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Was mache ich nach einem BWL-Studium?

Ein junger Mann bespricht eine Veranstaltungsplanung mit zwei Kollegen in einem Besprechungszimmer
BWL ist einer der meistgewählten Studiengänge in Deutschland. Doch welche Berufswege stehen im Anschluss offen?
Foto: Thomas Lohnes

Chatprotokoll

Was mache ich nach einem BWL-Studium?

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wir danken euch für euer Interesse am abi» Chat zum Thema "Was mache ich nach einem BWL-Studium?" (13.06.2018). Im Chatprotokoll findet ihr die gestellten Fragen und die zugehörigen Antworten unserer Experten.

abi>>

 

Hallo liebe User, herzlichen willkommen zum abi>> Chat. Heute geht's ums Thema "Was mache ich nach einem BWL-Studium?". Her mit euren Fragen!

Huber

 

Mein Sohn studiert Wirtschaftspädagogik und hat oft gleiche Vorlesungen wie BWL-Studenten, sollte er nach dem Bachelor nicht weiter auf Lehramt studieren: Wo in der freien Wirtschaft werden besonders Wirtschaftspädagogen benötigt?

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Wirtschaftspädagogen werden oft in den
Personalabteilungen großer Firmen eingesetzt. Dabei geht es um die Konzeption von z.B. firmeninternen Fort- und Weiterbildungen. Teilweise finden sie auch Beschäftigung im Bereich Personalauswahl.

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte) 

 

Ich denke, grundsätzlich sollte man sich von seinen Neigungen leiten lassen und ruhig etwas "Spezielles" studieren. Das Profil wird dadurch interessanter und wohin der Weg führt, bleibt offen. Wie sieht es mit den anderen Teilnehmern aus: Studiert Ihr schon oder seid Ihr noch am überlegen, welches Fach das richtige ist?

Huber

 

Was empfiehlt sich zusätzlich zum Studium zu tun, um den Lebenslauf für AG aufzuwerten? Spezielle Praktikas? Welche z. B.?

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Praktika (ohne -s) sind heute Standard, jeder macht welche. Also unbedingt machen! Am besten bei Unternehmen, die einen guten Namen haben, z.B. eine große Beratungsfirma.
Aber wie gesagt, Praktika reichen nicht, um sich besonders hervorzuheben. Ich würde empfehlen, dass Sie sich ehrenamtlich engagieren - sei es für eine soziale Initiative oder in einem Verband wie bei uns, wo es sogar einen Ehrenamtsnachweis gibt, also eine Bescheinigung für die geleistete Arbeit. Das ist aber bestimmt nicht nur beim bdvb so, ich will keine Eigenwerbung machen. Es gibt viele Organisationen, die auf diese Weise die Studierenden fördern oder wo man sich als Student gewisse Lorbeeren verdienen kann. Übrigens auch in der Hochschulpolitik, z.B. Juso, RCDS, Juli usw. - Engagement Zeigen ist immer gut.

Lisa

 

Hallo, ich denke noch darüber nach, BWL zu studieren. Aber meine Familie ist skeptisch, weil ich in Mathe und Wirtschaft nicht so gute Noten habe. Ist das ein Hindernis?

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Kommt drauf an...! ;) Mathematik wird immer wichtiger, aber im Studium und Beruf braucht man nicht gerade dieselbe Mathematik, die am Gymnasium im Leistungskurs gelehrt wird. Außerdem gibt es ja auch Fachrichtungen wie Personal ("Human Resources"), wo man mit weniger Mathe auskommt. Aber da verdient man nachher auch nicht so gut. Es ist sehr schwer, Ihre Frage pauschal zu beantworten.

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Mathe ist nicht umrelevant. Am besten mal testen: über http://www.osa-portal.de findet man viele Online-Eignungstests auch zum einem BWL-Studium. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bietet ebenfalls über den Berufspsychologischen Service einen Studienfeldtest für Wirtschaftswissen an.

Sven

 

Hallo ich habe derzeit Wirtschaftsinformatik studiert, aber hab gemerkt, dass es mir nicht gefällt, und wechsel zur richtigen BWL (was mich schon immer mehr begeistert hat und auch meine Interessen sind) und werde vermutlich BWL mit Wirtschaftsinformatik Schwerpunkt nehmen. Gibt es da gute Chance als IT-Berater zu arbeiten? Beziehungsweise wird man da mit so einem Schwerpunkt ernst genommen gegenüber einem Wirtschaftsinformatiker?

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Ja, auf jeden Fall! Sie werden nicht nur ernstgenommen,Sie werden händeringend gesucht und voraussichtlich vom Fleck weg eingestellt. Am wichtigsten ist, dass Sie beide Welten kennen und zwischen den Experten vermitteln können.

Prof. Dr. Carsten Müller (Hochschule Fulda)

 

Wirtschaftsinformatik bzw. ein Schwerpunkt im Bereich IT ist im Zuge der Digitalisierung sicherlich interessant und wird meiner Meinung nach zukünftig verstärkt noch nachgefragt werden.

