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Typisch Frau, typisch Mann?

Zu sehen ist ein Glätteisen und eine Bohrmaschine
Foto: Rehm/WillmyCC

Protokoll

Typisch Frau, typisch Mann?

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wir danken euch für euer Interesse am abi>> Chat zum Thema "Typisch Frau, typisch Mann" (17. April 2013). Im Chatprotokoll findet Ihr die gestellten Fragen und die dazugehörigen Antworten unserer Experten.

abi>>

 

Herzlich Willkommen zum abi>> Chat. Heute dreht sich alles um das Thema „Typisch Frau, typisch Mann?“. Und hier die Experten, die sich heute auf eure Fragen freuen: Die Beauftragten für Chancengleichheit Christine Schramm-Spehrer (Arbeitsagentur Gießen) und Simone Österreich (Arbeitsagentur Göppingen) sowie Cornelia Blum, Studienberaterin der TU Dresden und Miguel Diaz vom Netzwerk „Neue Wege für Jungs“.

abi>>

 

Und los geht’s!

     
     

Nicki

 

Guten Tag! Ich würde gerne wissen, ob es WIRKLICH so ist, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Oder kommen die Zahlen nur dadurch zustande, dass Frauen öfter Minijobs oder Halbzeitjobs machen und deshalb logischerweise weniger verdienen?

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Nicki: Die Lohnunterschiede, die sogenannte Gender Pay Gap setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. So ist ein Teil in der Wahl von besser oder schlechter bezahlten Berufen begründet.

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Nicki,  sowohl, als auch. Das heisst, Frauen sind tatsächlich häufiger in Minijobs vertreten, erhalten aber auch bei gleichen Täigkeiten einen geringeren Lohn als Männer

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

Ein weiterer Teil liegt an den Minijobs oder Teilzeitjobs.

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

Hallo Nicki, das ist ein Grund. Aber selbst im gleichen Beruf bei gleichem Beruf verdienen Frauen in Baden-Württemberg 8 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Nicki

 

Liegt das dann bei Frauen daran, dass sie auch bei Gehaltsverhandlungen einfach sich weniger trauen?

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

Ein Teil der Lohnunterschiede liegt auch in Unterbrechungszeiten durch Familienphase. Und ein weiterer Teil vielleicht darin, dass Frauen schlechter verhandeln.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Nicki: Gehaltsverhandlungen sind für alle schwer. Bei meinen Seminaren Schokoladenseite zeigen im Vorstellungsgespräch wollen die Leute auch immer wieder Gehaltsverhandlungen thematisieren. Es fällt einfach schwer, denen eigenen "Wert" einzuschätzen

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Nicki... und wenn dann jemand nach einer Unterbrechungszeit kommt, dann hat diese(r) ja keinen Vergleich. Die Menschen aus einer Beschäftigung wissen ja zumindest, was sie vorher "wert" waren und was sie "an der (Erwerbs-)arbeit" können. Dieser Bezug fehlt Berufsrückkehrenden nach Familienphase und Studierenden beim ersten Job.

     
     

Tootsy

 

Hi zusammen, man liest ja immer wieder, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Gilt das denn auch für Berufe wie Erzieher, wo es nur wenige Männer gibt?

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

Tootsy,  da müssen wir uns die Ursachen für den geringeren Verdienst ansehen. Zum Teil liegt es daran, dass Frauen nach wie vor häufiger die unbezahlte Fürsorgearbeit übernehmen und dann für eine Zeit aus dem Job raus sind. Männer, die solche Brüche nicht haben, starten besser durch

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

Hallo Tootsy, im öffentlichen Dienst werden Frauen und Männer gleich bezahlt. Männer steigen in der Regel aber durch ihre ununterbrochene Erwerbstätigkeit schneller in besser bezahlte Positionen auf.

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Tootsy: Nach meiner Erfahrung sind die Löhne im Erzieherberuf nicht unterschiedlich; allerdings sind Männer öfter die Chefs (so auch in Grundschulen) und verdienen dadurch mehr.

