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Wie studieren?

Auf dem Foto ist eine Studentin von hinten zu sehen, die in einem leeren Hörsaal sitzt. Sie blickt in Richtung Rednerpult und Tafel.
Wer sich für ein Studienfeld interessiert, steht nicht selten vor der Frage: breit aufstellen oder eine Spezialisierung wählen?
Foto: Ria Kipfmüller

abi» Coaching

Wie studieren?

Elektro- oder Fahrzeugtechnik, Soziale Arbeit oder Kinder- und Jugendhilfe, BWL oder Personalmanagement? Wer nach einem passenden Studiengang recherchiert, wird häufig auch mit der Frage konfrontiert, ob er sich für ein breit aufgestelltes Fach oder eine Spezialisierung entscheiden soll.

Jakob:

Ich möchte nach dem Abi BWL studieren und später im Personalwesen arbeiten. Ist es besser, ich nehme ein allgemeines BWL-Studium auf, oder soll ich mich gleich für einen spezialisierten Studiengang wie Personalmanagement entscheiden?

Carsten Berndt, Agentur für Arbeit Weimar

Lieber Jakob,
die Frage, ob du dich für einen generalistischen oder einen spezialisierten BWL-Studiengang entscheiden sollst, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt zunächst darauf an, wie stark deine Leidenschaft für das Personalwesen ist. Vielleicht hast du ja bereits über ein Praktikum in dieses Berufsfeld geschnuppert oder bist durch deinen familiären Hintergrund vorgeprägt. Dann kannst du erwägen, dich bereits im Bachelorstudium für Personalmanagement einzuschreiben.
Es kann sich jedoch lohnen, dich zunächst breit aufzustellen. Vor allem dann, wenn du dir nicht absolut sicher bist, ob du dich frühzeitig auf ein Themengebiet festlegen willst. Gerade das Bachelorstudium bietet die Möglichkeit, sich innerhalb eines Studienfeldes zu orientieren. In BWL näherst du dich verschiedenen Themen an: zum Beispiel Rechnungswesen, Controlling, Marketing und auch Personalwesen – und kannst herausfinden, welcher Bereich am besten zu deinen Stärken und Neigungen passt. Im Anschluss hast du im Master die Gelegenheit, dein Interessenfeld zu vertiefen. Für Personalmanagement listet studienwahl.de derzeit mehr als 30 Masterstudiengänge.

Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede

Aber noch mal zurück zu den Bachelorstudiengängen: Vergleicht man die Modulhandbücher verschiedener BWL-Studiengänge miteinander, stellt man fest, dass die Gemeinsamkeiten größer sind als die Unterschiede. Module wie Wirtschaftsmathematik, Rechnungswesen, Controlling, Wirtschaftsinformatik, Englisch, Einführung in die BWL und VWL finden sich fast überall. Und das gilt nicht nur für allgemeine BWL-Angebote, sondern auch für spezifische wie Personalmanagement. Übrigens ist das auch bei dualen Studiengängen so, bei denen die Spezialisierung aufgrund ihrer Ausrichtung auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens am ausgeprägtesten ist.
Das heißt, auch wenn du bereits im Bachelor eine spezielle Richtung einschlägst, erhältst du dennoch eine relativ breite Grundlagenausbildung. Darüber hinaus gilt: Es ist keine Schande, dich zu einem späteren Zeitpunkt umzuorientieren. Wenn du im Bachelorstudium merkst, dass dein gewählter Schwerpunkt doch nicht dein Steckenpferd ist, kannst du im Master nachjustieren.

