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Master live

Raus aus Rio

Nach einer tollen Woche in Rio de Janeiro fuhren wir ins Landesinnere in den Bundesstaat Minas Gerais. Wir haben ein paar schöne Tage in der kleinen Kolonialstadt Ouro Preto verbracht, eine Wanderung zu Wasserfällen in einem Nationalpark unternommen und die Ruhe und Sicherheit der Kleinstadt genossen.
Unser nächster Halt war Belo Horizonte. Dort wollten wir ursprünglich nur hinfahren, weil die Stadt einen Flughafen hat. Ohne Inlandsflug wäre unsere Reiseroute nämlich nicht in vier Wochen machbar gewesen. Belo Horizonte hat aber natürlich noch mehr zu bieten als einen Flughafen, zum Beispiel einen wunderschönen botanischen Park mit integrierten Kunstgalerien – eine wunderbare Kombination aus Natur, Kunst und Architektur!
Anschließend flogen wir nach Salvador, die ehemalige Hauptstadt Brasiliens. Wir kamen direkt im Zentrum unter. Früher war es dort sehr gefährlich und die Gebäude verwahrlosten. Inzwischen wurde die Innenstadt zu Tourismuszwecken saniert und die Polizei ist unglaublich präsent. Wie auch in Rio hatte ich als Tourist ein schlechtes Gewissen: Wie groß muss die Ungleichheit sein, dass all die Polizeipräsenz nötig ist? Trotz allem haben wir uns in Salvador an wunderbarer Architektur, Stränden und kulturellen Veranstaltungen erfreut.
Unser vorletzter Aufenthaltsort war Praia do Francês, ein Örtchen am Strand. Eine Woche lang haben wir die Seele baumeln lassen und viele nette Leute kennengelernt. Inzwischen hatte ich mein Spanisch mit einem Brasilianischlehrbuch so weit ans Portugiesische angepasst, dass ich unter Zuhilfenahme von Händen und Füßen halbwegs kommunizieren konnte. Es macht beim Reisen einen riesigen Unterschied, ob man die Sprache spricht oder nicht. Ich finde jedenfalls, dass ich primär von den Gesprächen und neuen Themen profitiere.
In Recife wollten wir ursprünglich nur zwei Tage verbringen, um Recife und die historische Nachbarstadt Olinda anzuschauen. Nachdem unser Rückflug von Recife nach Köln gecancelt wurde, waren wir noch zwei Tage länger dort – auf Kosten der Fluggesellschaft auch noch in einem sehr schicken Hotel!

Master live

Neues Semester, neues Glück!

Am 9. April hat offiziell mein zweites Semester als Masterstudentin in Bonn begonnen. Belegt habe ich Kurse zur Ethnografie in Südamerika und Südostasien sowie zu theoretischen Herangehensweisen der Forschung. Außerdem werde ich nun die Daten aus meinem Forschungsprojekt analysieren – ich bin gespannt!
Das Semester hat auf jeden Fall phänomenal gut angefangen. Am Sonntag strömte ganz Bonn bei 27 Grad und strahlendem Sonnenschein an den Rhein oder in die hiesigen Parks. Auch ich habe die Zeit genutzt, um einige Sonnenstrahlen aufzufangen. An meinem ersten Uni-Tag fielen dann beide Veranstaltungen des Tages aus. Ich hatte also frei! Meine Zeit verbrachte ich mit ein paar Haushaltsarbeiten, einem ausgedehnten Spaziergang am Rhein und der Vorbereitung für eine anstehende Veranstaltung. Außerdem war ich in Kreativ-Laune und widmete mich einigen meiner Kunstprojekte.
Morgens vom Vogelgezwitscher geweckt zu werden, hat für mich einen ganz besonderen Reiz. Ich würde mein Wohnheim direkt am Park deshalb nie für eines mitten in der Stadt tauschen wollen. Zur Uni sind es trotzdem nur knapp 20 Minuten. Allerdings hatte ich vorhin einen kleinen Zusammenstoß mit einer Hummel in unserer Küche. Sie hatte sich wohl nach drinnen verirrt. Nach dem ersten Schreck eskortierte ich sie freundlich zum Fenster und entließ sie in die Freiheit. Ein herrlich ereignisreicher und zugleich ereignisloser erster Uni-Tag liegt damit bereits hinter mir.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  24.04.2018

Master live

Meine Zeit im Kloster

Nachdem meine Ferienzeit zuhause viel zu schnell vorüberging, war ich einige Tage im Gästehaus des Klosters Arenberg bei Koblenz zu Gast. Die Begegnung mit den Dominikanerinnen und den Angestellten im Gästehaus war sehr bereichernd für mich. Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit durfte ich während meines gesamten Aufenthalts genießen.
Die Reaktionen in meinem Umfeld auf meine Ankündigung, für drei Tage ins Kloster zu gehen, fielen allerdings sehr unterschiedlich aus. Einige bestärkten mich darin, andere begegneten mir mit Unverständnis. Was möchte ich denn dort? Meine Antwort: zur Ruhe kommen. Da mein Privatleben und auch die Uni in den vergangenen Monaten sehr stressig, geradezu überladen waren, hatte meine Achtsamkeitspraxis sehr gelitten. Schon bevor ich ins Kloster ging, hatte ich mich in Achtsamkeit geübt und meditiert, es war allerdings zunehmend im Alltag untergegangen.
Im Kloster konnte ich mich wieder auf meine „innere Mitte“ besinnen. Dazu beigetragen hat auch die Atmosphäre. Ich weiß nicht wieso, aber sakrale Bauten jedweder Religion üben auf mich immer eine sehr beruhigende Wirkung aus. Meine Tage in Arenberg bestanden überwiegend aus Lesen, Malen, Spaziergängen im Klostergarten, Meditation und die Einnahme der Mahlzeiten im kleinen Speisesaal. Dort wurde schweigend gegessen – eine völlig neue Erfahrung für mich. Ich suchte die Einsamkeit und befasste mich vor allem mit mir selbst. Ich wollte innerlich zur Ruhe zu kommen und neues Vertrauen in meine Intuition schöpfen, die ich trotz akademischer Laufbahn wieder mehr in mein Leben integrieren möchte.