Marius

 

Hallo, mit welchem SChwerpunkt habe ich nach dem Studium die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Das kan man pauschal nicht beantworten, weil es ja auf das individuelle Profil ankommt; d.h. welche Praktika, Nebenjobs usw hat man zusätzlich zum Studium gemacht. Tipp: am besten den Schwerpunkt wählen, der einen am meisten interessiert und den eigenen Fähigkeiten am ehesten entspricht. die Arbeitsmärkte wandeln sich eh laufend...

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Stimmt, aber trotzdem kann man sagen: Die besten
Chancen gibt es ganz klar im Bereich
Wirtschaftsinformatik, danach kommt Controlling und alles, was mit Zahlen zu tun hat. Aber wenn man sich damit nicht wohlfühlt, bringt das nichts. Auf jeden Fall sollten Sie etwas vertiefen, was Ihnen Spaß macht.

Prof. Dr. Carsten Müller (Hochschule Fulda)

 

1) Vor dem Hintergrund der Digitalisierung Schwerpunkte in IT, Quantitative Methoden, Data Analytics in Verbindung mit BWL. 2) Eine internationale Ausrichtung ist vor dem
Hintergrund der Globalisierung der Unternehmen nachgefragt.
Wirtschaftsinformatik bzw. ein Schwerpunkt im Bereich IT ist im Zuge der Digitalisierung sicherlich interessant und wird meiner Meinung nach zukünftig verstärkt noch nachgefragt werden.

Lisa

 

Ich würde mich wirklich am meisten für Perosnal
interessieren.

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Ehemalige Berufssoldaten genießen im allgemeinen einen guten Ruf bei vielen Arbeitgebern. Ihnen traut man z.B. Führungsverantwortung zu. Das sollten Sie dann auch bei einer Bewerbung hervorheben.

ina

 

Hallo, ich studiere momentan Wirtschaftspsychologie. Was kann ich damit nach dem Studium erreichen?

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Die meisten Wirtschaftspsychologen gehen entweder
Richtung Marketing oder Richtung Personal. Im Marketing wird es in Zukunft vor allem darum gehen, "Big Data" zu analysieren, um Entscheidungen zu optimieren. Das stelle ich mir sehr spannend vor (und auch sehr lukrativ für Sie).

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Zudem gibt es Möglichkeiten im Bereich Team- und
Management-Coaching.

Prof. Dr. Carsten Müller (Hochschule Fulda)

 

Potenziale sehe ich auch im Bereich des Change
Management bzw.Veränderungsmanagements.

Marius

 

Dast stimmt natürlich, aber ich möchte auch nichts
machen, mit dem ich danach keine Chance habe, weil es völlig überlaufen ist.

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Der Marketing-Bereich ist tendenziell stärker nachgefragt -aber auch hier gibt es viele Jobs und die guten Bewerber setzen sich durch.

Prof. Dr. Carsten Müller (Hochschule Fulda)

 

Der Marketingsbereich verändert sich im Zuge der
Digitalisierung, sodass viele Stellen zukünftig noch stärker quantitative Methoden bedürfen.

Joshua

 

Okay denn ich habe viele Erfahrungsberichte im Internet gelesen in denen das nicht ganz so rosig dargestellt wurde. Darum wollte ich mich dahingehend einfach Mal auf der anderen Seite erkundigen.

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Ich gebe zu, dass die Arbeitgeber je nach Branche einen unterschiedliche Einstellung zu ehemaligen Soldaten haben. Im Umfeld der Technik v.a. Rüstungsindustrie könnte ich mir gute Chance vorstellen.

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Ich würde voll und ganz zustimmen, dass Sie als ehemaliger Soldat bei Arbeitgebern in hohem Ansehen stehen werden. Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber als Soldat haben Sie viele Pluspunkte sicher, die bei anderen Bewerbern immer Unsicherheitsfaktoren bleiben - Führung (innere und äußere), Einsatzbereitschaft, Teamfähigkeit. Den Arbeitgeber möchte ich sehen, der Sie deswegen ablehnt.

Sven

 

Finden sie Wirtschaftsinformatiker oder BWLer mit
Wirtschaftsinformatik werden bessere Chancen am Markt haben?

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Die Einstiegsgehälter sind bei WI etwas höher als bei BWL, aber ich glaube, dass der Unterschied nicht groß ist, wenn Sie WI als Schwerpunkt haben. Das hängt dann eher von Ihrem persönlichen Profil ab und kommt darauf an, was Sie draus machen.

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Sehe ich ähnlich. Oft ist z.B. auch entscheidend, ob Sie sich durch eine Bachelor-Thesis besonders in einem praxisnahen Thema profiliert haben. Dann wäre es fast schon egal, welches Studium dahinter steht.
Die Frage verweist auf eine grundsätzliche Problematik mittlerweile gibt es so viele spezialisierte BWLStudiengänge bzw. Mischstudiengänge mit BWL-Anteil, dass man den Überblick verliert und sich kaum mehr
entscheiden kann. In einer persönlichen Beratung mit den Studienberatern der Agenturen für Arbeit können Studieninteressierte hier Kriterien für ihre Wahl erarbeiten.

