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Austausch mit anderen Kulturen

Natur
Gemeinsames Arbeiten in der Natur: Die Teilnehmer des Workcamps in Schenkenzell halfen unter anderem bei der Landschaftspflege.
Foto: Julien Fertl

Workcamp

Austausch mit anderen Kulturen

Nach dem Abi bekam Dorothea Renner die Möglichkeit, für zwei Wochen ein Workcamp im baden-württembergischen Schenkenzell zu leiten. Für abi>> berichtet die 18-Jährige von ihren Erfahrungen, die sie während des gemeinnützigen Projekts gesammelt hat.

Steckbrief

Name: Dorothea Renner
Alter: 18 Jahre
Abitur: 2017
Macht gerade: Europäischer Freiwilligendienst (EFD) in Norwegen
Und später? Das möchte sie im EFD herausfinden


„Bereits vor dem Abitur hatte ich an einem Farmprojekt in Spanien teilgenommen. Ich war davon so begeistert, dass ich nach meinem Schulabschluss selbst ein Camp in Deutschland leiten wollte“, berichtet Dorothea Renner. Aufgrund der guten Erfahrungen, die sie als Schülerin mit der Organisation gemacht hatte, wandte sie sich erneut an den „Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V.“ (IBG) und bewarb sich schließlich für die Campleitung in Schenkenzell.

Das Workcamp fand vom 29. Juli bis zum 12. August 2017 statt. „Vorab hatte ich noch ein Seminar des IBG besucht, das mich auf meine Rolle als Campleiterin vorbereitet hat“, erklärt die 18-Jährige. Die Eingewöhnung fiel ihr nicht schwer: „Die Menschen, die an einem Camp teilnehmen, sind in der Regel sehr offen und kommunikativ.“

Viehweiden von Unkraut befreien

Ein Porträt-Foto von Dorothea Renner

Dorothea Renner

Foto: privat

Von Montag bis Freitag arbeiteten die Teilnehmer etwa sechs Stunden am Tag an einem gemeinnützigen Projekt. „In der ersten Woche renovierten wir das Dach einer Schutzhütte, in der zweiten Woche arbeiteten wir im Bereich der Landschaftspflege. Zum Beispiel halfen wir bei der Bekämpfung von Adlerfarn auf Viehweiden und zogen Entwässerungsgräben nach.“ Die Arbeit habe ihr viel Spaß bereitet: „Es fühlte sich keineswegs wie ein Pflichtteil des Camps an“, betont sie. „Denn während der Arbeit kommt man mit allen ins Gespräch und motiviert sich gegenseitig, um das Projekt erfolgreich zu meistern. Durch das gemeinsame Arbeiten wächst die Gruppe enger zusammen.“

Als Campleiterin übernahm Dorothea Renner noch weitere Aufgaben, für die sie eine kleine Aufwandsentschädigung erhielt: „Unter anderem führte ich die Gemeinschaftskasse und war für Absprachen mit dem Projektpartner sowie für das Wohl der Teilnehmer verantwortlich. Wenn es mal einen kleineren Konflikt gab, bemühte ich mich, ihn zu lösen.“ Die Gebühr, die Teilnehmer eines Workcamps sonst regulär zahlen, entfiel für sie.

Darüber hinaus war Dorothea Renner wie alle anderen ein Teil des Camps. „Das Wochenende sowie die freien Nachmittage nutzten wir, um die Umgebung zu erkunden, in der von uns renovierten Schutzhütte zu grillen, Veranstaltungen zu besuchen oder Ausflüge in größere Städte wie Freiburg, Basel und Offenburg zu unternehmen“, erinnert sie sich. „Die Entscheidung, was wir unternehmen wollen, trafen wir immer gemeinsam.“

An neuen Herausforderungen wachsen

Besonders gut gefiel Dorothea Renner das Aufeinandertreffen verschiedener Nationalitäten im Camp: „Neben Deutschland waren Spanien, Italien, Mexiko, Serbien, Taiwan, die Ukraine, Südkorea und Marokko vertreten. In diesen zwei Wochen lernte ich viel über diese Länder, deren Kultur und Besonderheiten“, sagt sie. „Zu einem schönen Ritual entwickelte sich das Abendessen, bei dem jeweils die Teilnehmer aus einem Land eines ihrer Nationalgerichte kochten.“

Durch den Umgang mit neuen Aufgaben und Situationen – insbesondere in ihrer Rolle als Leiterin – hat sie viel über sich selbst gelernt. Sie ist sich sicher, dass sie in Zukunft von ihren Erfahrungen profitieren wird.

Zurzeit absolviert die 18-Jährige in Norwegen einen einjährigen Europäischen Freiwilligendienst. „Anschließend kann ich mir ein Studium im Bereich BWL vorstellen. Womöglich stelle ich nach meinem Auslandsjahr aber auch fest, dass ich etwas komplett anderes machen will.“

Workcamp

Bei einem Workcamp kommen junge Menschen aus der ganzen Welt zusammen, um gemeinsam an einem gemeinnützigen Projekt zu arbeiten. Einsatzmöglichkeiten gibt es in den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Bau und Renovierung, Archäologie und im sozialen oder künstlerischen Bereich. Die Teilnehmer zahlen eine Vermittlungsgebühr, die je nach Organisation variiert. Für ihre Anreise kommen sie in der Regel selbst auf, Verpflegung und Unterkunft werden gestellt.

Weitere Infos zu den Workcamps des „Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V.“ (IBG) findest du unter www.ibg-workcamps.org.

 

abi>> 27.10.2017