Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Zwischen Studium & Beruf

Ich hab die Stelle!

Als ich am 30. Dezember 2018 ein letztes Mal im alten Jahr in den Briefkasten schaute, blieb mein Herz für einen Moment stehen. Ein Umschlag aus Bayreuth, der Stadt, in der ich kurz zuvor mein Studium beendet hatte und in der ich mich für eine Stelle im Umweltamt beworben hatte. In aller Eile riss ich den Umschlag auf, er schien zu groß, um nur eine Absage zu enthalten. Und tatsächlich: Man hatte sich bei der ausgeschriebenen Stelle für mich entschieden!
Ich habe mich so über diese Zeilen gefreut und erlebte durch diese Mitteilung tags drauf das freudigste Silvester, an das ich mich erinnern kann. Die Monate, die ich erfolglos nach Arbeit gesucht hatte und in denen ich oft sehr unglücklich über meine Situation war, sollten endlich zu Ende sein.
Schon zwei Wochen später startete für mich dann tatsächlich das Berufsleben. Die lange Anfahrt von Nürnberg sah ich gelassen, da es sich um eine Teilzeitstelle handelt und ich mir meine Stunden ganz entspannt einteilen kann. Es fühlt sich gut an, wenn man zur Arbeit fährt und tatsächlich auch Geld damit verdient. Endlich kann ich meiner Tante sagen, dass ich einer Arbeit nachgehe, für die ich Geld bekomme. Diese Tante lag mir nämlich schon seit vielen Jahren immer wieder fragend in den Ohren, wie lang dieses Studieren denn nun noch dauern solle. Für eine akademische Laufbahn bringt sie generell Unverständnis mit. Solche Fragen sind sicher nicht ganz unberechtigt, schließlich haben meine Schulkameraden, die eine Ausbildung gestartet hatten, teilweise schon über fünf Jahre Berufserfahrung sammeln können und ihr eigenes Geld verdient. Aber gut, mein Weg war ein anderer und ich bin sehr dankbar, dass dieser Weg sich nun langsam doch als der richtige für mich abzeichnet.
Meine Zeit als Bloggerin bei abi>> endet nun mit dem Berufsübertritt. Ich würde mich freuen, wenn meine hier geteilten Erfahrungen dem ein oder anderen weiterhelfen.
Euch da draußen, die ihr noch auf der Suche nach dem richtigen Studiengang, oder dem richtigen Job seid, wünsch ich von Herzen alles Gute. Man braucht in vielen Dingen einen langen Atem, das habe ich gelernt. In diesem Sinne: Tief Luft holen und bei Problemen lieber mal Luft rauslassen, statt das Atmen ganz sein zu lassen. Es gibt für jeden einen gangbaren Weg.

 

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Apr 23, 2019
Autor: Mia
Rubrik: studium
Apr 23, 2019

