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Berufspraxis statt Lernstress

Junge Frau sitzt in einem Labor und führt einen Versuch durch.
Im Bundesfreiwilligendienst ist es etwa möglich, mit Kindern zu arbeiten und ihnen Naturwissenschaften und Technik näherzubringen.
Foto: Nicole Schwab

BFD – Erfahrungsbericht

Berufspraxis statt Lernstress

Nikolina Vuksic (18) absolviert einen Bundesfreiwilligendienst in der „eule gmünder wissenswerkstatt“ in Schwäbisch Gmünd, wo sie Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik begeistert. Für abi>> berichtet sie von ihrer Entscheidung für das Freiwilligenjahr und ihrem Arbeitsalltag.

Fast täglich kommen Schulklassen und Gruppen von Kindern und Jugendlichen zu uns, die mehr über technische und naturwissenschaftliche Themen lernen wollen. Sie können hier verschiedenste Kurse besuchen, in denen sie zum Beispiel eine Seifenblasenmaschine, einen Propellerflitzer, ein Katapult oder ein Getriebeauto bauen, eigenständig etwas im 3D-Drucker konstruieren oder einen Microcontroller programmieren. Meine Aufgabe ist es, die Kurse so vorzubereiten, dass das Werkzeug und die Materialien bereitliegen und alles reibungslos ablaufen kann. Bei den Kursen selbst bin ich ebenfalls dabei. Teilweise als Unterstützung und Hilfe, zum Beispiel zur Betreuung der Kinder an den Maschinen, die sie nicht eigenständig nutzen dürfen. Teilweise darf ich einen Schulkurs oder Teile davon auch selber leiten.

Online nach Stellen gesucht

Ein Porträt-Foto von Nikolina Vuksic

Nikolina Vuksic

Foto: privat

Nach der Schule war ich unschlüssig, was genau ich studieren möchte und wo mich mein Weg hinführen soll. Ich habe mir eine Auszeit vom Schulalltag gewünscht, bevor der doch etwas ähnliche Unialltag losgeht, wollte ich gerne ein wenig Abwechslung haben. So bin ich auf die Idee gekommen, einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Ich habe die Infos zum BFD überwiegend online recherchiert und dort auch die Stelle in der „eule“ entdeckt. Außerdem habe ich mit Freunden und Bekannten, die bereits einen BFD gemacht haben, über ihre Erfahrungen gesprochen.

Mein Einstieg in den Freiwilligendienst verlief super. Ich wurde sehr gut eingearbeitet und hatte genug Zeit, mich erst einmal zurechtzufinden und alles, womit ich bislang keine Erfahrungen hatte, in Ruhe zu probieren. Ständig sind neue Projekte in Arbeit, wie etwa neue Bauteile, die man selber entwickelt. Außerdem bieten wir noch Seminarräume für Firmen und Unternehmen an, die hergerichtet und bestuhlt werden müssen. Ab und an kommen noch ein paar Arbeiten am PC dazu.

Zusammenarbeit mit Geflüchteten

In regelmäßigen Zeitabständen von drei bis vier Wochen kommen jeweils zwei Tage hintereinander zwei Flüchtlingsklassen von einer nahegelegenen Schule zu uns. Das diesjährige Projekt sieht vor, dass wir bei jedem Termin gemeinsam ein neues Bauteil fertigen, sodass am Ende, wenn man alle zusammenfügt, eine Kettenreaktion entsteht. Wir bauen zum Beispiel Katapultmaschinen, die nacheinander Konfetti werfen, Fahnenschwinger, die verschiedenfarbige Bänder schwingen, oder eine Reaktionswand, die mit etwa 200 selbstgemachten bunten Dominos bestückt ist, welche nacheinander umkippen. Die Idee ist, dass jedes Kind ein Bauteil erstellt, das der Auslöser für einen weiteren Teil der Kettenreaktion ist.

Was das Erlernen der Sprache angeht, sind die Kinder unterschiedlich weit fortgeschritten. Manche sind der deutschen Sprache so mächtig, dass sie alles verstehen. Andere haben einen deutlich kleineren Wortschatz. Deshalb muss ich darauf achten, dass mich alle gut verstehen können. Hierbei gilt es, mit vielen Gesten und Handbewegungen die nächsten Arbeitsschritte zu veranschaulichen.

Mir war es wichtig, dass ich während meines Freiwilligendienstes mit Kindern zusammenarbeite, deshalb habe ich mich für diese Stelle entschieden. Außerdem habe ich großes Interesse an Naturwissenschaften und Technik. Hier habe ich die Möglichkeit, beides zu verbinden und diese Gebiete näher kennenzulernen. Wenn der BFD im Sommer endet, möchte ich gerne studieren. Für einen konkreten Studiengang habe ich mich noch nicht entschieden, durch den Freiwilligendienst weiß ich aber, dass ich mich im Studium mit technischen und biologischen Inhalten beschäftigen möchte.

abi>> 13.05.2019