Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

„Erfahrung, die mich weiterbringt“

Feuerwehrleute eilen an Einsatzfahrzeug vorbei.
Gemeinsam Leben retten: Viele Feuerwehrdienststellen und verschiedene Ämter für Brand- und Katastrophenschutz bieten ein Freiwilliges Soziales Jahr an.
Foto: Martin Rehm

FSJ Feuerwehr – Reportage

„Erfahrung, die mich weiterbringt“

Feueralarm, ein Baum auf der Fahrbahn oder Wasser im Keller: Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Umstadt/Mitte war Jan-Luca Bauß (18) schon auf einigen Einsätzen dabei. Das gefiel ihm so gut, dass er sich nach dem Abi für ein FSJ bei der Feuerwehr entschieden hat.

Ein Jahr vor seinem Schulabschluss trat Jan-Luca Bauß der Freiwilligen Feuerwehr bei und absolvierte einen Grundlehrgang. Als er damals seinen Kollegen erzählte, dass er nach dem Abitur ein FSJ machen wolle, kam das Angebot prompt: Warum nicht bei uns?

Die Bewerbung lief unkompliziert. Auf der Internetseite des Landesfeuerwehrverbandes Hessen füllte er ein Formular aus, schrieb eine kurze Begründung und listete seine bisherigen Erfahrungen auf – fertig. Der Verband leitete die Bewerbungen an die Einsatzstellen weiter, die sich dann für einen FSJler entschied. Stellen bieten nicht nur die Feuerwehren, sondern auch die Ämter für Brand- und Katastrophenschutz, Rettungswesen sowie die (Kreis)-Feuerwehrverbände.

Erfahrung wird nicht vorausgesetzt

Ein Porträt-Foto von Jan-Luca Bauß

Jan-Luca Bauß

Foto: privat

Dass Jan-Luca Bauß bereits bei einer Feuerwehr aktiv war, war keine Voraussetzung. Im Gegenteil: In erster Linie sollen junge Menschen ohne feuerwehrtechnischen Hintergrund angesprochen werden. Dennoch bringen nicht wenige Freiwillige Erfahrung mit.

In der Freiwilligen Feuerwehr von Groß-Umstadt begleitet der 18-Jährige den hauptamtlichen Gerätewart und hilft ihm bei der Wartung der Atemschutzgeräte und der Fahrzeuge. Die Geräte müssen elektronisch geprüft und die Schläuche gewaschen werden. „Eigentlich bin ich mehr der Theoretiker, aber es tut gut, auch mal was Handwerkliches zu machen“, sagt Jan-Luca Bauß. Außerdem programmiert er eine Website, bei der es um Unwetterwarnungen geht.

Das FSJ Feuerwehr ist ein Sozialer Dienst, in dem auch die Kinder- und Jugendarbeit eine wichtige Rolle spielt. Für Jan-Luca Bauß bedeutet das, dass er bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren in den Stadtteilen aushilft: Winterwanderung, Stockbrot backen oder Veranstaltungen betreuen, auf denen den Kindern die Arbeit anderer Organisationen – etwa dem Roten Kreuz – vorgestellt wird. In den fünf Bildungswochen, die die Freiwilligen beim Landesfeuerwehrverband absolvieren, erwerben sie unter anderem die Jugendleiterkarte, eine Bescheinigung für ehrenamtliches Engagement im Bereich Jugendarbeit.

Zeit für Orientierung

Jan-Luca Bauß geht es aber nicht um Zertifikate oder um eine Laufbahn bei der Feuerwehr, auch wenn er dort sehr viele interessante Menschen kennengelernt und Freundschaften geschlossen hat. „Bei der Feuerwehr engagieren werde ich mich auch nach dem Ende des FSJ“, betont er. Ihm geht es aber vor allem darum, Zeit zu haben, um sich Gedanken über sich selbst zu machen. „Auf keinen Fall will ich mich überstürzt für einen Studiengang entscheiden. Ob auf den Bildungstagen oder im Austausch mit den Feuerwehrmännern, die einen regulären Beruf ausüben: Alle Gespräche und Erfahrungen bringen mich ein Stück weiter.“

abi>> 04.04.2017