     
     

Jasmin

 

Liebe Experten, ich studiere Journalismus und im Anschluss an das Studium muss ich wohl oder übel ein Volontariat machen. Nun bin ich schon lange mit meinem Freund zusammen und wir überlegen uns, ein Kind zu bekommen. Geht das während des Volontariats? Kann man da auch in Mutterschutz gehen? Oder wird man da rausgeschmissen?

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

Hallo Jasmin, das Volontariat ist eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit für die die allgemein gültigen arbeitsrechtlichen Regelungen gelten.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Jasmin: Vieles ist eine Frage der Vereinbarungen. Es kommt darauf an, sich eine Stelle zu suchen, die dann vereinbar mit Kinderbetreuung wäre.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Jasmin. Ich weiß nicht, um welchen Bereich es konkret ginge. Wenn jemand als Journalistin für die Tagespresse oder einen Radiosender unterwegs ist, dann passiert irgendwo zu irgendeiner Zeit etwas und man muss hin. Egal, ob der Kindergarten gerade offen hat. Wenn man aber in einem Verlag langfristige Projekte oder Publikationen vorbereitet, kann man sich die Zeit einteilen.

     
     

MarcOechler

 

Servus! Ich will Kindergärtner werden, aber wenn da nur Frauen arbeiten ist das bestimmt anstrengend. Oder?

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Marc: Gemischte Teams arbeiten erfahrungsgemäß besser, vielleicht fehlst gerade DU in diesem Team :-)

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@MarcOechler, nee, durch Frauen wird's ja nicht anstrengender. Und einige wenige Mäner arbeiten da ja auch

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Marc: Im Ernst: Was genau meinst Du mit "anstrengend"?

MarcOechler

 

Naja, ich meine, dass Frauen bestimmt zusammenhalten, wenns hart auf hart kommt ... Und wenn man dann der einzige Mann ist?

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ all: Es ist einfach so, dass man selbst immer wieder schauen muss, sich gut zu "verkaufen" und für gute Arbeit auch guten Lohn zu fordern. Wenn man sieht, dass man was kann und die Arbeít voranbringt, kann man auch über den Lohn verhandeln.

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@MarcOechler, es hat zum Thema Männer in Kitas eine Studie gegeben und der Titel deutet' schon an. Die TÜren für Männer sthen weit offen in Kitas - Männer sidn da herzlich Willkommen und gern gesehene Mitarbeiter auch und gerade von Frauen

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Marc: Probier es am besten aus und wechsle an eine Kita mit mehr Männdern, wenn Du Dich als einziger nicht wohlfühlst.

MarcOechler

 

Stimmt das denn, dass man als Mann da schnell Leitung werden kann?

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ all: Ein weiterer Punkt neben dem Gehalt sind aber auch Faktoren wie: Wie viel Spaß macht mir meine Arbeit, habe ich es weit, kann ich an dieser Stelle was lernen, was mir später mal weiterhilft, geht die Arbeitgeberin auf Teilzeitwünsche ein, gibt es familienbewusste Massnahmen, gibt es Vorteile wie Dienstwagen, Handy, Personalkauf. Da muss jede und jeder sehen, was ihm was wert ist.

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@MarcOechler, so einfach ist es zum Glück nicht, das wäre ja auch extrem ungerecht. Die MÄnner, die Leitungspositionen bekleiden, habe meist auch höhere Abschlüsse und z.B. ein Studium absolviert

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Marc: Ich habe es schon oft erlebt, dass Männer in typischen Frauenberufen rasch in leitende Funktionen oder Sonderfunktionen kommen. Wobei das nicht nur am Mann-sein liegen muss, sondern vielleicht auch an teilweise anderer Karriereplanung und Unterbrechungszeiten.

