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Master live

Nur keine Panik

Meine absolute Horrorvorstellung ist es, nach dem Studium ohne eine Arbeitsstelle dazustehen. Passenderweise bin ich eine Topkandidatin, wenn es darum geht, sich das Schlimmste auszumalen. Dementsprechend stresst mich die Ungewissheit bezüglich meiner beruflichen Zukunft. Inzwischen informiere ich mich, wie ich die Zeit zwischen Studium und Beruf überbrücken kann, falls die Suche nach meinen Traumjob länger dauert. Auf keinen Fall will ich nur Zuhause sitzen und Bewerbungen schreiben. Obwohl ich meine Freizeit immer voll mit Aktivitäten packe, brauche ich trotzdem mindestens eine feste Aufgabe, die meinen Alltag strukturiert.
Alternativen gibt es viele: Von einem Praktikum im Ausland bei einer bulgarischen Firma bis hin zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im Bereich Kultur oder Politik ist die Bandbreite sehr breit gefächert. Ich habe mich zudem bei einem Online- Sekretariatsdienstleister – auch bekannt als Callcenter – mit Sitz in Spanien und Malta beworben. Das wäre eine Lösung auf Zeit und bestimmt auch eine Erfahrung. Außerdem könnte ich mir vorstellen, weiterhin an der Universität tätig zu sein und eventuell sogar eine Promotion ins Auge zu fassen. Für diese könnte ich mich in einer Übergangsphase auch bewerben, da der Bewerbungsprozess häufig eher langwierig ist und einiges an Zeit erfordert. Was auch immer im Endeffekt passieren wird, ich weiß, dass eine Übergangsphase nicht unbedingt verlorene Zeit darstellen muss. Es kommt schließlich immer darauf an, was man aus der gegebenen Situation macht und das kann ich sehr wohl beeinflussen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 6, 2019

Master live

Ein lustiges Völkchen

Voller Vorfreude begann ich vor einigen Wochen mit meiner Forschung für meine Masterarbeit auf deutschen Mittelaltermärkten und bemerkte sehr schnell: Die Händler und Menschen, die sich dort aufhalten, haben einen speziellen Humor und sind sehr zuvorkommend. Ich habe selten so nette Menschen getroffen. An der guten Stimmung änderten auch eisige Temperaturen und Regenschauer nichts. Bei schönem Wetter in einem Zelt zu übernachten ist ja auch langweilig. Außerdem sind kalte Temperaturen beziehungsweise rapide Temperaturwechsel gut für das Immunsystem.
Zurück zu Hause merkte ich, dass ich von jedem Markt unglaublich viele Eindrücke mitgenommen habe, fast mehr als ich verarbeiten kann. Es war schließlich auch das erste Mal, dass ich die Perspektive wechselte und mich dort in mittelalterlicher Kleidung präsentierte. Komisch war das anfangs schon, weil es einfach sehr ungewohnt war, aber mit der Zeit habe ich es sehr zu schätzen gelernt, insbesondere wenn interessierte Besucher auf ein Gespräch stehen geblieben sind. Da ich noch einige Marktbesuche, mit hoffentlich besserem Wetter, vor mir habe, ist das Abenteuer Mittelaltermarkt für mich noch nicht zu Ende. Ich überlege bereits, nach der Abgabe meiner Masterarbeit einfach nur aus Spaß noch einmal bei einem Mittelaltermarkt mitzumachen – ohne meine Masterabeit im Hinterkopf zu haben. Zudem habe ich mich für eine Tagung, die sich mit dem Thema Mittelalter befasst, angemeldet. Ich bin gespannt und halte euch selbstverständlich auf dem Laufenden.

Master live

Steuerpimpel

Weihnachten 2016 bekam ich von meinem Vater eine Schallplatte geschenkt – „Vespertine“ von Björk, meiner absoluten Heldin. Der Haken an der Sache: Ich hatte keinen Plattenspieler. Ich kaufte mir also einen gebrauchten zu einem relativ günstigen Preis. Nach wenigen Tagen traten leider schon die ersten Probleme auf. Man konnte noch Platten hören, aber der Tonarm (an dem die Nadel befestigt ist) wurde am Ende nicht ganz zurückgeholt, sodass die Nadel auf das Gehäuse knallte. Am Ende jeder Platte musste ich also schnell hinrennen und den Tonarm auffangen – nicht gerade entspannend. Also fing ich an, den Plattenspieler auseinanderzunehmen. 2017 hatte ich noch keine Lösung, also meldete ich mich in einem speziellen Internetforum an, in dem einige Menschen schlaue Tipps hatten. Jedoch trat das Problem weiterhin auf. Ich wechselte den Antriebsriemen, reinigte die Einzelteile und schmierte neues Fett an Verbindungsstellen. 2018 hatte ich dann eine neue Idee: Ich suchte nach Menschen, die sich mit Plattenspielern auskennen und tatsächlich kam ein Leipziger DJ bei mir vorbei. Leider konnte auch er mir nicht helfen. Wieder ein Jahr später ging ich mit dem Gerät in ein Reparatur-Café bei mir um die Ecke. Über mehrere Wochen ging ich regelmäßig dort hin und ein alter Mechaniker half mir, die Abläufe und Mechanismen zu verstehen. Aber auch er hatte keine Lösung für mein Problem. Letztendlich baute ich mir eine Konstruktion, mit der ich mir den laufenden Spieler von unten ansehen konnte. Ich sah stundenlag zu, welche Hebel und Schienen sich wie bewegen. Irgendwann hatte ich eine Erleuchtung und ich sah, dass ein sogenannter „Steuerpimpel“ auf einer Schraube fehlte. Nachdem ich einen neuen drauf gesetzt hatte, funktionerte es tatsächlich wieder! Seitdem höre ich meine einzige Platte rauf und runter und bin ziemlich stolz auf meinen Plattenspieler.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  May 29, 2019
Autor: Franca
Rubrik: studium
May 29, 2019