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Medizin studieren

Halten, was das Zeug hält

Ich habe drei Jahre als Nachtbereitschaft in einer Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen gearbeitet. Diese Arbeit hat mir stets viel Spaß gemacht, jedoch setzten mir die durchgearbeiteten Nächte auf Dauer immer stärker zu. Da kam es mir im Sommer ganz gelegen, als ein Freund nach einer Nachfolge für seine Stelle in der Tumororthopädie suchte, in der es insbesondere um Krebsarten in Knochen und Muskeln geht.
Nun arbeite ich bereits drei Monate jede Woche mindestens einmal im OP und muss sagen, dass mein bisheriges Fazit sehr positiv ist. Zwar ist der Job immens anstrengend und er verlangt mir einiges an Durchhaltevermögen, Geduld und Ruhe ab. Ich merke aber, wie ich von Dienst zu Dienst sicherer werde, mir die Abläufe klarer sind, und ich die Angst verliere, Fehler zu machen – denn die gehören leider dazu. Das Team ist freundlich und hilfsbereit und kümmert sich darum, dass man als Studierender einiges lernt. Oft sind es die gleichen Eingriffe – eine Knieprothese bleibt nun einmal eine Knieprothese – aber umso einfacher die Operation ist, umso mehr darf ich selbst machen. So durfte ich zum Beispiel einmal die Wunde am Ende der OP zunähen. Manchmal stehe ich aber auch zwei Stunden lang an derselben Stelle und halte zum Beispiel ein Bein in genau der gleichen Position, während ich unter dem kiloschweren Röntgenschutz schwitze wie bei einem Marathonlauf. Aber es ist eben ein Job, für den ich Geld bekomme. Es ist auch in Ordnung, dass nichts Aufregendes passiert, jedoch fehlt mir der Patientenkontakt. Im Operationssaal werden die Patienten zu Körperteilen, die operiert werden müssen – ohne persönlichen Bezug.
Im Großen und Ganzen kann ich aber empfehlen, als studentische Hilfskraft während des Medizinstudiums im Krankenhaus zu arbeiten. Man lernt viel dazu, die Aufgaben und Herausforderungen wachsen und man entwickelt sich weiter.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Feb 22, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Feb 22, 2019

Medizin studieren

Kleine Patienten

Seit ich Medizin studiere, möchte ich Kinderarzt werden. Allerdings habe ich noch gar keine praktische Erfahrung im Bereich der Kindermedizin. Deshalb habe ich mich für eine Famulatur im März bei einem Kinderarzt beworben.
Da es sich um eine Famulatur in einer Praxis außerhalb der Großstadt handelt, wo Mangel an medizinischem Personal herrscht, wird sie besonders gefördert. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe fördert Praktika in ländlichen Praxen mit einem Zuschuss von bis zu 400€, um Medizinstudierende zu motivieren, auch mal über die Stadtgrenzen hinauszudenken. Ein Angebot, das ich gerne mitnehme. Ich musste lediglich eine unterschriebene Erklärung des Praxisarztes über die Seite Praxisstart.de einreichen und erhielt kurz darauf die Zusage für das kleine Stipendium. Eine wirklich nette Idee und ein willkommenes Angebot für einen Studierenden.
Ich freue mich auf das Praktikum, habe auch Ängste. Was ist, wenn ich herausfinde, dass mir die Arbeit mit Kindern gar nicht liegt? Viel wird sich um Kleinigkeiten drehen, wie es bei jedem Hausarzt der Fall ist: Erkältungen, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Blutentnahmen, vielleicht zwischendurch mal ein Sturz. Ich nehme mir für meine Famulatur vor, den richtigen Umgang mit Kindern zu lernen. An der Hochschule habe ich die theoretischen Grundlagen für die Kommunikation mit Kindern bereits gelernt – nun gilt es, diese praktisch anzuwenden. Entscheidend ist es vor allem, das Vertrauen des Kindes zu gewinnen und es nicht wieder zu verlieren. In meinen Augen wird die Kindermedizin durch den Kontakt zu den Eltern noch erweitert, denn diese haben teilweise größere Angst vor anstehenden Untersuchungen als die Kleinen selbst. Ich hoffe, ich kann lernen, den Kindern und ihren Eltern Sorgen und Ängste zu nehmen und ihnen Sicherheit zu geben. Eines steht fest: Das wird ein herausfordernder und zugleich bereichernder Monat, in dem ich herausfinden kann, ob ich als Kinderarzt tauge oder nicht – mehr Motivation geht kaum.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Feb 13, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Feb 13, 2019

Medizin studieren

Notfallmedizin

Der Horror für die meisten Ärzte, die nicht als Notärzte tätig sind, ist es, in einer kritischen Situation der einzige anwesende Arzt zu sein. Da ist es wenig hilfreich, wenn der Notfallmedizin-Kurs mittlerweile 25 Jahre zurück liegt und man seitdem eigentlich nur noch Augenkrankheiten behandelt. Aber dann bricht jemand im Flugzeug zusammen und es ertönt die Durchsage: „Ist ein Arzt an Bord?“ Ich kenne Ärzte, die sich aus diesem Grund gleich ein alkoholisches Getränk im Flieger bestellen, um im Fall der Fälle darauf verweisen zu können.
In diese Situation will ich nie kommen, deswegen ist mir eine gute notfallmedizinische Ausbildung sehr wichtig. Am Ende der Sommersemesterferien bot sich mir die Gelegenheit, an einer Weiterbildung teilzunehmen. Mit zehn weiteren Münsteraner Kommilitonen verschlug es mich in eine kleine Stadt an der Nordsee, wo wir vier Tage in den Basics der Notfallmedizin weitergebildet wurden. Wir besprachen Fallberichte von Katastrophenmedizinern, die in kritische Situationen geraten waren, übten, wie man entscheidet, wer als Erster Hilfe benötigt oder, wie man eine Thoraxdrainage, also einen Schlauch in die Lunge legt und versorgt. Die vier Tage waren alles andere als entspannt, richtig geplättet kam ich wieder in Münster an. Vom Wissen eines Notarztes bin ich zwar noch meilenweit entfernt, aber zumindest habe ich einen Grundstein gelegt, auf den ich Zukunft aufbauen kann.

 

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 13, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Feb 13, 2019