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"Ich will was machen mit Medien"

Verschiedene Zeitschriften an der Wand eines Zeitschriftenladens.
Die Möglichkeiten in der Medienbranche gehen weit über die Arbeit im Verlags- und Zeitschriftenwesen hinaus.
Foto: Tilman Weishart

Chatprotokoll

"Ich will was machen mit Medien"

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wir danken euch für euer Interesse am abi>> Chat zum Thema "Ich will was machen mit Medien" (17. Mai 2017). Im Chatprotokoll findet ihr die gestellten Fragen und die dazugehörigen Antworten unserer Experten.

 

abi>>

 

Hallo liebe User! Herzlich willkommen zum abi>> Chat. Unsere Expertinnen und Experten freuen sich auf eure Fragen zum Thema „Ich will was machen mit Medien“. Los geht's!

Croco

 

Hallo! Ich würde gern beim Radio arbeiten. Gibt es da einen besonderen Studiengang für diese Richtung oder eher eine Ausbildung beim Radio?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Ich würde eine Ausbildung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern empfehlen, also ein Rundfunkvolontariat. Dafür braucht man ein abgeschlossenes Studium und muss während des Studiums schon ein Praktikum, auch Hospitanz machen. Gute Infos gibt es dazu in unserem dju-Volo-Ratgeber, den man unter journal@verdi.de bestellen kann. Postadresse nicht vergessen. Mehr dazu auch unter http://dju.verdi.de/junge-dju

shuvuu

 

Hallo :) ich finde es toll, dass Ihr Euch Zeit nehmt für uns. Ich würde gerne im Oktober "irgendwas mit Medien studieren" und schwanke zurZeit zwischen den Studiengängen Medienwissenschaft und Intermedia. Letzteres würde mich mehr ansprechen, da es deutlich praxisorientierter sein soll, doch ich habe Angst, dass meine Berufschancen später sehr schlecht sind, da der Studiengang neu und wahrscheinlich eher oberflächiger, dafür breiter gefächert ist. Sind meine Ängste berechtigt?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Hängt davon ab, in welche Richtung es gehen soll. Wenn Journalismus das Ziel ist, sollte man sich die Studiengänge auf den Internet-Seiten der Institute genau anschauen. Viele sind eher wissenschaftlich ausgerichtet. Zu Intermedia habe ich noch keine Erfahrung. Aber die Internetseite genau filzen, ist nie verkehrt

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Ich kann zumindest sagen, dass ich damals auch
Medienwissenschaften studiert habe - das ist schon ein ziemlich theorielastiger Studiengang, vergleichbar mit Kommunikationswissenschaften. Den kann man nicht wirklich als praktische Grundlage für den Journalistenberuf benutzen, finde ich. Grundsätzlich sagt man ja, man kann im Prinzip alles studieren, um einmal Journalist*in zu werden. Das, was du dann studiert hast, könnte später mal dein Spezialgebiet werden

Travis

 

Kann man auch ein Volontariat machen ohne vorher studiert zu haben? Und welchen Abschuss erhält man da?

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Ein Volontariat kann man auch ohne Studienabschlussmachen, und wenn man fertigist, ist man Redakteur*in

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Hallo, Travis. Abitur sollte man haben, um ein Volontariat zu bekommen. Ein Studium ist nicht zwingend.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Leider sieht es aber so aus, dass fast 90 % der
angenommenen Volontär*nnen studiert haben

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Hallo, Croco. Hörfunkjournalismus ist Teil der Journalistik-Studiengänge. Die beste Ausbildung gibt's bei den Sendern direkt.

Croco

 

alles klar, danke!

Lena

 

Hallo, ich mache gerade abitur und möchte eigtl später bei einem magazin oder einer zeitung arbeiten. wie realistisch ist das? in meinem umfeld raten mir alle davon ab, weil es angeblich keine stellen mehr gibt.

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Hallo Lena, Es gibt in der Tat nicht viele freie Redakteursstellen bei Zeitungen und Zeitschriften. Aber die Chance auf ein Volontariat stehen besser als vor ein paar Jahren. Und in manchen Verlagen ist es möglich, danach eine Redakteursstelle zu bekommen.

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Viele Stellen bei Magazinen oder Zeitungen werden an freie Mitarbeiter*innen vergeben, sodass du da nicht unbedingt die Chance auf eine Festanstellung bekommst. Aber mit ein paar Zusatzeinnahmen aus anderen Tätigkeiten kann
es trotzdem klappen.