MarcOechler

 

aber bei meiner freundin im krankenhaus werden immer die männer pflegedienstleitung - bei gleicher ausbildung

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Marc: und auch leider daran, dass Frau mehrheitlich lieber einen Chef als eine Chefin haben...

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@MarcOechler, zu der AUsbildung kommt ja noch die Erwerbszeit hinzu und ob diese ohne Unterbrechung gelaufen ist. Wie gesagt, da Frauen aus Fürsorgegründen häufiger Unterbrechungen haben, sind sie bei Leitungspositionen dadurch gegenüber Männern im Nachteil

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Marc: Ich arbeite ja oft mit Frauen, die in den Beruf zurückkehren möchten. Da sehe ich, dass da leider manchmal sehr wenig Selbstbewußtsein ist. Und dann vermarktet man sich auch schlecht. Nach einer Unterbrechung denken Leute oft, sie können gar nichts mehr und sehen nicht die vielen Kompetenzen, die durch Familienarbeit zusätzlich erworben wurden

MarcOechler

 

naja ok, vielleicht riskier ich das mit dem kindergärtnern einfach mal. vielen dank jedenfalls!

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@ MarcOechler, mach das, ist bestimmt super. Wünsch dir viel Erfolg

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Marc: Vielleicht kannst Du den Beruf ja erst mal im Rahmen eines Praktikums beschnuppern. Viel Erfolg. Wir brauchen Männer und Frauen in den Kindergärten.

MarcOechler

 

Dufte!

     
     

josef

 

kann man denn als mann auch tyische frauenberufe machen, z.b. frauenbeauftragte?

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Josef: Mein Kollege beim Jobcenter Wetterau - Beauftragter für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt - ist ein Mann

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Josef: Der Beruf muss zu Deinen Interessen, Talenten, Fähigkeiten passen, dann ist es gleich, ob es ein "rosa" oder ein "himmelblauer" Beruf ist

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@Josef, Hallo, natürlich, die Stellenausschreibungen sind stets geschlechtsneutral.

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@josef, ich sprexche lieber von Berufen mit einem hohen Frauenanteil, von typisch zu reden impliziert ja fast was natürliches. D.h. kein Beruf ist typisch für ein Geschlecht. Und - wenn die vorraussetzungen gegeben sidn, können Frauen udn Männer alles machen

josef

 

aber es gibt doch eher wenig männer die so einen job machen, oder?

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@josef, leider ja, aber das wird sich hoffentlich mal ändern

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

Der Anteil von Frauen und Männern in Unterschiedlichen Berufen kann sich durchaus verändern. Zum, Beispiel waren Lehrkräfte früher fast immer Männer, auch auf den Beruf des Sekretärs trifft das zu. Heute hats ich das deutlich gewandelt und das Pendel schlägt jetzt in die andere Richtung aus.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ josef: Da hast Du von der Statistik her recht. Darum arbeiten wir ja mit Girls`Day, Boys`Day, Neue Wege für Jungs und Berufsorientierung durch die Berufsberatung, MINT Projekten für Mädchen, Sozial ist cool für Jungs auch laufend daran, die geschlechtstypischen Wahl zu ändern. Menschen sollen nach Talenten, Interessen, Fähigkeiten wählen. Der Beruf soll in die Lebenswegplanung passen.

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Josef: In der Studienberatung erlebe ich, dass Jungs viel deutlicher als Mädchen Bedürfnisse nach beruflichem Aufstieg und hohem Einkommen äußern. Nun sind "Frauenberufe" oft die schlechter bezahlten und teilweise auch weniger wertgeschätzten. . Das sehen Jungs oft ganz klar.

     
     

Angelika

 

Hallo liebe Experten, ich mach nächstes Jahr Abi und will Elektrotechnik studieren. Man hört ja immer wieder, das es für Frauen schwierig ist in technischen Studiengängen mit hohem Männeranteil. Ist das wirklich so? Worauf muss ich mich einstellen?