Zwischen Studium und Beruf

Bewerbungszeit geht an die Substanz

Nach meinem Abstecher in die Altenpflege beschloss ich, mein Studium nicht gleich an den Nagel zu hängen. Wenigstens sieben Monate wollte ich nach einem Job in meiner Branche suchen, bevor ich aufgab, um eventuell doch eine alternative Ausbildung zu beginnen.
Ich finde es wirklich schrecklich, seine Zeit nur noch in Bewerbungen zu investieren. Zuerst einmal braucht man ja einen tollen Lebenslauf und Bewerbungsschreiben, das jedem Arbeitgeber klarmachen soll, dass man das Beste ist, was es auf dem Markt gibt. Das allein erinnert ja schon sehr an Viehversteigerung und ist mir deshalb schon zuwider. Wenn man dann noch ein wenig ausgeprägtes Selbstvertrauen hat, macht das die Selbstbeweihräucherung nicht einfacher.
Es ist frustrierend, das Internet nach Stellenanzeigen zu durchkämmen. Da fragt man sich oft: Welche Übermenschen gibt es auf dem Arbeitsmarkt, die sich qualifiziert genug fühlen, diese Stellen auszufüllen? Junge, berufserfahrene, mobile und gesunde Menschen sind gesucht, die mit irgendwelchen flachen Hierarchien gelockt werden, aber bitte keine Festanstellung erwarten sollten. Da ich ja verheiratet bin und mit meinem Mann gerade erst näher zu seiner Arbeit gezogen bin, kommt für mich ein Arbeitsplatz außerhalb der Pendlerreichweite nicht in Frage. Geoökologen sind nun mal oft Globetrotter und eher unstet und flüchtig. Ich kann euch sagen, ich bin regelmäßig verzweifelt auf meiner Jobsuche.
Nach etwa acht Bewerbungen wurde ich erstmals zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Das freute mich zwar, nur leider lief die Vorstellung dann doch nicht so rosig. Nach einer zweimonatigen Auszeit stand noch eine Rückmeldung aus Bayreuth aus. Ja, ich hatte es tatsächlich gewagt, mich nochmal in Bayreuth zu bewerben, zwar nicht an der Uni, das hätte ich nicht mehr gewollt, aber im Rathaus als Fachkraft für Naturschutz und Landschaftspflege. Ich hatte eigentlich keine Lust mehr auf Bayreuth. Aber meine Freunde motivierten mich sehr, es doch wenigstens zu probieren, absagen könne man ja immer noch. Und als ich dann tatsächlich etwa ein halbes Jahr nach Bewerbungsschluss zu einem Vorstellungsgespräch eigeladen wurde, freute ich mich doch sehr.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Apr 9, 2019
Autor: Mia
Rubrik: studium
Apr 9, 2019

Zwischen Studium & Beruf

Auf Studium folgt Ausbildung?

Auf meine Masterarbeit folgte eine Zeit der Verunsicherung, in der ich viele neue Erfahrungen machte. Mein Studium, das mich viel Energie gekostet hatte, war nun vorbei. Nur leider ist ein Geoökologie-Studium kein Freischein in ein sicheres Berufsleben. Wie sollte es also weitergehen? Ob ich die Masterarbeit bestanden hatte, stand zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht fest.
Mittlerweile kann ich jeden gut verstehen, der sich gegen einen außergewöhnlichen Studiengang und für eine solide Ausbildung entscheidet. Auf einmal war es auch für mich reizvoll, in die Krankenpflege zu gehen oder wie so viele meiner Freunde Grundschullehramt zu studieren. Mit 27 wollte ich nicht noch ein Studium beginnen, aber eine vernünftige Ausbildung, mit der man einen sicheren Job findet, konnte ich mir ganz gut vorstellen. Sicher hatte ich in dieser Zeit auch einfach etwas Panik, nicht Fuß im Berufsleben fassen zu können. Jedenfalls entschied ich mich – solange ich keinen Job als Geoökologin gefunden hatte, mich in einem Beruf umzuschauen, der garantiert gebraucht wird: Altenpflegerin.
Kurzentschlossen bewarb ich mich um einen Ausbildungsplatz. Dabei rannte ich zwar offene Türen ein, aber ganz sicher war ich mir nicht. Deshalb wollte ich bei einem Praktikum herausfinden, ob ich mir meine Zukunft in der Altenpflege tatsächlich vorstellen könne. Im Praktikum hieß es dann, jeden Tag um 5 Uhr aufstehen, um dabei zu sein, wenn Insulin gespritzt, Stützstrümpfe angelegt und Windeln gewechselt werden. Ich muss sagen, diese Zeit hat mich einiges gelehrt. Ich erlebte wie unterschiedlich Menschen mit dem Alter umgehen. Einige wirkten auf mich zufrieden, andere sehr verbittert. Ich wurde daran erinnert, dankbarer zu sein, für das was ich habe. Für mich war dieses Praktikum genau das Richtige, auch wenn ich den Ausbildungsplatz dann doch nicht antrat.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Mar 8, 2019
Autor: Mia
Rubrik: studium
Mar 8, 2019