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Schritt für Schritt zum passenden Beruf

Ein Abiturient laesst sich in einer Arbeitsagentur zur Studienwahl beraten.
Die Berufsberatung unterstützt bei sämtlichen Fragestellungen und Problemen rund um die Berufswahl.
Foto: Martina Striegl

Erfolgreiche Beratung

Schritt für Schritt zum passenden Beruf

Anna-Lena Meyer (20) hatte geglaubt, ihren Weg längst gefunden zu haben. Dann kam alles ganz anders. Bei der Berufsberatung fand sie in die richtige Spur.

Ihren ursprünglichen Entschluss hatte Anna-Lena Meyer schon auf dem Gymnasium getroffen. „Mir ist Gerechtigkeit wichtig und ich wollte Menschen dabei helfen, diese durchzusetzen. Daher schien Rechtsanwältin genau der richtige Beruf für mich zu sein.“ Sie begann daher ein Jurastudium, von dem sie trotz guter Noten bald enttäuscht war: „Ich fand es inhaltlich total eintönig.“ Nach zwei Semestern beendete sie das Studium – ohne zu wissen, wie es für sie beruflich weitergehen sollte. Um zumindest Geld zu verdienen, jobbte sie im Einzelhandel. „Das war keine leichte Zeit. Ich fühlte mich nicht gut, weil ich das Studium, für das ich extra nach Hannover gezogen bin, abgebrochen hatte, ohne zu wissen, was ich danach machen möchte.“

Ein Gedankenexperiment

Ein Porträt-Foto von Anna-Lena Meyer

Anna-Lena Meyer

Foto: privat

Ein Angebot der Berufsberatung in der Oberstufe hatte Anna-Lena Meyer nicht wahrgenommen. „Ich dachte, das erübrigt sich, weil ich schon genau wusste, was ich wollte. Daher hatte ich nicht weiter über berufliche Alternativen nachgedacht.“ Nach ihrem Ausstieg aus dem Studium wendete sie sich zunächst an die Studienberatung ihrer Hochschule. „Aber das war in dem Fall nicht die richtige Anlaufstelle, weil dort konkret zu einzelnen Fachbereichen beraten wird.“

Also rief sie bei der Service-Hotline der Bundesagentur für Arbeit an, bat um eine Beratung. Kurz darauf bekam sie einen Termin bei Silke Ihlow vom Team Akademische Berufe der Agentur für Arbeit Hannover. „Ich habe zunächst meine Situation geschildert und hatte wegen meines Studienabbruchs eigentlich mit einer negativen Reaktion gerechnet“, berichtet Anna-Lena Meyer. Doch stattdessen bekam sie Positives zu hören. Die Berufsberaterin lobte sie für ihr Abiturzeugnis mit einem Notendurchschnitt von 2,4, das eine gute Ausgangsbasis darstellt.

Für die Ratsuchende war es ein Schlüsselerlebnis: „Ich wurde nicht kritisiert, sondern fühlte mich gleich gut aufgehoben.“ Gemeinsam machten sich beide im weiteren Gespräch auf die Suche nach einer passenden beruflichen Tätigkeit. Um ihre wahren Interessen und Fähigkeiten herauszufinden, wurde sie zu einem Gedankenexperiment angeregt. „Ich sollte mir vorstellen, wie mein Arbeitstag aussehen würde, wenn ich ihn ganz nach meinen Wünschen gestalten könnte.“ Das Ergebnis war: ein Büro, ein fester Arbeitsplatz mit Schreibtisch, aber auch im Außendienst unterwegs sein und viel Kontakt mit Menschen. Dieses Profil trifft auf etliche Berufe zu, doch einiges ließ sich bereits ausschließen, etwa der Bereich Handwerk.

Die Einschätzung anderer

Um die Vorstellungen zu konkretisieren, wurde ein weiterer Beratungstermin vereinbart – und bis dahin hatte Anna-Lena Meyer einige „Hausaufgaben“ zu erledigen: Ein Praktikum im umrissenen Bereich absolvieren, Freunde und Eltern fragen, welche besonderen Fähigkeiten sie ihr zuschreiben. „Heraus kam dabei unter anderem, dass ich für alle ein offenes Ohr habe und man gerne meinen Rat sucht. Dessen war ich mir nicht bewusst, weil es für mich selbstverständlich ist zu helfen.“ So ergab sich, dass vor allem kommunikative Berufe gut zu ihr passen, in denen man auf Menschen zugehen muss. Bestätigt wurde dies durch ein sechswöchiges Praktikum bei einem Personaldienstleister, das ihr gut gefiel.

Im zweiten Beratungsgespräch wurde schließlich herausgearbeitet, welche Ausbildungen und Studiengänge konkret in Frage kämen, darunter die Ausbildung zur Personaldienstleistungskauffrau. Einige Stellenangebote wurden Anna-Lena Meyer vermittelt. Dann fiel ein Stichwort, das ihr Interesse besonders weckte: „Arbeitsmarktmanagement“, ein duales Bachelorstudium an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) am Standort Schwerin mit Praxisphasen in einer Agentur für Arbeit. Sie nahm einen Flyer mit, recherchierte selbst, setzte sich mit der Idee auseinander – und bewarb sich für das duale Studium. Es klappte, inzwischen studiert Anna-Lena Meyer im zweiten Trimester. „Es gefällt mir richtig gut und passt perfekt zu meinen Vorstellungen aus dem Gedankenexperiment.“

abi>> 28.03.2017