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So war es bei der Berufsberatung

Ein Abiturient laesst sich in der Arbeitsagentur zur Studienwahl beraten.
Schülerinnen und Schüler erzählen von ihren Erfahrungen mit der Berufsberatung.
Foto: Martina Striegl

So unterstützt die Berufsberatung: Umfrage

So war es bei der Berufsberatung

Mit welchen Anliegen und Erwartungen besuchen Schülerinnen und Schüler die Berufsberatung – und wie wird ihnen geholfen? Eine Umfrage mit Kommentaren von Mirja Weisweber von der Agentur für Arbeit Hannover:

Rebekka Paul (21), Abitur 2015

Ein Porträt-Foto von Rebekka Paul

Rebekka Paul

Foto: privat

„Nach einem Jahr Work & Travel in Neuseeland bin ich mit dem Ziel zurückgekommen, eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau zu beginnen. Von dem Gespräch bei der Agentur für Arbeit Aachen-Düren habe ich mir erhofft, dass ich Kontakte von Firmen vermittelt bekomme, an die ich mich wenden und an die ich Bewerbungen schicken kann. Außerdem war es mir wichtig, dass jemand einen Blick auf meine Bewerbungsunterlagen wirft.
Die Beratung half mir, ein persönliches Profil zu erstellen, das alle wichtigen Fakten, meine Fähigkeiten und Erfahrungen enthält. So konnte ich gezielter auf Ausbildungssuche gehen. Es wurden alle für mich relevanten Stellenangebote als Veranstaltungskauffrau freigeschaltet sowie Alternativen in ähnlichen Berufsgruppen, sollte ich nicht fündig werden. Ich habe jedoch recht schnell passende Stellen gefunden, auf die ich mich beworben habe. Ich wurde darüber hinaus darauf hingewiesen, dass ich unter Umständen finanzielle Unterstützung für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche bekomme. Mittlerweile habe ich eine Ausbildungsstelle gefunden, was mir ohne die Unterstützung der Agentur für Arbeit nicht so schnell gelungen wäre.“

Dazu Mirja Weisweber:

Die Ausbildungsvermittlung zählt zu den wesentlichen Angeboten der Berufsberatung. Unser Arbeitgeberservice akquiriert Ausbildungsplätze und erfasst die Anforderungen der Betriebe. Wir erstellen gemeinsam mit der Bewerberin bzw. dem Bewerber ein individuelles Profil, das sowohl Fähigkeiten und Stärken erfasst als auch entsprechende Berufswünsche. So können wir passgenau vermitteln und der ratsuchenden Person regelmäßig passende Stellenangebote zuschicken. Sinnvoll ist es, zum Beratungsgespräch die Bewerbungsunterlagen mitzubringen, die wir gerne gemeinsam durchgehen. Neben einem Berufsziel gibt es meist ähnliche Berufe, die ebenfalls zu den individuellen Interessen und Stärken passen. Die Beratung zu Alternativen ist daher ebenfalls wichtig.

Mohamad Rihawi (20), Abitur 2015

Ein Porträt-Foto von Mohamad Rihawi

Mohamad Rihawi

Foto: privat

Ich bin aus dem syrischen Aleppo, wo Krieg herrscht, nach Deutschland gekommen. Da es mir wichtig ist, meine Ziele zu erreichen, habe ich mich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Schwerin gewandt. Eigentlich wollte ich Pilot werden und mich dazu näher informieren. Der Berater hat mir viele Tipps für die Bewerbung gegeben und sich sehr bemüht. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Kosten für eine Pilotenausbildung sehr hoch sind. Daher haben wir über Alternativen gesprochen, und ich habe mich nun für meinen zweiten Wunschberuf entschieden: Ich möchte Medizin studieren und Arzt werden. Weil ich dafür besser Deutsch sprechen muss, mache ich zunächst ein Praktikum in einer Klinik.

Dazu Mirja Weisweber:

Für ein Medizinstudium gilt in der Regel das bundesweite Auswahlverfahren über hochschulstart.de. Nicht-EU-Bürger bewerben sich jedoch direkt an den Universitäten und registrieren sich bei „uni-assist.de“. Für den Fall, dass es nicht gleich mit dem Medizinstudium klappt, kann man mit einer Ausbildung im medizinischen Sektor die Wartezeit überbrücken, zum Beispiel als Gesundheits- und Krankenpfleger/in.