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Angelika, der Frauenanteil liegt in der Elektrotechnik bei mageren 8,4%. Du wirsat also wenig Geschlechtsgenossinen haben. Aber dafür eine Ausbildung die äusserst zukunftsträchtig ist.

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresd, aber, für JUngen und Mädchen steht deutlich im Vordergrund, dass der beruf Spass machen soll

Angelika

 

Schon klar, dass es da weniger Frauen gibt. aber welche konkreten Nachteile kann das für mich bringen?

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Angelika, ein dickes Fell kann sicherlich nicht schaden, aber ich denke die Vorteile später wie bessere Bezahlung als in frauentypischen Berufen und die sehr guten Arbeitsmarktaussichten überwiegen.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Angelika: Die Berichte meiner Studentinnen in Elektrotechnik reichen je nach Jahrgang von : "Das war super, alle haben sich klasse um mich gekümmert, weil ich was Besonderes war" bis zu "Die haben alles gesagt, ich werde immer bevorzugt, weil ich ein Mädchen bin" - Also das, was man auch schon aus der Schule kennt :-)

Angelika

 

Werden Frauen denn später auch bei den Jobs benachteiligt? Also grad in technischen Berufen? Weil sie vielleicht mal Kinder kriegen wollen?

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Angelika, das ist schwer zu sagen. Weder Männer noch Frauen sind ja alle gleich, deshalb wisrt du sicherlich zimelich nette udn auch weniger nette Kollegen haben

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Angelika: Ansonsten erst mal die typischen Tipps: Mache Self Assessments vorher. Es gibt auch Studienfeldbezogene Tests bei der Agentur. Nutze die Schnupperstudienangebote der Unis und Fachhochschulen. Mache bei den Vorkursen mit. So gehst Du gut vorbereitet rein.

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Angelika, nein gerade in technischen Berufen haben Mädchen gute Chancen.

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Angelika: Ich empfehle Dir, Dich mal in eine Vorlseung zu setzen und Dir schonmal einen Eindruck zu verschaffen. Außerdem gibt es auch Projekte an den Uni, wo Du Dich mit diesem Thema auseinander setzen könntest. Bei uns an der TU DResden z.B. die Sommeruni. Da bist Du eine Woche mit anderen Mädchen in Richtung MINT unterwegs.

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Angelika, auch kannst du versuchen, ob es Tandem Programme an der Uni gibt oder auch Netzwerke für Studentinnen

Angelika

 

Ok, dann muss ich mir ja nicht so viele Sorgen machen. Danke für die Antworten! :-)

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Angelika: In vielen technischen Berufen gibt es noch nicht so viele familienbewusste Massnahmen und Ausgestaltungen und Teilzeitmodelle. Das ist schlichtweg so, weil es auch noch nicht so viele Frauen dort gibt

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Angelika: Also unsere Absolventenstudie hat ergeben, dass Frauen im Ingenieurbereich mehr Bewerbungen für ihre erste Stelle schreiben müssen als Männer. Im Ingenieur-Studium sind allerdings Frauen seltener unter den Studienabbrechern und insgesamt erfolgreicher!

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen

 

@ Angelika: Darum liegt es an den Frauen, die dort starten, die Arbeitsbedingungen mit zu gestalten. Es kann ja auch ganz spannend sein, Pionierin zu sein. Und die Chancen, dass Arbeitgeber/innen gerade in der jetzigen Zeit bereit sind, in Sachen Arbeitsbedingungen auf gute und gefragte Fachkräfte zuzukommen, sind gut.

     
     

Michi

 

Ich will Krankenpfleger werden, find es aber schade, dass man da so wenig verdient. Gibt es da noch andere Möglichkeiten wo ich Karriere machen kann?

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@ Michi, so wenig ist da gar nicht zu verdienen - immerhin mehr als du als KFZ-Mechatroniker verdienst

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Miguel: Ja, klar. Aber diese Berufe unterscheiden sich eben in einkommensträchtige und weniger einkommensträchtige...

Michi

 

Echt?

