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„Online und offline kombinieren“

Schülerinnen im Berufsinformationszentrum
Wer sich beruflich orientieren möchte, findet nicht nur im Internet, sondern auch in den Berufsinformationszentren der Agenturen für Arbeit viele Infos.
Foto: Dirk Götz

Interview

„Online und offline kombinieren“

Janina Wehner, Beraterin für akademische Berufe der Agentur für Arbeit Lörrach, spricht mit abi» über die Möglichkeiten und Grenzen von Entscheidungshilfen im Internet.

abi>> Frau Wehner, wie sinnvoll ist eine Internetrecherche während der Orientierungsphase?

Janina Wehner: Wird nur das Stichwort Berufsorientierung in die Suchmaschine eingegeben, erhält man unendlich viele Ergebnisse, die einen schnell überfordern können. Daher informieren wir Abiturienten über die Seiten im Web, die zur jeweiligen Orientierungsphase passen. Es geht darum, den Überblick zu behalten, denn nicht alles ist für jeden gleichermaßen geeignet.

abi>> Wo finde ich außerdem noch Tipps für die Internetrecherche?

Janina Wehner: Jede Schule informiert im Rahmen der Berufswahlvorbereitung. In der Regel besucht eine Beraterin oder ein Berater einer Agentur für Arbeit Klassen in der Oberstufe und gibt ihnen unter anderem auch Tipps für die Recherchen im Netz. Jeder hat zudem die Möglichkeit, einen Einzeltermin mit einem Berufsberater zu vereinbaren. Die Beratung ist kostenlos und es können Folgetermine wahrgenommen werden. Im Gespräch geht es zum Beispiel um Fähigkeiten, Interessen und die Frage, wie man sich seine Zukunft vorstellt.

Auf abi>> geben verschiedene Berufs- und Studienreportagen Einblicke in die Praxis. Möchte ich wissen, welche Fähigkeiten ich für ein bestimmtes Studium oder eine Ausbildung mitbringen muss oder auf welche Zugangsvoraussetzungen ich mich einstellen sollte, bin ich bei BERUFENET richtig. Auch der Hochschulkompass oder studienwahl.de sind empfehlenswerte Seiten und geben auf viele Fragen wie etwa Zulassungsbeschränkungen, Studiengebühren oder Eignungstests Antworten.

abi>> Gibt es regionenspezifische Seiten?

Ein Porträt-Foto von Janina Wehner

Janina Wehner

Foto: Privat

Janina Wehner: Alle Bundesländer haben Portale mit Infos zur Hochschullandschaft. Beispiele wären Nordrhein-Westfalen mit www.studium-in-nrw.de oder Sachsen mit www.studieren.sachsen.de. Baden-Württemberg informiert auf www.studieninfo-bw.de. Dort gibt es eine Besonderheit: Wer sich um einen Studienplatz bewirbt, muss einen Orientierungsnachweis vorlegen. Etwa, dass das Orientierungsverfahren OT auf www.was-studiere-ich.de absolviert oder an einem BEST Entscheidungstraining teilgenommen wurde. Das ist ein zweitägiges Entscheidungs- und Zielfindungstraining für Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien zum Thema Studien- und Berufsorientierung.

abi>> Wie findet man heraus, ob man den Informationen auf einer Internetseite vertrauen kann?

Janina Wehner: Ist die Bundesagentur für Arbeit die Herausgeberin, ist gewährleistet, dass die Inhalte geprüft und die Informationen auf dem aktuellsten Stand sind. Generell kann man bei Seiten des Bundes oder der Länder davon ausgehen, dass sie seriös und vertrauenswürdig sind.

abi>> Wo liegen die Grenzen einer Internetrecherche?

Janina Wehner: Die Schwierigkeit liegt darin, die Infos auszuwerten und mit den eigenen Fähigkeiten und Interessen abzugleichen. Der Austausch mit Eltern, Lehrern oder anderen Bezugspersonen kann sehr hilfreich sein und dazu beitragen, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Unterstützung bietet auch ein Gespräch bei der Berufsberatung.

Wichtig ist, auch offline Erfahrungen zu sammeln. Beispielsweise kann ein Praktikum dabei helfen, die eigenen Vorstellungen mit der Arbeitsrealität abzugleichen. Man bekommt Einblicke in den beruflichen Alltag, beobachtet, tauscht sich aus und kann ein Gespür dafür entwickeln, ob der Beruf zu einem passt. Einige Hochschulen bieten ein Probestudium in den Ferien an. Alternativ besucht man eine Erstsemestervorlesung – Infos gibt’s bei der jeweiligen Studienberatung. Über One Week Student (www.oneweekstudent.de) kann man einen Studierenden in seinem Alltag begleiten.

abi>> Was kann ich tun, wenn ich nicht sicher bin, ob ich studieren soll?

Janina Wehner: Auch hier empfehle ich, den Berufsberater einzubeziehen. Gemeinsam arbeiten wir im Gespräch die unterschiedlichen Anforderungen von Studium und Ausbildung heraus. Manchmal können auch Tests zur Entscheidungsfindung, wie zum Beispiel der Test zur Selbsteinschätzung studienrelevanter Personmerkmale, oder ein studienfeldbezogener Test die Beratung sinnvoll ergänzen. Interessante Online-Selbsttests bieten auch Hochschulen auf ihren Seiten an.

abi>> 24.08.2015