Henning Jürß (18), 12. Klasse

Ein Porträt-Foto von Henning Jürß

Henning Jürß

Foto: Christoph Kluge

Ich habe die Berufsberatung aufgesucht, um meine berufliche Zukunft besser planen zu können beziehungsweise, um meine Vorstellungen zu konkretisieren und herauszufinden, ob sich meine Wünsche realisieren lassen. Ich strebe ein Studium im Bereich Wirtschaft an, möchte aber nicht einfach Betriebswirtschaft studieren. Ich wollte daher wissen, welche konkreten Angebote es zu meinen beruflichen Interessen gibt. Außerdem habe ich mit dem Gedanken gespielt, nach dem Abitur für ein Jahr ins Ausland zu gehen und wollte klären, wie sich ein Auslandsjahr auf Bewerbungen, Vorstellungsgespräche und die in diesem Rahmen einzuhaltenden Fristen auswirkt.

Letztlich bin ich auf den dualen Studiengang Public Management aufmerksam geworden, der sowohl Wirtschaft als auch Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften und Politik beinhaltet. Dieser Studiengang, den ich bald in Hamburg studieren werde, wurde mir allerdings nicht konkret vorgeschlagen, zumal zum Zeitpunkt des Gesprächs die Bewerbungsfrist bereits verstrichen war.

Dazu Mirja Weisweber:

Wirtschaft lässt sich mit vielen anderen Bereichen verknüpfen, etwa mit Kultur und Sprachen, Psychologie, sozialwissenschaftlichen Aspekten (Sozialmanagement), mit internationalen Themen, technischen Fächern etc. In der Beratung wird zunächst besprochen, in welche Richtung es gehen kann. Neben den individuellen Interessen und Fähigkeiten spielen die Vorstellungen des Ratsuchenden von seinen späteren Aufgaben im Berufsleben eine Rolle. Bestehen Zweifel an der Eignung für ein bestimmtes Studium, kann ein Studienfeldbezogener Beratungstest (SFBT) mehr Sicherheit geben.

Sarah Freuck (20), 1. Ausbildungsjahr

Ich habe während meiner Schulzeit die Berufsberatung aufgesucht, da ich nicht nur im Internet recherchieren, sondern auch eine professionelle Einschätzung zu meinen Vorstellungen und Wünschen hören wollte. Ich interessierte mich für eine Ausbildung und habe sowohl das Gespräch mit der Berufsberaterin in der Schule wahrgenommen als auch direkt bei der Agentur für Arbeit.

Unter anderem haben wir über mein Zeugnis gesprochen. Mir wurden verschiedene Berufe vorgestellt, Vor- und Nachteile aufgezeigt und jeweils Alternativen erläutert. Wir haben Stellenanzeigen gesucht und besprochen. Bei der Berufsberatung in der Schule haben wir einige Tests absolviert, die mir nicht nur bei der Berufsorientierung, sondern auch bei der Vorbereitung auf Assessment Center geholfen haben. Außerdem wurde ich dabei unterstützt, eine passende Ausbildung in Hamburg zu finden – mit Erfolg. Ich absolviere eine Ausbildung zur Kauffrau für Speditions- und Logistikdienstleistung bei einem weltweit tätigen Unternehmen mit Sitz in Hamburg.

Dazu Mirja Weisweber:

Ein Porträt-Foto von Mirja Weisweber

Mirja Weisweber

Foto: privat

Wir unterstützen mit passgenauen Vermittlungsvorschlägen für freie Ausbildungsstellen. Neben der Durchsicht der Bewerbungsunterlagen können wir Tipps zu Vorstellungsgesprächen und Eignungstests geben. Auf die individuellen Interessen und Vorstellungen der jungen Menschen gehen wir ein und beraten über mögliche passende Ausbildungsberufe. Hierbei geht es häufig auch um Alternativen zum Zielberuf.

abi>> 03.04.2017