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Master live

Geld oder Nähe

Für jemanden wie mich, der es als normal empfindet, wenn abends um zehn die Straßenlaternen ausgehen, kann eine Großstadt wie München ein ziemlicher Kulturschock sein. Trotzdem habe ich mich ganz bewusst dazu entschieden, ein Praktikum in der Landeshauptstadt von Bayern zu absolvieren.

Warum ich mich ausgerechnet für diese Stadt entschieden habe? Das ist eigentlich ganz einfach: Natürlich geht es bei einem Praktikum immer darum, die Praxis eines Berufsbereichs kennenzulernen, aber am Ende ist es auch immer eine Frage des Geldes. Da mein Redaktionspraktikum nur acht Wochen dauert, stand für mich von Anfang an fest, dass ich mein WG-Zimmer in Göttingen behalten würde. Eine zweite teure Unterkunft kam da natürlich nicht infrage. Glücklicherweise wohnt meine Tante in München, sodass ich in der Zeit meines Praktikums bei ihr unterkommen konnte. Da München zudem als Medienhochburg gilt, hat sich das natürlich auch angeboten. Und es ist bestimmt nicht verkehrt, sich schon mal an das Leben in einer Großstadt zu gewöhnen.

Schließlich werde ich nach meinem Abschluss in Deutscher und Englischer Philologie am ehesten in einer großen Stadt wie München einen Job finden. Ich muss nämlich zugeben, dass es mir schwerfällt, mich in diesem hektischen Alltag zurechtzufinden. Morgens zur Bahn zu hetzen, nur um sich stehend zwischen unzählige Menschen zu quetschen: Ich kann mir wirklich Schöneres vorstellen. Meine Mutter sieht das alles immer ganz pragmatisch: Noch bist du jung, also raus in die Welt und Erfahrungen sammeln – am besten in Australien, England oder den USA. Und ich finde es auch schön, fremde Sprachen und Kulturen kennenzulernen. Aber das Schönste am Herumreisen ist doch am Ende immer wieder das Nachhausekommen. Mein Papa hingegen sagt immer: Geld ist nur bedrucktes Papier. Und irgendwie hat er damit auch Recht. Klar sollte es zum Leben reichen, aber es schenkt einem weder einen tollen Freundeskreis noch Spaß an der Arbeit. Ich sehe es vermutlich eher wie mein Papa und stelle die Nähe zu meiner Heimat über das hohe Gehalt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  Apr 8, 2016
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
Apr 8, 2016

Master live

Praktikum in München

In meinem Praktikum begebe ich mich in die Welt der Reichen und Schönen Münchens. Moderatoren, Schauspieler und Businesspeople – sie alle stehen auf feines Essen und teure Handtaschen. Und mittendrin ich, das Mädchen, das keine Ahnung von der Schickeria der Isar-Metropole hat.

Mein Praktikum in der Redaktion eines Hochglanzmagazins hat mir vom ersten Tag an Spaß gemacht. Ich schreibe kleine Artikel für die Homepage und gehe mit den Society-Experten zu Interviews, die mal in einem urigen Wirtshaus, mal in einem feinen Restaurant stattfinden. Wichtige Fragen sind dann immer die nach dem Gewicht oder nach dem Sternzeichen. Was ich während meines Praktikums erleben darf, ist ein wichtiger Schritt, für mein späteres Berufsleben. Wie bereitet man sich auf ein Interview vor? Wie geht man mit den Promis um? Was darf man schreiben und was nicht?

Da die Redaktion des Magazins ziemlich klein ist, bekomme sogar ich als Praktikantin Aufgaben zugeteilt, die für die Erstellung des fertigen Hefts wichtig sind. Das gibt mir das Gefühl, ein wichtiges Mitglied des Teams zu sein. Obwohl mir die Interviews mit all den verschiedenen Menschen und Geschichten sehr viel Spaß machen, mag ich die Arbeit in der Redaktion aber immer noch am liebsten. Hier sitze ich an meinem Computer und kann aus den Infos, die mir gegeben werden, einen knackigen Text basteln, der dann von allen gelesen wird. Mit meinem Namen drüber, versteht sich. Aber am schönsten ist, dass hier im Büro alle freundlich sind. Hier gibt es keine Allüren und keine Fragen zu Sternzeichen und Gewicht.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  Mar 8, 2016
Autor: Noelle
Rubrik: studium
Mar 8, 2016

Master live

Fazit Bachelor und Master

Es wird Zeit, ein Fazit zu ziehen. Drei Jahre Bachelor- und zwei Jahre Masterstudium liegen nun hinter mir. Generell würde ich sagen, dass es eine tolle Zeit war und meine Studienwahl richtig war. Im Bachelor habe ich wissenschaftlich gearbeitet und viel fremde Kulturen, Ethnologie, Kunst, Medien, Philosophie und Literatur gelernt. Gegen Ende des Bachelorstudiums merkte ich, dass ich mir über meine Berufswahl klar werden muss.

Was ich im ersten Semester noch am wenigsten mochte – Medienwissenschaft – wählte ich schließlich als Master. Warum? Klar, Ethnologie war spannend und all die fremden und vergessenen Völker faszinierten mich, aber ich dachte, dass es in diesem Berufsfeld schwer sein würde, einen Job zu finden. Also entschied ich mich für die Medienwissenschaft, mit der man auch Inhalte wie Ethnologie aufarbeiten und kommunizieren kann. Auch meine Bachelorarbeit habe ich in einem Feld geschrieben, das ich im Studium zwar kaum kennenlernte, mich aber sehr interessierte: die Unternehmenskommunikation. Ohne jegliches Vorwissen analysierte ich sprachliche Mittel und kommunikative Strategien in den Aktionärsbriefen der erfolgreichsten Unternehmen an der Börse.

Mein Masterstudium in der Medienwissenschaft war im Gegensatz zum Bachelorstudium viel praktischer ausgelegt. Ich schrieb nur eine Hausarbeit und eine Klausur und drehte stattdessen einige Filme und produzierte Radiobeiträge. Da ich mich nun voll auf die Masterarbeit konzentrieren möchte, verabschiede ich mich in eine Blog-Pause. Ich werde im Herbst wieder da sein, um euch zu berichten, wie es verlaufen ist und wie ich meinen Weg in den Beruf finde.

Autor: Miriam  |  Rubrik: studium  |  Mar 1, 2016
Autor: Miriam
Rubrik: studium
Mar 1, 2016