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Michi, und durch spezielle Weiterbildung wie z.Bsp. den Fachkrankenpfleger steigert sich das Einstiegsgehalt erheblich.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Michi: Die Welt ist erst mal und Gehälter sind auch erst mal. Ich hoffe aber, dass die Welt sich auch ändert. Wenn alle Berufe von Frauen und Männern ausgeübt werden und alle gut verhandeln, dann muss die Einkommensdifferenz zwischen der Bereichen ja nicht ewig so bleiben.

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Michi: Naja, mit eiem Studium verdienst Du meist mehr als mit einer Berufsausbildung. Käme das in frage?

Michi

 

Ich will halt schon gern Karriere machen und mich weiterentwickeln in einem medizinischen Beruf. Für Medizin ist aber mein Abi zu schlecht.

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Michi hier mal ein paar Beispiele: KfZ-Mechatroniker Einstiegsgehalt ca. 2.500,-€, Gesundheits- und Krankenpfleger 2.900€ und der Fachkrankenpfleger 3.300€

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@ Michi, dann könnte so eine Ausbildung doch ersteinmal ein guter Schritt sein, auf den du ggf. noch aufsatteln kannst.

Michi

 

Welche Berufe kommen noch in frage??

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

Gehälter: in http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/ findet man unter den entsprechenden Berufen im Bereich "Ausbildung" - "Finanzielle Aspekte" das Gehalt während der Ausbildung und im Bereich "Tätigkeit" - "Einkommen" das für die Tätigkeit.

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Michi: Naja, "zu schlecht" gibt's eigentlich nicht. Wenn Dein Abi nicht so gut ist, kannst Du vielleicht nicht sofort oder nicht an Deiner Wunschuni studieren....Es kommt einfach darauf an, was DU willst.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Michi: Die erste Frage ist: Was kannst Du gut? Was machst Du gerne?

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Michi: neben dem Fachkrankenpfleger gibt es bsw. noch die Aufstiegsfortbildung zur Pflegedienstleitung oder den Fachwirt.

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Michi: Was interessiert Dich denn?

Michi

 

Ich bin halt eher der praktische Typ und finde es gut, gleich Geld zu verdienen. Jahrelang studieren, das ist glaub nix für mich.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Michi: Denn wenn der Beruf nicht passt, dann erzielen die Menschen in diesem Beruf oft nicht die Top-Gehälter. Der Beruf muss zu Dir passen: Interessen, Fähigkeiten, Zugangsvoraussetzungen.  Das ist Pflicht. Dann kommt die Kür: Ist es Dir wichtig, in der Nähe des Wohnortes zu bleiben, ist es wichtig, aufsteigen zu können, willst Du geregelte Arbeitszeiten, soll der Beruf mit Deinen Vaterpflichten kombinierbar sein..... Also Berufswegplanung als ein Teil der Lebenswegplanung. Und dann können wir Berufe suchen.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Michi: Schnell Geld verdienen, also Dauer der Ausbildung oder des Studiums ist dann auch eines der Kriterien.

     
     

Stephie

 

Guten Tag zusammen! Ich stehe kurz vor meinem Abschluss in BWL mit Schwerpunkt Personal. Ich fange jetzt schon so langsam an, mich auf Stellen zu bewerben. Gibt es irgendwelche Tricks, wie ich einen Chef erkenne, der kein Problem damit hätte, wenn ich in 2-5 Jahren Mutter werden würde? Also einen familienfreundlichen Chef? Ich will ja nicht direkt im Bewerbungsgespräch fragen. Nachher bekomme ich genau deswegen die Stelle nicht...

