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Was soll ich nur werden?

Der Studienberater bei einem Beratungsgespräch in einem Besprechungsraum. Er hält Informationsmaterial der AKAD in der Hand.
Den eigenen Stärken auf die Spur kommen: Im persönlichen Gespräch mit einem Berufsberater erstellt ihr gemeinsam ein Profil, das dir bei der Suche nach dem richtigen Beruf weiterhelfen kann.
Foto: Frank Pieth

So unterstützt die Berufsberatung: Beratungsprotokoll Orientierung

Was soll ich nur werden?

Wie geht ein Berufsberater vor, wenn ein Schüler noch keine Idee hat, in welche Richtung es beruflich gehen soll? Knut Tyra von der Jugendberufsagentur Marzahn-Hellersdorf in Berlin begrüßt Moritz (18)*, der sich beraten lassen möchte.

Die 12. Klasse eines Gymnasiums hat heute Schulsprechstunde. Vor mir sitzt Moritz, sein Zeugnis hat er mitgebracht. Es sieht gut aus: aktuelle Durchschnittsnote 2,5. Das Abitur naht und Moritz muss sich langsam entscheiden, was er nach der Schule beruflich machen möchte. Allerdings hat er noch keine Idee und weiß nicht, wie er das Thema Berufsorientierung angehen soll. Daher beschäftigen wir uns zunächst mit seiner Person und erkunden Interessen, Fähigkeiten und Wünsche. Wo sieht Moritz seine Stärken? Was macht er in seiner Freizeit? Welche Themen interessieren ihn?

Diese Fragen sind jedoch nicht immer leicht zu beantworten. Wir tasten uns langsam vor: Moritz trifft sich gerne mit Freunden, spielt am PC oder schaut Filme und Serien. Manchmal geht er Fußball spielen. Aus diesen Freizeitbeschäftigungen einen Beruf abzuleiten, fällt ihm allerdings schwer. Um herauszufinden, welche Tätigkeiten Moritz zusagen könnten, frage ich ihn nach berufspraktischen Erfahrungen, die er zum Beispiel in Schülerpraktika oder Ferienjobs gemacht hat. Tatsächlich hat er bereits zwei Praktika absolviert. Sein erstes Praktikum im Krankenhaus fand er eher stressig, das zweite in einer Anwaltskanzlei langweilte ihn hingegen. Auf Nachfrage erzählt er, dass er sich ein Praktikum bei der Polizei vorstellen könne. Sein Vater habe ihn darauf gebracht, da er sportlich sei und gut mit Menschen umgehen könne.

Möglichkeiten der Information

Ein Porträt-Foto von Knut Tyra

Knut Tyra

Foto: privat

Im nächsten Schritt erörtern wir, welche weiteren Tätigkeiten oder Berufe dem Schüler einfallen, die zu diesen Fähigkeiten passen. Im Laufe des Gesprächs erwähnt Moritz den Lehrerberuf und erzählt, dass er sich vorstellen könne, später als Sportlehrer an einer Grundschule zu unterrichten. Da er neben Sport weitere Fächer wählen muss, klären wir, welche in Frage kämen. Hierzu werfen wir einen Blick auf sein Zeugnis. In Mathematik hat er gute Noten.

Anschließend stelle ich ihm Möglichkeiten vor, wie er sich online informieren kann, zum Beispiel im BERUFENET. Ich zeige ihm, welche Informationen er dort abrufen kann. Wir geben in das Suchfeld „Lehrer“ ein. Sämtliche Möglichkeiten zu den verschiedenen Schulformen werden ihm angezeigt. Außerdem mache ich ihn darauf aufmerksam, wo er die jeweiligen Zugangsvoraussetzungen findet. Auch das Portal studienwahl.de schauen wir uns an. Hier kann er recherchieren, wo entsprechende Studiengänge angeboten werden.

Test zur Absicherung

Was Mathe betrifft, ist sich Moritz allerdings doch unsicher, ob er den Anforderungen im Studium gewachsen ist. Und er weiß nicht, ob er grundsätzlich die Voraussetzungen für die Arbeit als Lehrer mitbringt. Um etwas über typische Anforderungen im Studium zu lernen, empfehle ich ihm einen Studienfeldbezogenen Beratungstest, den SFBT, beim Berufspsychologischen Service in unserer Agentur für Arbeit. Den gibt es unter anderem für das Studienfeld Mathematik. Ich erläutere, dass ihm so ein Test die Entscheidung zwar nicht abnehmen kann, er aber herausfinden kann, ob seine Fähigkeiten zu seinem Wunschstudium passen. Ich rate ihm außerdem die Studienberatung an der Uni zu kontaktieren, bei der er sich ein Lehramtsstudium vorstellen könnte. Auch ein Schnupperstudium wäre sinnvoll. Nun ist es an Moritz, sich weiter zu informieren. Ich biete ihm an, dass er sich bei Fragen jederzeit melden kann und wir gerne einen weiteren Termin vereinbaren können.

*fiktives Beispiel

abi>> 03.04.2017