Prof. Dr. Carsten Müller (Hochschule Fulda)

 

Beide Profile sind sehr interessant. Ich will die Studienwahl auch von ihrer persönlichen Interessenslage abhängig machen, das heißt ob sie sich stärker für IT oder BWL interessieren. Angesichts der relativ geringeren Zahl haben Wirtschaftsinformatiker sehr gute Arbeitsmarktchancen, allerdings ist der Mathematikanteil in diesem Studium typischerweise hoch.

Joshua

 

Okay vielen Dank!

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Dass Sie unbedingt im Bereich der Technik oder
Rüstungsindustrie bleiben müssen, sehe ich überhaupt nicht so. Es kommt natürlich darauf an, was Sie beim Bund gemacht (und ggf. gelernt) haben.

lea

 

Hat man mit einem Bachelor in BWL noch ausreichende Berufschancen oder ist ein Master besser?

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Die großen "Big Four" Beratungs- und
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften stellen lieber Bachelor ein, weil das nicht so teuer ist. Für eine gehobene Fachoder Führungslaufbahn sollten Sie aber früher oder später den Master machen, und die attraktivsten Arbeitsplätze bei KMU mit viel Verantwortung und Selbstverwirklichungspotential setzen auch meist einen Master voraus.

Markus Heil (Arbeitsagentur Erlangen)

 

Die Chancen mit Bachelor-Abschluss sind im Fach BWL verglichen mit anderen Studienfeldern (z.B. den Naturwissenschaften) wesentlich besser. Wichtig ist natürlich, dass man sein Profil mit relevanten Praktika, Nebenjobs usw. ergänzt. Da wären wir schon wieder bei der hier mehrfach angesprochenen notwendigen "Profilbildung".
Ein zusätzlicher Master eröffnet natürlich eventuell noch neue Arbeitsmärkte, z.B. in forschungsnahen
Berufsfeldern (Marktforschung) oder in Feldern in denen sehr analytisch gearbeitet wird (u.a. Wirtschaftsberatung). Aber pauschal kann man nicht sagen, dass man den Master zwingend benötigt.

abi>>

 

Bis 17.30 Uhr sind unsere Experten noch für euch da. Also traut euch und fragt! Von Sven kam eben noch eine Frage: Man liest oft bezüglich Zukunftschancen und BWL, dass diese nicht so gut sind. Denke wenn man IT Verbindung was nimmt, dann sollte man doch immer gute Chancen haben in Zukunft? Die Antwort von Herrn Heil lautet: Dass IT ein Feld mit Zukunft ist ist offensichtlich - vorausgesetzt man interessiert sich dafür. BWL hat manchmal einen zweifelhaften Ruf. Das liegt aber eher daran, dass einige Studierende dieses Fach sehr unreflektiert gewählt haben und dann auch nicht definieren können, was sie damit machen wollen. Das überzeugt dann manche Arbeitgeber auch nicht besonders. Fazit: BWL ist ein großes Studienfach aber es steckt auch ein großer vielseitiger Arbeitsmarkt dahinter. Die Kunst ist für sich zu definieren, wo man in diesem Arbeitsmarkt mit seinen individuellen Interessen und Fähigkeiten hinwill. Sorry Sven, da hat die Übermittlung eben gestreikt :(

Prof. Dr. Carsten Müller (Hochschule Fulda)

 

Gibt es noch Fragen?  Gerne möchte ich an dieser Stelle auf das Wirtschaftsstudienprogramm der Hochschule Fulda aufmerksam machen.

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Ich glaube nicht, dass BWL einen "zweifelhaften Ruf" hat... Ich würde es eher so formulieren: Das Schöne an BWL ist die Vielseitigkeit! Das höre ich auch von Studierenden immer wieder. Und deswegen ist es auch legitim, erst einmal BWL zu studieren und dann weiterzusehen. Auf der breiten Basis des BWL-Studiums lässt sich eine Menge aufbauen - zum Beispiel als Gründer eines Unternehmens, einer NGO oder einer Arztpraxis, als Politiker oder Journalist, als Wirtschaftslehrer... oder klassisch als Arbeitnehmer in Beratung und Industrie.

abi>>

 

Liebe User, das war's für heute wieder. Vielen Dank fürs Mitmachen und bis zum nächsten Mal am am 26. September um 16 Uhr. Dann zum Thema "Die perfekte Bewerbung".

Dr. Matthias Meyer-Schwarzenberger (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte)

 

Hat mich sehr gefreut und ich wünsche allen viel Erfolg! Falls bei Ihnen eine bdvb-Hochschulgruppe in der Nähe ist, kommen Sie jederzeit gerne vorbei!

abi>> 19.06.2018