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Stephie, In Unternehmen wir durch den Fachkräftemangel das Thema Work-Life -Balance weiter zunehmen. Auch werden mit der Neureglung des Erziehungsgeldes ja zunehmend auch Männer  wenn sie Väter werden, für eine Weise aus dem Berufsleben ausscheren. Damit stehen die Personalverantwortlichen vor der Situation, dass in einer bestimmten Lebensphase Angestellte Frauen und Männer aufgrund von Familienplanung pausieren können. Ich würde mich da auf mein Gespühr verlassen und es nicht ansprechen

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Stephie: Mit der Tür ins Haus fallen würde ich auch nicht. Es gibt Betriebe die sich durch familienfreundlichkeit auszeichnen und sich deswegen zertifizieren lassen haben. Es gibt die Zertifizierung "Audit Beruf und Familie". Im Internet kannst nach den Firmen recherchieren.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Stephie: Also ich würde bei Arbeitgeber/in erst mal mit meinen Kompetenzen punkten: Was kannst Du super, wo bringst Du dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin einen echten Vorteil. Dann kann man vieles verhandeln. Nach Außen sind Betriebe auch oft durch Prädikate erkennbar: Total Equality, Familienbewusster Betrieb, Regionale Auszeichnungen, Audit Familie-Beruf etc.

Stephie

 

Auf jeden Fall schon mal Danke für die Antworten! Gibt es denn eine Statistik oder ein Ranking, das aufzeigt, welche Unternehmen wie familienfreundlich sind?

Stephie

 

Aber vielleicht denken sie dann ja gerade deshalb, dass ich unsicher bin? Weil ich mich shcon einmal falsch entschieden habe. Das ist ja auch kein Beweis dafür, dass ich es diesmal ernst meine (obwohl ich das wirklich tue!)

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Stephie, die Zeiten haben sich gewandelt, in denen Biographien recht gradlinig waren. Viele Leute haben Ausbildungen abgebrochen, gewechselt u.ä. und waren dannach dennoch beruflich Erfolgreich

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Stephie: Klar wird es Leute geben, die denken "Wird die das diesmal durchhalten?" , wenn jemand wechselt. Aber die Berufswelt hat sich hier sehr gewandelt. Ich kenne aus den 80er Jahren noch Zeiten, da haben Menschen mit 15 Jahren bei einem Arbeitgeber gelernt und sind dann mit 63 Jahren zu mir gekommen und haben immer im gleichen Büro gearbeitet. Heute ist viel mehr Wandel und Wechsel und Beweglichkeit üblich. Es wäre für mich als Arbeitgeberin wichtig, dass Du mir plausibel erklären könntest, warum das gerade bei mir in gerade diesem Beruf jetzt passt. Bei Unsicherheiten könnten wir das dann gemeinsam in einem Praktikum testen.

     
     

Steffen

 

Hallo zusammen, mein Lehrer hat mir empfohlen ein Praktikum als Erzieher zu machen - ist das nicht ein typischer Frauenberuf? Gibts da viele Männer?

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Steffen: leider nein, ist aber dringend notwendig. Die Idee mit dem Praktikum finde ich sehr gut.

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Steffen,  noch gibt es nicht so viele Männer, aber du könntest einer davon werden, wenn du gerne mit KIndern arbeitest. Schau es dir doch erstmal an udn entscheide dann.

Steffen

 

Aber kommt das nicht komisch bei den Eltern, wenn da ein junger Mann sitzt?

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Steffen: im Praktikum könntest Du erkunden, ob es Dir dort gefällt.

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Steffen, nee, gar nicht. Die meisten Eltern freuen sich über Männer in ihren Einrichtungen.

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Steffen: und auch ob die Eltern Männer als Erzieher akzeptieren.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Steffen: Ich bin ja selbst Mutter, ich hätte mich gefreut, wenn im Kindergarten sowohl Frauen als auch Männer gewesen wären. Gemischte Gruppen sind im ganzen Leben vorzufinden. Warum nicht auch im Kindergarten.

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Miguel Diaz: Hallo, also ich kenne schon Eltern die das seltsam finden und sich um die Sicherheit ihrer Kinder (meist Mädchen) Gedanken machen.

