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Duales Studium

Ein junger Mann im Blaumann schreibt eine Formel an die Tafel. Foto: Friso Gentsch
Kurvendiskussion im Blaumann: Ein duales Studium verzahnt Theorie und Praxis.
Foto: Friso Gentsch

Chatprotokoll (FAQ)

Duales Studium

Hier findet ihr die wichtigsten Fragen und Antworten des abi>> Chats zum Thema "Duales Studium". Mit von der Partie waren folgende Expertinnen und Experten: Stella Altenburg von „hochschule dual“, Kathrin Braulik und Janina Burkhardt von der Allianz, Janina Hassa von Siemens, Sabrina Schöner von SAP und Jörg-Michael Wenzler von der Agentur für Arbeit Esslingen.

Ganz grundsätzlich: Wie unterscheidet sich ein duales Studium von einem regulären?

Ein reguläres Studium findet ausschließlich an der Hochschule statt. Zwar sind Praktika und Projektarbeiten häufig Bestandteile eines „normalen“ Studiums. Dennoch steht bei dieser Form eher die Theorie im Vordergrund. Beim dualen Studium werden Theorie und Praxis kombiniert. Beim praktischen Teil lernst du die Prozesse und Strukturen des kooperierenden Unternehmens sehr gut kennen. Zusätzlich wird an der Hochschule das theoretische Rüstzeug vermittelt.

In welchen Bereichen werden duale Studiengänge angeboten?

Die klassischen traditionellen Schwerpunkte von dualen Studiengängen liegen in den Bereichen Wirtschaft, Ingenieurwissenschaften und Informatik. Inzwischen gibt es jedoch auch Angebote in den Studienfeldern Sozialwesen, Erziehung, Medien sowie Gesundheit und Pflege. Auch ein duales Studium im öffentlichen Dienst ist möglich. Wenn du dich für ein duales Studium interessierst, kannst du derzeit aus fast 1.600 Studiengängen wählen (Stand: September 2016).

Wie bewerbe ich mich für ein duales Studium?

Du bewirbst dich zunächst beim ausbildenden Arbeitgeber, am besten bereits mindestens etwa ein Jahr vor Beginn des dualen Studiums (Achtung: Im öffentlichen Dienst gibt es oft feste Fristen!). Erhältst du dort eine Zusage, kannst du dich damit an der kooperierenden Hochschule einschreiben. Freie Stellen sind in der Regel auf den Websites der Unternehmen ausgeschrieben. Dort werden auch das Einstiegsdatum sowie die Bewerbungsfrist genannt. Grundsätzlich gilt: ohne Ausbildungsvertrag kein Studienplatz.
Studiengänge und Unternehmen kann man beispielsweise auch unter www.hochschule-dual.de, www.dhbw.de und über die JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit recherchieren.

Welchen Notendurchschnitt sollte ich mitbringen, um gute Chancen auf einen dualen Studienplatz zu haben?

Pauschal lässt sich das schwer sagen. In der Regel solltest du jedoch mindestens eine Zwei vor dem Komma haben. Unternehmen, die sehr gefragt sind, picken sich natürlich die besten Bewerberinnen und Bewerber heraus – das sind dann oftmals Einser-Kandidaten.
Stella Altenburg von hochschule dual: Nicht nur für das Unternehmen sind die entsprechenden Noten wichtig. Auch die entsprechenden Zulassungsvoraussetzungen an der Hochschule muss man erfüllen, da man in der Regel nicht automatisch einen Studienplatz sicher hat, nachdem man ein Unternehmen gefunden hat. Es empfiehlt sich daher, im Vorfeld auf den jeweiligen Websites der Wunschhochschulen zu recherchieren, ob hier die Zulassungsgrenznoten (N. C.) der Vorjahre veröffentlich sind – so kann man seine eigenen Noten besser einschätzen und zumindest sehen, ob man ungefähr im Rahmen der Vorjahre liegt. Bis zu welcher Note ein Studiengang zulassungsbeschränkt ist, lässt sich natürlich immer nur rückblickend konkret sagen, aber einen groben Richtwert bieten die Vorjahreswerte immer recht gut.