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Es ist schon so, dass die meisten Zeitungen und Magazine eher Stellen abbauen als neue zu schaffen. Neue Stellen entstehen jetzt eher in den Onlineredaktionen. Ich glaube, ungefähr die Hälfte aller Journalist*innen in Deutschland
arbeitet inzwischen frei - da müssten mich die Fachleute korrigieren. Man kann auch als Freiberufler irgendwann zu einer Redakteursstelle kommen, klar.

Travis

 

Und was ist da Voraussetzung, um ein Volontariat zu kriegen?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Eigentlich nur Abitur und oft wird auch nach einem Führerschein gefragt, das auch schon im Praktikum. Aber die Konkurrenz der Uni- und FH-Absolventen ist groß

Travis

 

Und nur das Abi reicht?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Theoretisch ja, aber die Konkurrenz der Uni-Absolventen ist sehr, sehr hoch.

Croco

 

@ Fr. Stracke-Neumann: und welches Studium brauche ich dann da, direkt hörfunkjournalismus?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Ein reines Hörfunkstudium ist mir jetzt nicht bekannt. Den früheren Master Hörfunk in Leipzig gibt es nicht mehr. Für ein Volo im Rundfunk kann jedes Studium gut sein, was Sie interessiert und mit Freude und gut machen. Schließlich berichten die Journalisten ja über ganz viel verschiedene Dinge. Oft ist Jura oder Wirtschaft sogar gefragt

Chantal

 

Hallo, ich könnte mir auch gut vorstellen nach dem Abitur erst einmal ein Volontariat beim einem Fernsehsender oder ähnlichem zu absolvieren. Wo werden diesbezüglich Stellenangebote veröffentlicht?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Am besten mal auf den öffentlich-rechtlichen Sendern und den Privatradios im Internet selbst schauen, Stichpunkt heißt oft "Karriere" oder so. Meist ist die Zahl der Bewerber sehr viel höher als die ausgeschriebenen Plätze.

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Stellenangebote in Medienberufen findest du zum Beispiel hier: http://www.mediajobs.de/Stellensuchende/Stellen.asp.
Hier kann man sich generell sehr gut über verschiedene Wege in einen Beruf im Bereich Medien informieren: www.aim-mia.de.

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Am besten ist, bei den Sendern direkt nachzufragen.

Lena

 

Hm, okay. Hat man dann in der PR bessere Chancen? Oder gibt es andere alternativen?

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Hallo, Lena. Die Chancen in der PR sind zurzeit ganz gut. Aber von dort geht es meist nicht mehr in den kritischen Journalismus.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Wer eine Festanstellung sucht, wird in der PR sicher eher fündig. Aber das ist ein anderer Beruf als Journalist.

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Ich spreche jetzt nochmal aus der Freien-Erfahrung: Es gibt zwar den Leitsatz "Journalisten machen keine PR". Für viele Freie ist das aber schwierig, vor allem, wenn sie für Print und Online arbeiten und nicht (auch) fürs Radio oder das Fernsehen. Viele lassen sich dann auf Kompromisse ein, arbeiten zum Beispiel im Corporate Publishing, also zum Beispiel für Magazine im Kundenauftrag. Das sind dann zB die Hefte, die im Zug, im Flugzeug oder an der Supermarktkasse ausliegen. Die wenigsten Freien finden das wirklich gut, aber in der Regel zahlt CP besser als klassische Print- und Onlinemedien.

Travis

 

Also vorher doch besser ein Studium?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Ja, würde ich empfehlen. Aber das, was Sie wirklich interessiert, es muss nicht Kommunikations- oder Medienwissenschaft sein.

 

AlaskaYoung

   

Hallo! Meine Leidenschaft ist das Schreiben, Recherchieren und Fotografieren, weswegen ich gerne Journalismus studieren möchte. Ich habe gehört, dass "nur" Journalismus zu studieren nicht empfehlenswert angesichts späterer Berufschancen wäre und man viel lieber eine Koppelung mit etwas anderem wählen sollte. Was halten Sie davon bzw. welche Studiengänge kämen in Frage? Schon einmal vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort und die Zeit, die sie sich nehmen.