Steffen

 

Dann werde ich mal bei meinem örtlichen Kindergarten nachfragen was die davon halten!  Danke.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Steffen: Viele Jungs, die es probiert haben, fanden es im Kindergarten übrigens auch ganz toll. In Frankfurt gibt es beispielsweise ein Projekt Soziale Jungs, die Jungs dort in den Kindergärten sagten, dass sie von den Eltern richtig gute Rückmeldungen bekommen hätten.

Steffen

 

Oder kann man sowas wie Au Pair auch als Junge machen?

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Steffen, wir haben einige Tausend JUngen befragt, die am Boys'Day in Kitas waren. Über 90% fanden es sehr gut bzw. gut und fast und 3/4 von ihnen möchte im nächten jahr wieder dabei sein.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Steffen: Au Pair geht auch als Junge. Hier findest Du Infos: http://abi.de/orientieren/auszeit.htm?zg=schueler

     
     

Ramona

 

Hallo Ihr alle! :) Ich habe eine Frage zum Lehrerberuf. Empfielt es sich für Frauen, den Beruf der Lehrerin zu ergreifen, da man hier nach einer möglichen Kinderzeit leichter wieder einsteigen kann, als dies in der freien Wirtschaft möglich wäre?

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Ramona: in erster Linie sollte der Beruf Spaß machen und so etwas wie Berufung sein. Aber Du hast Recht, schon mal die Betreuung der Kinder wärend der Ferien ist dann nicht problematisch.

Ramona

 

Ich gebe jetzt neben der Schule her viel Nachhilfe - was mir sehr viel Spaß macht. Aber ich glaube, dass ich mich nicht vor eine Klasse hinstellen kann. Kann man dies in irgendeiner Weise ausprobieren?

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Ramona: Der Lehrerberuf ist auf jeden Fall familienfreundlich, aber - wie schon Frau Osterreich sagt - er sollte Dir in erster Linie Spaß machen!

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Ramona, vor Leuten zu reden isr meist eine Übungssache. Je häufiger du das machst, desto sicherer wirst du.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Ramona: Wenn es bei Euch eine städtische Jugendarbeit gibt, ein Jugendzentrum, die suchen eigenlich immer mal Leute, die dort auch was machen, mit auf Freizeiten fahren, sich an den Ferienspielen beteiligen, sich an Ferienworkshops beteiligen. Das wäre ja Arbeiten mit Gruppen. Dann könntest Du bei Workshops mitmachen, oder wenn Du was besonders gut kannst (Musik, Chor, Tennis) dort Jugendgruppen leiten.

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Ramona: Es gibt auch Schulen, die offen für Praktikant/innen sind; aber Du kannst auch in anderen Bereichen ausprobieren, ob Du Lust auf große Gruppen hast. Ganz hilfreich ist auch das selfassessment für's Lehramt www.cct-germany.de.

Ramona

 

Ich engagiere mich auch in einer Jungschar in meinem Dorf. Doch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Kinder meist nicht auf mich/uns hören. Kann man sich irgendwie "Respekt" verschaffen?

Ramona

 

Vielen Dank an alle! :)

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Ramona, du kannst lernen, dich durchzusetzten. Auf jeden Fall nie was ankündigen, was du nicht auch umzusetzetn bereit bist

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Ramona: Und dann ist es auch noch ein kleiner Unterschied, ob Jugendliche in einer Jungschar vorrangig zum "Spaß" haben sind oder in einer Schule auch das Thema wichtig ist (man muss als Schüler/in ja auch nachher bestehen und möchte gute Noten, sollte zumindest).

Cornelia Blum (Studienberaterin TU Dresden)

 

@Ramona: Dass man sich nicht durchsetzen kann, ist eine Sorge von vielen Lehramtsinteressierten. Zum einen: aus Erfahrung und im Studium lernt man; zu anderen: es kann immer mal wieder Situationen geben, wo es eben nicht funktioniert. Perfekt ist niemand! Gut wäre, wenn Du Dich dafür interessierst, Dich damit zu beschäftigen, was in Gruppen passiert und wie Du die Beziehung zu den Schüler/innen gestalten kannst. Dann kann es auch sehr interessant sein, sich mit dem "Nicht-Hören" zu befassen...