Ist ein duales Studium deutlich anstrengender und zeitaufwändiger als ein „normales“ Studium?

In der Regel schon. Durch den regelmäßigen Wechsel zwischen Betrieb und Hochschule hast du keine klassischen Semesterferien. Stattdessen steht dir, wie jedem anderen Angestellten oder Azubi, Urlaub zu – zwischen 20 und 30 Tagen pro Jahr. Wenn du dual studieren willst, solltest du also diszipliniert sein und über ein gutes Zeitmanagement verfügen. Die DHBW formuliert etwa: „Wir haben hohe Anforderungen an die Lern- und Leistungsbereitschaft unserer Studierenden.“

Kostet ein duales Studium Geld?

Sofern du an einer staatlichen Hochschule studierst, fallen in Deutschland keine Gebühren für ein duales Studium an. Im Gegenteil: Vom ausbildenden Betrieb erhältst du sogar eine Vergütung für deine Arbeit. Auch eine BAFöG-Förderung ist theoretisch möglich. Du solltest allerdings bedenken, dass natürlich Lebenshaltungskosten entstehen können – etwa für deine Unterkunft, wenn du nicht bei deinen Eltern wohnen bleibst.

Welche Arten des dualen Studiums gibt es?

Es gibt verschiedene Arten des dualen Studiums. Bei den ausbildungsintegrierenden Studiengängen wird in der Regel zusätzlich eine berufliche Erstausbildung absolviert – also zum Beispiel die Ausbildung zum/zur Elektroniker/-in – Betriebstechnik in Kombination mit einem Bachelorstudium in Elektrotechnik. Bei kooperativen beziehungsweise praxisintegrierenden Studiengängen schließt du als Studierender mit einem Unternehmen einen Vertrag ab. So sammelst du dort neben dem Studium vertiefende Praxiserfahrung, machst aber keinen zusätzlichen Ausbildungsabschluss. Berufsbegleitende oder berufsintegrierende Studienangebote werden neben einer bestehenden Berufstätigkeit absolviert oder sie beziehen die ausgeübte Berufstätigkeit in die Hochschulausbildung mit ein. Ziel ist die berufliche Weiterqualifizierung. Bitte beachte, dass die Bezeichnungen der unterschiedlichen Studienarten je nach Hochschule und Bundesland variieren können.

Kann ich nur auf Bachelor dual studieren oder gibt es auch duale Masterangebote?

Inzwischen werden auch Masterstudiengänge dual angeboten. Die Auswahl ist allerdings noch recht überschaubar.
Stella Altenburg von hochschule dual: Immer mehr Unternehmen bieten auch einen dualen Master an, der sich aber von einem weiterbildenden Master abgrenzen sollte. Ein dualer Master dauert in der Regel 1,5 Jahre und die vorlesungsfreie Zeit sowie das Semester der Masterarbeit werden im Unternehmen verbracht.

Wie steht es um meine beruflichen Chancen nach einem dualen Studium?

Wer ein duales Studium absolviert, hat gute Job- und Karrierechancen. Dual Studierende knüpfen während der Praxisphasen in der Regel bereits wichtige Kontakte zu Unternehmen. Häufig werden sie vom kooperierenden Betrieb im Anschluss an das Studium direkt übernommen. Durch die Kombination aus Hochschulabschluss und praktischer Erfahrung stehst du mit einem dualen Studium aber auch bei anderen Arbeitgebern hoch im Kurs.

Auf welchen Websites kann ich mich über das duale Studium informieren?

Du findest etwa unter www.ausbildungsplus.de, www.hochschule-dual.de, www.dhbw.de und www.studienwahl.de jede Menge Infos zum dualen Studium – und natürlich auf www.abi.de.

Vielen Dank an unsere Expertinnen und Experten Stella Altenburg von „hochschule dual“, Kathrin Braulik und Janina Burkhardt von der Allianz, Janina Hassa von Siemens, Sabrina Schöner von SAP und Jörg-Michael Wenzler von der Agentur für Arbeit Esslingen.

abi>> 17.10.2017