 

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

   

Hallo AlaskaYoung, ich empfehle oft, ein Lehramtsstudium zu absolvieren. Passen könnten da Deutsch und Kunst, weil in beiden Bereichen Inhalte vermittelt werden, die die zu interessieren scheinen. Und auch Lehrer*innen sind ja Vermittler*innen und haben deshalb teilweise ähnliche Aufgaben wie Journalisten*innen. Einen besonders schönen und vielseitigen Studiengang möchte ich dir dennoch empfehlen: Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Uni Hildesheim. Dort kannst du vielen deiner
genannten Interessen nachgehen und legst dich nicht gleich zu Beginn des Studiums auf eine bestimmte Richtung fest: https://www.unihildesheim.de/studium/studienangebot/#c54648.

Travis

 

Wäre da Theaterwissenschaften gut?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Warum nicht, es muss ja auch Kritiker für's Feuilleton geben. Aber viele JournaistInnen beschäftigen sich später mit ganz anderen Themen im Beruf. Aber ein Studium öffnet Horizonte - und mit einem Auslandaufenthalt besonders.

Chantal

 

Okay, vielen Dank!

Croco

 

okay, dann ist das ja relativ offen. danke!

Chantal

 

Welche Ausbildungsberufe gibt es im Medienbereich und welche speziell im Bereich Film und Fernsehen? Und gibt es eigentlich auch duale Studiengänge in diesem Bereich, wenn ja wo?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Dazu empfehle ich unsere Zeitschrift vom Dez. 2016 M - Menschen Machen Medien, das hat als Schwerpunkt Ausbildung in den Medien, zum Einlesen https://mmm.verdi.de/ausgaben/heft-042016/

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Hallo Chantal, du kannst dich auch super über die Seite www.aim-mia.de informieren. Dort werden alle möglichen Berufe in den Medien und die Wege dorthin beschrieben.

Lena

 

Und was kann ich machen, um meine Chancen zu
erhöhen? Beziehungsweise was ist, wenn ich kein Volo bekomme?

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Ganz klar ist: Ohne Volontariat hat man im Journalismus keine Karrierechancen. Um überhaupt reinzukommen, sind freie Mitarbeit und ein Praktikum von Vorteil.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Für beides die selbe Antwort. Zu Redaktionen, vor allem zu Lokalredaktionen gehen und nach Praktika und Möglichkeiten freier Mitarbeit fragen. Solche Arbeitsproben braucht man auch für die Bewerbung für ein Volontariat.
Ganz wichtig! Praktikum und freie Mitarbeit bei Lokalredaktionen suchen, auch um Arbeitsproben, also erschienene Artikel für eine
Volobewerbung zu haben. Wichtig!

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Liebe Lena, dann kannst du noch den Weg über eine Journalistenschule versuchen. Eine gute Übersicht findest du hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Journalistenschule.

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Praktika sind immer gut, dann können die Redaktionen dich schon einmal kennenlernen und du sie. Und außerdem sammelst du Berufserfahrung, was wiederum deine Chancen auf ein Volo erhöht. Und auch deine Chancen zB bei einer Journalistenschule. Die bilden dich meist etwa 18 Monate lang etwas breiter aus als eine Redaktion in einem bestimmten Medium, du machst dort auch mehrere Praktika, und auch diese Ausbildung schließt du als Redakteur*in ab

Lena

 

Okay, danke!

Travis 

 

Aber ich möchte eigentlich am liebsten über Filme schreiben. Was empfiehlt sich da?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Ein Kultur-orintiertes Studium, gibt es zum Beispiel in Frankfurt an der Oder, aber auch anderswo. Damit der Blick ein bisschen breiter bleibt als nur Cinema

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Hallo Travis, dann könntest du beispielsweise auch Filmwissenschaften studieren. Das wird angeboten in Berlin, Mainz und Jena. Inhaltlich beschäftigst du dich dabei mit folgenden Themen: Die Filmwissenschaft ist eine Kunst- und Kulturwissenschaft, die sich allen Aspekten der Filmkunst (Spielfilm, Dokumentarfilm, Experimentalfilm) in Kino und Fernsehen widmet. Ihr Ziel ist es, durch Analysen ein besseres Verständnis für die Entwicklung und Konzeption von Filmen zu erlangen. (Nach Wikipedia)

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Oder es auch mit einer Bewerbung an einer Filmhochschule versuchen. Aber da muss man dann auch schon eigene Arbeitsproben mitbringen

Lena

 

Hat man da überhaupt Chancen, wenn man nicht bei einer Schülerzeitung war? An meiner Schule gibt es das nicht

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Ich war nie bei einer Schülerzeitung :-)

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Ich auch nicht.