Ramona

 

Ich weiß nicht, ob die Frage für dieses Thema passt. Aber was ist Eurer Meinung nach besser: ein DHBW-Studium oder ein Uni-Studium? Wo hat man vor allem als Frau bessere Chancen?

Miguel Diaz (Neue Wege für Jungs)

 

@Ramona, durch ein duales Studium hast du den direkten Kontakt zum Unternehmen und damit Praxisanbindung. Das ist sicherlich von Vorteil.

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Ramona: Der Lernort, also ob Uni, Fachhochschule oder duales Studium muss zu Dir passen.

Ramona

 

Vielen Dank für Eure Hilfe!

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Ramona: Zu Dir passen heißt: Willst Du in Lehre und Forschung gehen, Dich mit abstrakten Themen beschäftigen, dann wäre eher eine Uni etwas für Dich.

     
     

Josh

 

Hallo! Ich habe eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker gemacht (was eher so wegen meinen Eltern war) und dann habe ich schon während der Ausbildung gemerkt, dass es nichts für mich ist. Durch eine Freundin, die Krankenschwester ist, bin ich auf die Idee gekommen, in einen sozialen Beruf zu gehen. Aber wie erkläre ich das beim Vorstellungsgespräch glaubhaft? Ich bin mir echt unsicher... Die stellen doch dann bestimme lieber jemand ein, der schon immer in den Bereich wollte, oder?

Christine Schramm-Spehrer (AA Gießen)

 

@ Josh: Junge Menschen müssen sich ja erst mal orientieren und was ausprobieren. Das wissen die Arbeitgeber/innen auch. Und wenn jemand was probiert hat und sagt: Das ist nicht meins, dann ist das wertvoll. Gerade im sozialen Bereich wüsste ich als Arbeitgber/in dann: Der wird mir nicht bei erster Gelegenheit in einen technischen Beruf abwandern, das kennt er schon und hat sich für mich entschieden. Und Du bringst ja auch schon ganz viel aus der ersten Ausbildung mit.

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Josh: Arbeitgeber stellen bevorzugt Bewerber ein, die sich sicher in Bezug auf Berufswahl und Tätigkeit sind. Da hast Du gute Karten.

Josh

 

Ok! Danke! :-)

     
     

ronja

 

Hallo, ich wollt mal wissen, wie so die Frauenquote im Wirtschaftlichen Bereich allgemein ist bzw. in Wirtschaftsinfo oder -mathe

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Ronja: ich kann Dir ein paar Daten von Baden-Württemberg geben. 9,1% der Frauen absolvieren eine Ausbildung in einem MINT-Beruf, 29% ein Studium. Der Anteil der Frauen die in BW in einem MINT Beruf arbeiten beträgt magere 4%. Der Anteil der Frauen im Ingenieursbereich beträgt 12%

ronja

 

@simone Gehört jetzt Wirtschaft eigentlich direkt zu den Mint-Berufen? Es hat zwar mit Mathe zu tun, aber sonst...

Simone Österreich (AA Göppingen)

 

@ Ronja: Mathematik, Naturwissenschaft, Informatik und Technik. Wirtschaft spielt in vielen Bereichen auch eine Rolle. In den Wirtschaftswissenschaften ist der Frauenanteil höher.

     
     

abi>>

     

Das war es leider schon wieder für heute. Vielen Dank für eure vielen spannenden Fragen, und auch ein herzlicher Dank an die Expertinnen und Experten. Übrigens: Als Fan von facebook.de/abiportal erfahrt ihr stets das Neueste aus der abi>> Redaktion rund um die Themen Studien- und Berufswahl. Bis zum nächsten Mal!

abi>> 02.01.2018