Studienberuf nicht gleich Ausübungsberuf

Beim Einstieg ins Berufsleben kommt es sowieso darauf an, wen die Unternehmen genau suchen. Es kann bereits als Vorbereitung auf die Studienwahl helfen, Stellenanzeigen für Berufseinsteiger zu sichten. Dann stellt man nämlich fest, dass die Zielgruppe von Stellenausschreibungen für Positionen wie Human Resources Manager, Personalreferenten oder Personalentwickler nicht nur Betriebswirte sind, sondern gegebenenfalls auch Volkswirte, Psychologen oder Pädagogen. Absolventen von Personalmanagement-Studiengängen werden vergleichsweise selten ausdrücklich gesucht, wobei das auch von Branche zu Branche unterschiedlich sein kann.
Das abgeschlossene Studium soll in erster Linie eine gute Ausgangslage für den Einstieg ins Berufsleben bilden. Danach geht das Lernen, geht der Kompetenzerwerb weiter, je nachdem, in welche Richtung du dich beruflich bewegst. Das ist abhängig von Arbeitgebern und Stellen, auch von technologischen Entwicklungen, die wir heute noch gar nicht abschätzen können. Eine weitere wichtige Rolle spielt deine persönliche Entwicklung.
Der gewählte Studiengang ist demnach nur ein Baustein im persönlichen Profil. Um dich von anderen abzuheben, sind Praktika und Auslandsaufenthalte während des Studiums sinnvoll. Praktika bieten die Möglichkeit, verschiedene Tätigkeitsfelder und Branchen kennenzulernen. Personalmanager werden in sämtlichen Wirtschaftszweigen gesucht, weshalb du herausfinden solltest, welche Branche zu dir passt: Gesundheitswesen, Kreativwirtschaft oder Baubranche, um einige Beispiele zu nennen. Das hängt auch stark von deiner Persönlichkeit ab, weshalb du deine Stärken und Interessen gut kennen solltest.

Testverfahren und Hochschulwahl

Um abzuklären, ob BWL grundsätzlich ein passendes Studienfeld für dich ist, kannst du etwa Testverfahren zu Rate ziehen, beispielsweise das Selbsterkundungstool der Bundesagentur für Arbeit oder den Studienfeldbezogenen Beratungstest für Wirtschaftswissenschaften, den du in den Arbeitsagenturen absolvieren kannst.
Deine Stärken und Neigungen spielen auch bei der Wahl der Hochschule eine Rolle. Da über 600 Bachelorstudiengänge in BWL angeboten werden, solltest du dir überlegen, wo du studieren möchtest: an Uni, Fachhochschule oder dualer Hochschule? Welche Studienbedingungen sind dir wichtig? Hier lohnt sich ein Blick ins abi>> Hochschulpanorama (An dieser Stelle wird auf das Hochschulpanorama verlinkt).

Weg vom Schreibtisch

Du siehst, es gibt viele Möglichkeiten, dir stichhaltige und seriöse Informationen im Internet zu beschaffen – ob es um die Wahl des Studiengangs, der Hochschule oder Berichte über Berufe und Branchen geht. Eigene Erfahrungen kannst du allerdings nicht am Schreibtisch sammeln – dafür musst du raus. Im Schnupperstudium kannst du schon vor dem Abitur testen, ob ein bestimmter Studiengang oder eine bestimmte Hochschule zu dir passt. Auf Hochschulinfotagen kommst du mit Studierenden und Lehrenden ins Gespräch und erhältst Infos aus erster Hand. Nutze die Möglichkeiten. Für deinen weiteren Weg wünsche ich dir alles Gute.

Linktipps

berufsfeld-info.de

In der Berufswelt Studium findest du interessante Berufsbereiche für BWL-Absolventen, z.B. "Personalwesen und Personaldienstleistung"

berufsfeld-info.de/abi

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: BWL)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.

www.studienwahl.de

Selbsterkundungstool (Studium)

Testverfahren der Bundesagentur für Arbeit, das dir dabei hilft, deine Stärken und Intressen einzuschätzen und passende Studienfelder zu finden.

www.arbeitsagentur.de/bildung/studium/selbsterkundungstool

Studienfeldbezogene Beratungstests (SFBT)

Die Tests werden vom Berufspsychologischen Service der Agenturen für Arbeit durchgeführt. Die Anmeldung erfolgt über die Berufsberatung. Angebotene Studienfelder: Natur-, Ingenieur, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, Mathematik/Informatik, Philologie.

https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/ct/dam/
download/documents/Beratungstests_ba015617.pdf

abi>> 26.04.2018