Lena

 

Als Alternative köönte ich mir auch noch vorstellen beim Film zu arbeiten, hinter den Kulissen. gibt es da in Deutschland überhaupt möglichkeiten oder müsste ich dafür ins ausland gehen?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Nein, natürlich gibt es dafür auch in Deutschland
Möglichkeiten. Allein, die vielen Filme, die in Potsdam-Babelsberg gedreht werden.Wende dich mal am besten an die Ansprechpartner, die du hier unten auf der Seite findest, die kennen sich beim Film besser aus als ich http://filmunion.verdi.de/

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Eine gute Übersicht über Berufe "hinter den Kulissen" beim Film findest du hier: http://www.aim-mia.de/article.php?sid=257&mode=nocomments&catid=46&topic=2&auswahl=1.

Chantal

 

Praxiserfahrungen sind ja mehr als erforderlich, um bei Bewerbungsverfahren überhaupt in eine engerer Auswahl zu kommen. Ich habe daher schon bei vielen Medienunternehmen nachgefragt, ob sie freiwillige Praktika anbieten, war aber leider noch nicht erfolgreich. Haben Sie eventuell Tipps wie und wo man an Praktikumsstellen kommen kann?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Die kleinen Lokalredaktionen ansprechen, auch die kleinen Lokalradios

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Hallo Chantal, tja, mit Praktika ist das so eine Sache, die werden auch lieber an Leute vergeben, die bereits Erfahrungen haben. Da musst du leider einen langen Atem haben. Ansonsten sind natürlich Arbeitsproben hilfreich, die du zum Beispiel über eigene journalistische Aktivitäten dokumentierst (nicht nur Schülerzeitungen, sondern zum Beispiel die Teilnahme an Wettbewerben oder einen Radioführerschein). Manchmal kann man auch über eine ehrenamtliche Tätigkeit den Einstieg schaffen.

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Das funktioniert am besten über die direkte Ansprache der Zeitungen oder Sender. Kleinere Zeitungen bieten eher eine Chance als die großen Flaggschiffe, die stapelweise Bewerbungen bekommen.

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Genau: Lokalzeitungen, Stadtmagazine, eventuell gibt es Blogs aus deiner Region, die journalistisch arbeiten, Lokalradios (auch mal nach Webradios schauen), Anzeigenblätter...

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Möglich ist es natürlich auch, du machst deinen eigenen Blog und berichtest aus deiner Stadt, deiner Gemeinde, was dir auffällt und was dich interessiert, Ausflüge, Konzertbesuche, Theater, Fußball oder was auch immer.

AlaskaYoung

 

Vielen Dank für Ihre Auskunft! Wissen Sie, was man genau mit einem Journalismus-Studium anfangen kann bzw. wie weit das Arbeitsfeld gefächert ist? Und wenn man Lehramt studiert hätte, um später im Journalismusbereich tätig sein zu können, wie sollte man sich dann bei einer Zeitung bewerben? Wie verhält sich PR? Könnte man dieses Berufsfeld mit dem Journalismus koppeln?

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Journalismus und PR sind zwar nah beieinander, aber trotzdem verschiedene Bereiche. Es gibt viele freie Journalisten, die beides machen. Das geht, so lange der PR-Auftraggeber nicht das Unternehmen ist, über das man in der Zeitung kritisch berichten soll.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Für die Bewerbung wichtig sind halt immer die Arbeitsproben - egal wie und woher

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Hallo AlaskaYoung, es empfiehlt sich sehr, nicht erst nach dem Studium in den Journalismus zu wechseln, sondern bereits währenddessen journalistisch aktiv zu sein. Oft gibt es da in den Lokalmedien Möglichkeiten, beispielsweise als Bürgerreporter*in oder in lokalen Blogs. Wenn man erst nach Studienende diesen Weg einschlägt, fehlen wertvolle Erfahrungen.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Reine Journalistik-Studiengänge gibt es nicht viel, Dortmund, Eichstätt, Leipzig, demnächst Passau. Die meisten Studiengägänge sind medienwissenschaftlich mit ein paar Praxisübungen. Ich hatte auch Lehramt studiert, bevor ich auf Magister und Promotion gewechselt habe. Man sollte in wenigstens einem Fach sich gut auskennen und viel für die eigene Allgemeinbilduing tun, egal, welches Fach man studiert. Für Ökomagazine sind zum Beispiel auch Physiker, Chemiker oder Ingenieure interessant

abi>>

 

Was wollt ihr noch wissen? Nur keine Scheu! ;)

Travis

 

Arbeitsproben für eine Filmhochschule, was könnte das sein?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Hallo Travis, Selbstgedrehte Videofilme, mit Freund_innen als Hauptdarstellern nach einem selbstausgedachten Drehbuch zum Beispiel, oder eher dokumentarische Videos aus deiner Umgebung, auch was Künstlerisches. Am besten Mal auf den Seiten der Filmhochschulen in Potsdam, Berlin, Ludwigsburg etc. unter den Bewerbungsbedingungen nachschauen.

