen auszusuchen. Und ich wurde positiv überrascht! Ich muss zugeben, dass ich oft dachte, dass nur ernste Themen in einer Doku tiefgründig dargestellt werden können, aber ich habe mich getäuscht. Ich habe viele herzerwärmende, intensive und schöne Filme gesehen, die mich wirklich begeistert haben. Ein Freund meinte zu mir: „Das ist wie mit Alkohol – man kann mal ein kleines Glas Schnaps trinken, aber zwischendrin braucht man doch immer mal etwas Orangensaft.“

 

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  26.11.2018

Master live

Siegfried der Drachentöter

Unweit von Bonn liegt das Siebengebirge. Über der Stadt Königswinter erhebt sich majestätisch der Drachenfels, wo Schloss Drachenburg thront. Hier soll Siegfried aus dem Nibelungenlied einen Drachen getötet und in seinem Blut gebadet haben, was ihn, bis auf die Stelle, wo ihn ein Blatt bedeckte, unverwundbar machte. Ich hatte mich schon immer für Geschichte und alte Gebäude interessiert und auch das Nibelungenlied war mir ein Begriff.
Da es sich bei der Region um ein beliebtes Ausflugsziel handelt, hörte ich auf meinem Weg zur Burg ein buntes Gewirr aus Sprachen und Dialekten. Der Oktober zeigte sich noch einmal von seiner schönsten Seite, daher waren viele Menschen unterwegs.
Dem wunderbaren Wetter war es geschuldet, dass ich den Großteil meiner Zeit auf den Aussichtsplatformen der Schlossanlage und in den Parks verbrachte, wobei ich mir tatsächlich einen Sonnenbrand holte. Das Schloss hat allerdings auch von innen viel zu bieten. Durch die Fenster hat man einen phänomenalen Ausblick auf den Rhein und die umliegende Umgebung, zudem befindet sich in dem Gebäude eine multimediale Ausstellung zur Geschichte des Schlosses, welches eine bewegte Geschichte hat. Ein Großteil der Räume widmet sich jedoch der Präsentation der Wohnkultur des 19. Jahrhunderts; viele Einrichtungsgegenstände sind Originale.
Das Schloss entstand im Zuge der Rheinromantik in den 1880er Jahren. Je nach Bauabschnitt erinnert es an eine Burg, eine Kirche oder ein Schloss. Dies ist wahrscheinlich dem Zeitgeist und der Mitwirkung mehrerer Architekten geschuldet. Das Gebäude und sein Park zogen mich so sehr in ihren Bann, dass ich dort bis zur Schließung der Anlage mehrere Stunden verbracht hatte. Der Drachenfels mit seiner Burg ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  19.11.2018

Master live

Bewerbungsstress

Neulich ist mir bewusst geworden, dass ich, wenn mein Studium planmäßig verläuft, in einem Jahr mit beiden Beinen in der Arbeitswelt stehen werde. Der Gedanke bereitet mir Freude, macht mir aber auch Angst. Als wäre dieser emotionale Druck noch nicht genug, gilt es, dieses Semester einiges zu organisieren.
Bestandteil meines Studiums ist ein sechswöchiges Vollzeitpraktikum in einer kulturellen Institution wie beispielsweise einem Museum, einem Verlag oder einer gemeinnützigen Organisation, das ich vor Antritt durch den Leiter des Studiengangs genehmigen lassen muss. Aus diesem Grund wollte ich frühzeitig mit der Suche beginnen. Ich würde mein Praktikum gerne in der vorlesungsfreien Zeit im Februar und März des kommenden Jahres absolvieren. Das bedeutet allerdings auch, dass ich davor noch eine Modulabschlussarbeit größtenteils fertig stellen muss, da ich neben dem Praktikum keine Zeit dafür haben werde.
Nachdem ich mich bei Museen, Marketingagenturen, Fernseheanstalten und kulturellen Austauschorganisationen beworben hatte, kamen innerhalb einer Woche bereits eine Vielzahl an Rückmeldungen, darunter überwiegend positive. Zwei Museen und einige interkulturelle Austauschorganisationen haben mich sogar schon zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Ich bin gespannt, was ich dort erfahre. Sobald ich eine Praktikumsstelle gefunden habe, muss ich allerdings auch Bewerbungen für eine geringfügige Beschäftigung schreiben, die ich danach beginnen möchte. Außerdem fangen dann schon die Bewerbungsphasen für diverse Stellen an, unter anderem beim Auswärtigen Amt. Ich möchte mich zudem auf Volontärs- und Traineestellen bewerben. Mir wird so schnell also nicht langweilig werden!

 

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  29.10.2018