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„Ich bin deutlich selbstbewusster geworden“

Werkzeugkasten
Im Bundesfreiwilligendienst von Helen Wegener waren unter anderem auch handwerkliche Fertigkeiten gefragt.
Foto: Julien Fertl

Bundesfreiwilligendienst

„Ich bin deutlich selbstbewusster geworden“

Nach der Schule absolvierte Helen Wegener (22) einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) im technischen Dienst des Martin-Luther-Hauses in Nürnberg. Die Einrichtung der Stadtmission kümmert sich um benachteiligte Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten.

Steckbrief

Name: Helen Wegener
Alter: 22 Jahre
Fachgebundene Hochschulreife: 2015
Macht gerade: Jobben im Martin-Luther-Haus in Nürnberg
Und später? Ausbildung zu Kauffrau für Büromanagement

„Nach meiner fachgebundenen Hochschulreife im Sommer 2015 wusste ich noch nicht genau, wohin es für mich beruflich gehen soll. Auf der Suche nach einer Überbrückungsmöglichkeit bin ich auf den Bundesfreiwilligendienst gestoßen. Für die Bewerbung war ich schon etwas spät dran, so dass bereits viele Einsatzmöglichkeiten vergeben waren. Genau das hat sich aber letztendlich als Glücksfall für mich herausgestellt, denn das Martin-Luther-Haus hat damals noch mehrere Bundesfreiwillige gesucht, unter anderem für den technischen Dienst. Da mich das Tätigkeitsfeld sehr angesprochen hat, habe ich mich dort beworben und recht schnell eine Zusage erhalten.

Verantwortung übernehmen

Ein Porträt-Foto von Helen Wegener

Helen Wegener

Foto: privat

In den folgenden 18 Monaten konnte ich mich gemeinsam mit den anderen Freiwilligen des Martin-Luther-Hauses praktisch ausprobieren: Im technischen Dienst habe ich mitgeholfen, typische Hausmeistertätigkeiten zu erledigen. Zum Beispiel haben wir Möbel aufgebaut, Fahrräder instand gehalten oder auch Renovierungsarbeiten vorgenommen. Hier war vor allem handwerkliches Geschick gefragt. Zudem zählte die Pflege der Außenanlage zu meinen Aufgaben. Das hatte Vor- und Nachteile, da wir bei jedem Wetter draußen waren.

Aber nicht nur der korrekte Umgang mit Hammer, Bohrer oder Heckenschere gehörten zu meinem Dienst. Auch der Empfang unseres Hauses wurde zu meinem regelmäßigen Einsatzort: Ich begrüßte die Gäste, verteilte die eingehende Post und übernahm den Telefondienst.

Ich hatte auch Kontakt zu den Kindern, die in der Einrichtung betreut werden. Regelmäßig fuhr ich sie früh mit dem Kleinbus zur Schule und holte sie nachmittags wieder ab. Ein Führerschein war deshalb auch Voraussetzung für den BFD im Martin-Luther-Haus. Obwohl einige Kinder ziemlich schwierig sein konnten, fand ich es sehr schön, mit ihnen zu arbeiten. Es war für mich sehr erfüllend, für sie Verantwortung zu übernehmen.
Für meine Arbeit habe ich ein Taschengeld von 190 Euro erhalten. Dazu kamen noch Zuschüsse für Verpflegung, Fahrtkosten und Kleidung in Höhe von 336 Euro. Außerdem war ich während des gesamten Bundesfreiwilligendienstes sozialversichert.

Kompetenzen erwerben

Insgesamt habe ich meine Zeit im Martin-Luther-Haus als große Bereicherung erlebt. Das Verhältnis zu den anderen Mitarbeitern war sehr kollegial und die Zusammenarbeit hat mir viel Spaß gemacht. Durch meine Tätigkeit am Empfang konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln, die für meinen Berufswunsch wegweisend waren: Mittlerweile steht für mich nämlich fest, dass ich eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement machen möchte.

Während meines BFD habe ich mich auch persönlich weiterentwickelt: Ich bin deutlich selbstbewusster geworden, ich habe gelernt, mich zu organisieren und meinen Arbeitsalltag zu strukturieren. Und das Beste: Auch nach dem offiziellen Ende meines BFD bleibe ich dem Martin-Luther-Haus bis zum Beginn meiner Ausbildung erhalten und arbeite weiterhin am Empfang. Davon kann ich später in meiner Ausbildung bestimmt profitieren.“

Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren. Möglich sind Einsätze in sozialen, ökologischen und kulturellen Bereichen, aber auch im Sport, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz. Einsatzstellen werden von gemeinwohlorientierten Einrichtungen wie Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen, Kinderheimen, Schulen oder Kultureinrichtungen angeboten.

abi>> 05.05.2017