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Viele drehen ja privat eigene kürzere oder längere Filme, beispielsweise in AGs in der Schule oder in Seminaren, die auf das Thema vorbereiten. Die findest du zum Beispiel hier: http://www.filmseminare.de/.

AlaskaYoung

 

Vielen Dank für die Informationen! Ich bin bereits journalistisch aktiv, muss aber in naher Zukunft die Webseite ändern. Haben Sie eventuell Empfehlungen/ Ideen, wo man sich als "Junior Onlineredakteurin" engagieren und regelmäßig Artikel publizieren könnte, ohne eine eigene Webseite aufbauen zu müssen?

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Hallo AlaskaYoung, du könntest auch als so genannte Leserreporter aktiv werden. Das wird von vielen lokalen Zeitungen unterstützt. Was das genau ist, steht hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Leserreporter.

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Öhm, das kommt ja ggf. auf dein Spezialgebiet an, dazu wird es dann ja sicher jeweils Onlinemedien geben. Ich weiß auch gar nicht, was "Junior-Redakteur*in" genau meint, sind das Leute, die journalistisch arbeiten, aber kein oder ein verkürztes Volo gemacht haben?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Das können Redaktionen sein, die man halt ansprechen muss. Vielleicht auch bei NGOs, das ist dann aber meist keine Sache um damit die Miete zu zahlen, sondern nur für die Arbeitsproben und die journalistische Erfahrung.

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Und auch bei NGOs gilt aber, dass das kein klassischer Journalismus ist, sondern Auftragskommunikation

Travis

 

Und Texte über Filme bringen da nix?

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Das kann ich nicht genau sagen, aber ich glaube es eher nicht. Aber, wie gesagt, auf den Internetseiten der Filmhochschulen nachschauen, die sind ja mit Suchmaschinen schnell gefunden.

br00dy413

 

Zählt die Tätigkeit als Moderator/ Satiriker (zB Jan böhmermann) auf zum jourmalistischen Tätigkeitsfeld? Oder ist das eine eigener Berufszweig?

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Satiriker ist kein Ausbildungsberuf. Da rutschen Journalisten oder Entertainer rein, die bereits in den Medien aktiv sind.

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Hallo Br00dy413, das Texten für bestimmte TV-Formate oder spezielle Satiriker ist auf jeden Fall eine journalistische Tätigkeit. Hier habe ich die sehr allgemeine Bezeichnung "Autor" bzw. "Writer" gefunden. Hier stehen ein paar Berufsbezeichnungen, die in diese Richtung gehen: http://www.aim-mia.de/article.php?
sid=257&mode=nocomments&catid=46&topic=2&auswahl=1.

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Da wäre dann eher ein Praktikum in einer der einschlägigen Redaktionen eine Möglichkeit (NeoMagazin, heute show,Extra3), aber die zu bekommen ist noch schwieriger als journalistische Praktika. Man glaubt ja nicht, wie viele Leute sich für witzig halten. Der Idealfall wäre wahrscheinlich, dass du selbst schon humoristisch auf dich aufmerksam gemacht hättest, zB auf einem Blog, mit einem YouTube-Kanal oder mit besonders scharfsinnigen Tweets. Oder, die Ochsentour: Als Standup-Comedian. Dann kämen die Satire-Redaktionen möglicherweise von selbst auf dich zu. Aber wie meine Vorredner*innen schon sagten: Das ist keine Ausbildung, das passiert einfach und hat sehr viel mit Leidenschaft und Leidensfähigkeit zu tun.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Bei der Heute-Show ist ein promovierter Philosoph unter dem Schauspielernamen Lutz van der Horst dabei, der schreibt auch noch für andere Sendungen. Viele Wege führen in den Journalismus - und auch in die Satire. .-)

AlaskaYoung

 

Vielen Dank für die Ideen! Ich möchte damit kein Geld verdienen, sondern lediglich journalistische Erfahrungen neben der Schule machen und Spaß haben.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Dann sind die lokale Redaktion deines Heimatorts sowie das dortige Lokalradio ein guter Ansprechpartner. Interesse am Sport? Leute, die über Lokalsport berichten, werden da oft gesucht.

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Hallo AlaskaYoung, Gleichgesinnte findest du auch in Medien- und Journalismusseminaren, die oft wenig Geld kosten. Ich habe hier ein paar gelistet, die vielleicht ganz interessant für dich sind: http://www.journalistenseminarrohren.de/, https://www.jef.de/medienseminar/,
https://www.ard-zdf-medienakademie.de/.

br00dy413

 

Das ist mir durchaus bewusst. Anderes Thema: ich schwanke noch zwischen verschiedenen Studiengängen bzw. Berufsfeldern. Was bietet mir der Journalismus , was ich Bei anderen nicht hab?

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Du kannst deiner Neugier nachgehen. Du bekommst Leute, Dinge, Gegenden zu sehen, die du normalerweise nicht zu sehen bekämst. Du könntest auch idealistisch sagen, dass du Leute aufklären und informieren und so die Welt zu einem besseren Ort machen willst, aber das geht natürlich auch in anderen Berufen.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Viel Abwechslung und Kontakt in die verschiedensten Milieus. Das kann ein/e Polizist/in aber auch von sich sagen.

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Nun ja, Journalismus hat immer noch eine Menge mit Neugier und ein bisschen Freiheit im Job zu tun, bei allen Problemen, die es unbestreitbar auch für Journalisten gibt. Und Kreativität spielt auch eine große Rolle.

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Also, ich persönlich finde, dass neben dem Spaßfaktor der Journalismus nicht zu Unrecht als die "vierte Gewalt" bezeichnet wird. Sie übt damit ein superwichtiges Korrektiv zur sonstigen Gewaltenteilung aus und ist mitunter die einzige Möglichkeit, ein Problem von allen (oder zumindest von mehreren) Seiten zu beleuchten.

Dr. Susanne Stracke-Neumann (ver.di)

 

Zumindest wäre das ein Einstieg, damit man erst mal in der Redaktion bekannt wird. Dann kann man sich sicher auch um andere Themen bemühen.

juju

 

Hand aufs Herz: in welchen finanziellen Regionen spielt ein festangestellter Redakteur?

Daniel Kastner (freier Journalist)

 

Da will ich dem Kollegen vom DJV nicht vorgreifen, aber: https://www.djv.de/startseite/info/berufbetrieb/
uebersicht-tarife-honorare.html

Hendrik Zörner (Deutscher Journalisten Verband)

 

Das kommt auf die Mediengattung und das Alter an. Bei den Zeitungen und Zeitschriften liegen die Gehälter zwischen 3.000 und 6.000 Euro.

Travis

 

OK. Danke - und tschüss.

juju

 

Danke für alles und noch einen schönen resttag

abi>>

 

Mal so zwischendurch: Jede Menge Infos rund um
Medienberufe findet ihr auch in unserer Unterrichtsidee:
http://abi.de/orientieren/was-werde/orientierunghilfen/%20/lehrer/unterrichtsideen/abi-unterrichtsideenbersichts08808.htm

Nummer 22!

AlaskaYoung

 

Vielen Dank auch von mir für die freundliche Auskunft! Sie haben mir sehr weitergeholfen!

Sabine Najib (Agentur für Arbeit)

 

Eine gute Übersicht über Wege in den Journalismus gibt es auch im Buch "Einführung in den praktischen Journalismus" von Walther von La Roche, das im Springer-Lehrbuch-Verlag erschienen ist. Praktika im Bereich Journalismus kann man ganz gut auch hier recherchieren: http://ifk-jobportal.uni-muenster.de/ Über das Angebotsarchiv findet man weit über 5.000 verschiedene Stellen, bei denen man zumindest mal nachfragen kann.

abi>>

 

Ein Themendossier speziell zu digitalen Medien findet ihr ebenfalls auf abi>>. Und zwar hier: http://abi.de/orientieren/berufsarbeitsfelder/branchen/berufein-den-digitalen-medien014261.htm

abi>>

 

Das war's für heute mit dem abi>> Chat. Der nächste Chat findet statt am 21. Juni. Dann zum Thema "Ab ins Ausland?". Vielen Dank fürs Mitmachen.

abi>> 23.05.2017